Fuckhead – Dislocation / noise50, LP / noise60, CD

Fuckhead – Dislocation / noise50, LP / noise60, CD

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noise50, LP
noise60, CD

STATUS
available

RUNNINGTIME
27 min. 35 sec.
31 min. 59 sec.

TRACKLIST LP
A1 Dislocation
A2 Neuron
A3 Dark
B1 Proximity
B2 Wormland
B3 Doom

PRESSING INFORMATION
300 made, augmented reality cover, free APP, download code

TRACKLIST CD
01 Dislocation
02 Neuron
03 Dark
04 Proximity
05 Wormland
06 Bad Luck
07 Doom

PRESSING INFORMATION
500 made, digipak, augmented reality cover, free APP

RELEASE DATE
15.12. 2017

www.musikatlas.at

Das Linzer Avantgarde/Industrial-Quartett begibt sich ins 30. Jahr seines Bestehens. Die Truppe um den doch ziemlich legendären Herrn Dr. Didi Bruckmayr und Ausnahmedrummer Didi Kern ist neben der verstörenden Musik auch seit Jahrzehnten für ihre Extremperformances berüchtigt. Body-Suspension gehört zwar schon lange der Vergangenheit an, später verstörte man mit übertriebenen Hygiene-Performances oder stellte der Gesellschaft mit überhöhten Männlichkeits-Darbietungen einen Spiegel auf. Oder versuchte bei den Shows die Leute einfach aus ihrer Komfortzone zu holen.
Die letzten Jahre gab es häufige Kollaborationen mit dem Künstlerduo „Stirn Prumzer“ und ästhetisierten Farbperformances. Bevor es langweilig wurde, dachten sie sich immer rechtzeitig was Originelles aus. Musikalisch bewegen sie sich seit jeher an der Schnittstelle zwischen Noise-Rock, Industrial, kühler Elektronik, fettem Bass-Sound und seit den letzten Releases verstärkt Drum’n’Bass und Breakbeats. Darüber die omnipräsente und mit eher gar nichts vergleichbare Vokal-Darbietung von Bruckmayr. Zwischen Parolenfetzen, theatralischem Spoken Word und bittersüßen Melodien, die doch den Text im Vordergrund stellen und somit manchmal an politische Liedgut à la Brecht/Eisler gemahnt.
Was eigenständige und mit aufwändiger kreativer Arbeit versehene Avantgarde angeht, das vermutlich international renommierteste und spannendste Projekt aus Österreich. Schon längst eine Institution. (AWI)

OÖ Kulturbericht 02/2018

Welches öde Naturgesetz schriebe es Künstler/innen vor, milde zu werden, nur weil die Zeit vergeht? Richtig. Keines! Ein besonders deutlicher Beweis ist das neue Album der goßen Ekstatiker von Fuckhead. 1988 von den Brüdern Bruckmayr als Industrial-Duo gegründet, ist die Band zum Quartett und zur fixen alternativen Größe geworden – sehr, sehr weit über die Landesgrenzen hinaus. Mit „Dislocation“ geht das legendäre Künstlerkollektiv nun in sein dreißigstes Jahr. Die sechs aktuellen Tracks sind nach bewährtem Muster gebaut (ein Kompromiss zwischen arg und wild), das Ergebnis wird einem nicht fad. Über dringlichem Lärm und brachialen Breakbeats (Jöchtl, Kern und Strohmann) wechselt Didi Bruckmayr ansatzlos zwischen den Rollen als Shouter oder Crooner. „Hallo?! Bist du zuhause? In deiner Filterblase?!“ Das ist theoriestark und körperbetont, das ist Soundtüftelei und grobe Geste. Sogar die Marketing-Prosa ist gelungen: „die akustische Abrissbirne in der Ikea-Sachzwangswohnung“. Große Musik für unruhigr Stunden! (Dominika Meindl)

waste of mind

„Hände waschen nicht vergessen, immer Seife und Klopapier benutzen“ – die Textfetzen, die Fuckhead auf ihrem neuen Album so von sich geben, schwanken je nach Blickwinkel weiterhin zwischen Gaga-Nonsens, Alltags-Politik und praktischer Lebenshilfe. Aber wer Fuckhead mag, weiß ohnehin das wirre zu schätzen – mag die Band über die 30 Jahre ihres Bestehens auch etwas gemäßigter geworden sein, genug Potenzial zum verstören hat sie weiterhin.
Dabei würden die Breaks und Beats eigentlich auch durchaus tanzbar sein, die Industrial-Momente irgendwie atmosphärisch. Nur wird alles so beharrlich unkonventionell aneinander gereiht, um den Hörer nie in Sicherheit zu wiegen, sondern immer wieder eins mitzugeben. Speziell, aber auch besonders. (Tito)

www.pitfire.net

Kaputte Musik für noch kaputtere Zeiten. Man muss schon reichlich abgedrehten Stoff produzieren, um die unglaublichen Widersprüche der gegenwärtigen Ausbeutung halbwegs realistisch Darzustellen. Mit richtig widerwärtigem Electro-Industrial machen das die Österreicher von Fuckhead angeblich seit dreissig Jahren.
Meine kümmerliche These basiert auf einem Stück wie «Dark», wo eine jämmerliche Stimme die postmoderne Internet-Gesellschaft in kruden Phrasen demaskiert. Dazu gibt es vollkommen zerschossenen elektronischen Hintergrund, der genau immer ein bisschen zu abgehackt ist, um je in die Nähe von nicht von Spasmen getriebenen Tänzen zu kommen. Viel mehr lieben sie es mit komischen Verbal- und Instrumental-Angriffen das noch nicht völlig abgestumpfte Opfer in seiner Filterblase abzuholen («Proximity») und dessen Träume zu zerstören. Das ist einerseits angenehm schwer konsumierbar, untermauert aber auch die hoffnungslose und wild-kranke Stimmung, in die man an einem Freitagabend so kommen will. Wenn der krude Erzähler aus den Boxen dich gegen deinen Willen falsch berührt, ist das schon gut («Wormland»), danach wird es in einer komischen Hymne sogar noch abgefahren.
Für Leute, die sich der Hoffnungslosigkeit bewusst sind, dabei aber den Humor nicht verlieren, ist das wunderbare Stimmungsmusik. Hörbar, aber anstrengend. Simpel-lustig, aber auch genug clever, um ein bisschen mit österreichischem Biss zu zerrütten. Lieblich zwielichtig.
Gibt es als LP und CD mit einem Virtual Reality-fähigem Cover, das man für eine lustige Reise mit seinem iPhone koppeln kann, sowie als digitale Ausgabe. (by reto)

