27 / Bug – Split / noise04

27 / Bug – Split / noise04

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FORMAT
LP

STATUS
sold out.

RUNNINGTIME
39 min. 25 sec.

TRACKLIST
A // 27
01 half life (half)
02 downfall of the upright
03 one more tomorrow
04 matera
05 every way (every days remix by jon “r” whitney)

B // BUG
06 grubenhund
07 roadmovie
08 rob
09 something is wrong with the world today
10 lainzer tiergarten
11 exitement is a girl

PRESSING INFORMATION
525 made
purple transparent vinyl, handfolded covers, in cooperation with interstellar records

RELEASE DATE
01.09. 2005

glow in the dark magazine
Opposites attract, or so they say. These two bands couldn’t be any more different: 27 play some dreamy and melancholic pop music, while Bug go for some asswhipping. I am surprised that I actually like both. I remember Bug to be pretty bland and lame, but these songs are up there with the fine-tuned chaos of Botch. 27 on the other hand sound nothing like Bug. It’s what could have become of the Cardigans if Nina Persson would not have dyed her hair brunette. I used to love the Cardigans, but they must have lost all their pop song creativity to 27 after a night of drinking and poker. If this record was on Ipecac or some other hipster label of your choice, then five thousand indie dorks with no fashion sense would cream their pants because them small boners be boppin’. (tr)

 

freistil – magazin für musik und umgebung
Eine Split-LP, auf der nicht beide Seiten im Gleichklang dröhnen, serviert der interstellare Mister Herbst. Die Vorder- und die Rückseite dieser Medaille aus schön rotem Vinyl, liebvoll verpackt in Origami-Faltmanier, spalten sich auf in Geschmeide und Haudrauf. Hübsch singt Maria Christopher, als zehrte sie von einer entfernten Verwandtschaft zu Joni Mitchell. In zarter wie harter Begleitung frönen die Amis dieser Melancholie, die wir Portugiesinnen bekanntlich Saudade nennen. Drüben am Bug ist wohl was zu reparieren, es wird nämlich genagelt und gehämmert wie bei Bob dem Baumeister. Auf jeden Fall haben sie, falls ein kleiner Kalauer erlaubt ist, ihre Neurosis gut unter Kontrolle. Weil welche klassen Songs die aus ihren massiven Blöcken hauen – habe die Ehre. Aber Achtung, limitiert!

 

ox-fanzine#65
Krasser Mix. Allerdings ist es im Fall von 27, die die eine Hälfte der Platte ausmachen, erstaunlich, dass jemand in Zeiten von “My Space” und diverser anderer Indie-Communitys, auf denen Unmengen bessere Bands ihre Musik kostenlos zur Verfügung stellen, noch Geld dafür zum Fenster raus wirft, Songs dieser Art auf eine Platte zu pressen.
Bei 27 handelt es sich um ein Trio mit zerbrechlichem Frauengesang, das Ganze ist noch ziemlich unausgereift, klingt, als seien die Drei entweder noch sehr jung oder spielten sie noch nicht sehr lange zusammen. Was kein Verbrechen ist, doch wie vorher schon erwähnt, ist es unnötig für so etwas heutzutage eine Platte herauszubringen. Die Aufnahme ist unsauber, die Gitarrenparts unausgegoren und überhaupt gibt es heutzutage genug Frauen, die wirklich gute Musik machen, so dass man sich eine Band nicht mehr unbedingt antun muss, nur weil man froh ist, zur Abwechslung einmal eine weibliche Stimme singen zu hören. Der Frauenbonus zieht also überhaupt nicht mehr, denn inzwischen gibt es wirklich genug Frauen in der Subkultur, die sich intensiv mit Musik auseinandersetzen und ihre Instrumente entweder wirklich gut spielen können, oder eben beim Singen zumindest die Noten treffen.
BUG hingegen sind irgendwie in den Neunzigern stehen geblieben. In der Zeit, als Screamo noch Emo hieß und Bands wie THURSDAY oder TAKING BACK SUNDAY noch nicht einmal in die Windeln machten. Vier Jungs machen derbes Gedresche mit Schreigesang – Screamo, wenn man so will – und eigentlich würde dies einen zurück erinnern an die Zeit, als man in den Jugendzentren der Bundesrepublik noch so wunderbare Bands wie AZURE, AGE und NOTHING LEFT TO GRASP miterleben durfte. Manchmal bringen BUG abgefuckt coole Gitarrenparts, doch dann driften sie hin und wieder doch ein wenig in Richtung RAMMSTEIN ab und das macht alles wieder kaputt. Und – wie gesagt – sind BUG mit ihrem Sound leider auch ungefähr zehn Jahre zu spät dran.
Schade.  (Julia Gudzent, 04/10)

 

kapuzine
Im Nachhinein wird mir alles klar: Interstellar-Records-Label-Chef Richie schenkt mir überraschend die Platte, Interstellar-Records-Label-Chefin Aina lädt mich plötzlich zum Essen ein, und dann kommt dieser unscheinbare Anruf aus der neuen Interstellar-Zentrale (means Stwst), ob ich die LP nicht fürs Kapuzine reviewen mag. Aber bitte, kein Problem; ich weiß was sich gehört. Deswegen: die neue Platte ist das beste was die Innsbrucker Brachial-Noise-Popper Bug je aufgenommen haben! Wow! Diese feinen, filigranen Pop-Idyllen, die sich mit unglaublich heavy Noise-Wänden ablösen, um sich letztendlich in metallischen Gitarrenstakkatos aufzulösen! Und welch Stimmgewalt! Das perfekte Weihnachtsgeschenk im rosaroten Barbie-Vinyl, erhätlich beim Interstellar-Händler ihres Vertrauens!

 

the gap
Wie Tag und Nacht oder Himmel und Hölle wirken die beiden Seiten dieser Split 12″. Während 27 aus Boston füng quere Indie-Pop-Postpunk-Songs mit Frauengesang darbieten, noiserocken Bug kompromissloser denn je. Die Innsbrucker begeistern dieses Mal vor allem durch einen viel klareren und reineren Sound, mit dem sie sich immer weiter der Hydra Head Metalcore Schiene annähern. 27 hingegen sind “nur” mit Outtakes, Remixes und alternativen Songs vertreten. Wohl eher für die Bug- und weniger für 27-Fans zu empfehlen. (6/10)

 

www.hartboiled.de
i found this one in a small swiss record store which actually sold mostly electronic music and seemed quite happy to get rid of this one. since i wasn’t too excited about the latest 27 release i first gave it a listening. here they are a little bit back in the noise area. even though the overall is still calm it has some louder miments which i liked about their early works. bug was promoted as full-on noise from switzerland and i was happy that they also have some calmer and more melodic moments. and even though i probably won’t ever listen to this record because of the bug side, i wouldn’t be too suprised to find out, other people do.

 

bigkult.com
Bei liebevoller und aufwändiger Covergestaltung kauft man Tonträger oft nur zum Herzeigen und der Rest, la musique also, ist belanglos hingerotzt und man wünscht sich dann doch eine andere Schwerpunktsetzung zu Gunsten des angeknacksten Hörgenusses. Bei dieser Platte ist freundlicherweise alles Priorität, außen hui (designed by role from FRESNEL!), innen auch, und weil das im Alleingang hackenmäßig nur ganz langsam oder gar nicht möglich ist (sogar Jochen Summer vom äußerst exquisiten TurboWeirdo-Label [Rock Is Hell] lässt sich beim Falten manchmal helfen…), hat sich aus diesem Vorhaben ein kleines Joint Venture von Interstellar Records und Noise Appeal entwickelt.  Ebenso Arbeitsteilung, was das Material auf dem transparent-pinken Vinyl betrifft: eine Seite für 27 und eine für BUG. Das Schöne daran ist, dass hier zwei sehr verschiedene Künstler gegenübergestellt werden und nicht (wie bei Splits oft so üblich) sich zwei Bands, die ohnehin den gleichen Sänger teilen, gegenseitig covern. Daraus entsteht ein Suchbild mit acht zu findenden Unterschieden – spätestens bei drei hört man dann genervt auf zu investigieren.  Nicht hier, wie gesagt: Zum einen 27s melancholischer DarkPop mit markanter Frauenstimme, die sich unter anderem schon Vergleiche mit PJ Harvey gefallen lassen musste, zum anderen Bug, Österreichs Antwort auf all die militanten US-Noiserock-Kartelle. 27 aus den Staaten waren zeitweise auf Hydrahead zu Hause, wo sie als relativ ruhige Band aus der Reihe sprangen. Was man hier von ihnen hören kann, steht auch wieder im krassen Gegensatz zur anderen Seite und nennt sich angeblich outtakes and rarities, was man nicht missverstehen sollte, denn die Songs ergeben eine Linie, fügen sich gut ineinander und gehen keinesfalls als zweite Wahl durch! War Zeit, dass sich jemand drum kümmert! Bug liefern gleich brandneues Material, das –woohoooo!- ordentlich wütet. Meine persönliche Befindlichkeit würde diese Seite sogar ein wenig mehr zu schätzen wissen, weil ich dazu einen besseren Zugang habe und weil derart aussagestark und bedingungslos nur selten gelärmt und getobt wird. Die üblichen Verdächtigen ließen sich jetzt als Reminiszenzen nennen, doch bin ich der Meinung, dass das auch anderes geht: Bug sind Bug sind Bug… Eine äußerst runde Sache, über die man die Nadel gerne streicheln oder aber krachen lässt – das hängt dann von der Seitenwahl ab. Beides lohnt sich! PS: Die Verantwortliche haben die Falttechnik u. ä. ganze 525 Exemplare lang durchgehalten. Klingt viel, ist aber schneller weg als geglaubt – also: BEEILUNG!!! Clemens Marschall

 

cracked-netzine
“Opposites attract” and “like and like” are two major principles that are so deeply rooted in our subconscious mindset and categorian imperative that it is virtually impossible to avoid them. Everywhere in our world we have learned to percieve, discover and produce pairs of likeness and opposition at the same time. We walk by day and sleep by night, we eat food and drink liquids, we find inner peace in solitude and happiness in the warm embrace of social company. All of these basic things have their likeness and oppositions inherently projected and we cannot but react upon these things even if we never notice.  Two very different sides to two very different bands on one beautiful platter. There are those wild boys from the Austrian alpine regions and there is the finely wraught group from somewhere USA. I’ll admit that 27 have gone b my radar for most of the time, though I know that they released on some well-known and semi-legendary US-american record labels. Bug are among my favorite noise-rockers and they have released a bunch of great records around here, take a wild guess on which labels.  How the two got together back to back on a slab of coloured vinyl is beyond me, though. Except for one wild burst of guitar noise at the end of “matera”, 27 stay poised in the calm and gentle area of music. From the piano and vocals solo of “half life (half)” that starts their side to the synthie-loaded remix of “every way” that ends their side of this split-album, the atmosphere is one of softness and tranquility yet filled with elusive sounds, harmonies and emotionality. Bug rip out crazy guitar riffs from the beginning, pounding through their side of the record with energy, weirdness and a punk-overdrive that I hadn’t as of yet seen so much of in their music. I had them pegged as a band using technique and structure to bang home their noise rock, but this kind of looseness is really good to them. Their first track is called “grubenhund”, which of course sparks several kinds of memories with me, but let’s not get into that. I’ll suffice it to say that back then I would have greatly enjoyed their wild kind of basic noise rock, and I am happy to realize I still do. Maybe it is true, that you are as old as you feel – then I’d have lost some pounds as well as some duties as long as this side of the record is playing.  The only thing keeping the two sides of this record together is – except for the physical reality of being on the same slab of plastic and being released by the same two labels – mainly the things that are different. Beautiful female vocals singing in harmonious melodies here and gutbusting screaming over there. Dilligently set arrangements accompanied by keyboards to softly set a scenery for the song to unfold here and heavy pounding noise from drums, bass and guitar to hammer home the song over there. Peace and gentleness over here and raw, unadulterated straightforwardness and aggression over there. These opposites do not form any kind of contradiction, opponents or even synthesis – it seems as if they appear on their side of the yard without interfering too much with the other one. So, no apparent inherent meaning from putting these two bands back to back, at least not so far as I can see and within any kind of reason. These could have been on two separate EPs, preferrably 10”es, because I like those mid-sized pieces, without a lot of ado.  Of course, I could be constructing such an argumentation right here, having actually already built the fundament for it, but what for exactly? To prove how clever I am? I am trying to get over that. Moreover, I am sick and tired of all that sustainable, esoteric, way of nature yin-yang-shit. Don’t get me wrong. Sustainability is a good idea and an important trend as is trying to live the way nature gives it to us or shows us to. But we are still talking rockmusic here – it don’t matter if it is the gentle or the coarse variety – as well as we are talking about the release of a record and there is nothing sustainable nor natural about both things.  Anyway, and to sum this review up, this split album is a fine release with great music on it. A lot of people, who’ll deeply dig into one side, probably won’t like the other side, but that’s because, as a friend of mine said last week, “people are complete shitheads”. I couldn’t have said it better.