OX-Fanzine #136

Gegründet wurde FUCKHEAD von Dietmar „Didi“ Bruckmayr und seinem Bruder 1988 als Industrial-Duo. Seitdem ist alle paar Jahre ein neuer Release erschienen, zuletzt 2013 „Avoid Nil“, mindestens genauso wichtig waren und sind die Auftritte der aktuell aus den Herren Bruckmayr, Jöchtl, Kern und Strohmann bestehenden Künstlergemeinschaft, dokumentiert beispielsweise auf der „Lebensfrische“-DVD von 2007. Begonnen haben FUCKHEAD einst im Rückgriff auf die Granden der Industrial-Bewegung, längst schon haben sie sich aber stilistisch maximalst befreit, mäandern zwischen Noiserock, pluckernd-trippiger Elektronik und Hörspielhaftem, teils in Wiener Dialekt. Ein ziemliches wirres und wildes Sound-Sammelsurium, das aber in sich stimmig ist und sowieso dominiert wird vom mal (halb) singenden, mal deklamierenden Bruckmayr. Das hat was von einer dadaistischen Performance, ist extrem unkategorisierbar und läuft wohl unter, äh, Kunst. Und die darf und kann alles. Anstrengend, Hören mit Schmerzen, aber sofern man für so was empfänglich ist, auch irgendwann faszinierend und spannend. Ein App zum Album gibt es als Gratisdownload, und hat man das Vinyl, geht wohl irgendwas mit Augmented Reality. Aha. Alles in allem ein sehr spezielles Erlebnis für aufgeschlossene Menschen. Und um Klassen besser als der ganze Austro-Rock-Dreck à la WANDA. (Joachim Hiller, 8/10)

Falter 4/2018

“Dislocation” (Noise Appeal), das neue Album der alten Lärmmacher und Performance-Lauser Fuckhead, geriet weniger konzeptlastig. Im Vergleich zu früheren Großtaten wie “The Male Comedy” klingen sie stilistisch im Industrial beheimateten Stücke fast konventionell und ein wenig aus der Zeit gefallen. Textlich lässt sich Herr Dr. Bruckmayr aber nicht lumpen. Er spielt Krampus (“Der Gabalier ist hier, und steht vor der Tür”) und gibt Volkes Stimme (“Alles für die Ausländer … Und dann pudern’s no unsere Weiber, eh kloa”). (Sebastian Fasthuber)

musikreviews.de

Nicht dass FUCKHEAD im Laufe der 30 Jahre, die sie schon Musik machen, merklich zahmer geworden wären, doch was zur Pioniertzeit von Noise und Industrial noch revolutionär anmutete, ist längst zur Konvention geworden. So kommt es, dass sich das Quartett um Didi Bruckmayr auf “Dislocation” in Zitaten ihrer selbst und anderer ergehen, was aber – wir sprechen nach wie vor von Nischenmusik – immer noch kantig genug ist, um Zartbesaitete zu verstören.

Was auch das Hauptanliegen des Kernduos sein dürfte. Die Österreicher setzen nicht erstmals auf zweisprachige Texte (Deutsch, Englisch), teilweise auch in Form von Sample-Fetzen, wobei sich der Frontmann kreatürliche Laute abringt, aber auch einfach nur im Spoken-Word-Duktus von Mord und Folter berichten kann wie in ‘Neuron’. Rein musikalisch dominieren Computer-Breakbeats, wie sie etwa ‘Dark’ besonders stark prägen, und Subbässe wie insbesondere in ‘Proximity’, was den melodischen Gehalt von “Dislocation” sehr leicht überschaubar macht.

Nichtsdestoweniger ist ein Teil des aktuellen Materials von FUCKHEAD ausgesprochen griffig – quasi Dance Rock, zu dem man strenggenommen nicht tanzen kann, wie es die kafkaeske Deutschtümelei von ‘Wormland’ belegt. Man muss also schon auf gewollt kunstvollen Lärm respektive Klangexperimente stehen, um dieses Projekt liebzugewinnen … aber ist das für Eingeweihte etwas Neues? Wie gesagt …

FAZIT: … die europäischen Electro-Noise-Vorreiter aus Oberösterreich gefallen sich auf “Dislocation” im So-tun-als-ob – FUCKHEAD geben vor, sich selbst nicht mehr zu verstehen, geschweige denn die Welt insgesamt, und verleihen dieser Entfremdung lediglich stilistisch Gestalt. Das Album ist eine reine Geste des Zerschnittenen und Beliebigen, das eine Haltung demonstriert, statt organisch entstanden zu sein. Reihen wir mal alle Klischees der Postmoderne aneinander, mögen ich die Schöpfer mit typischer Wiener Schmäh gedacht haben … (Andreas Schiffmann, 9/15)

Trust Zine #188

Wenn in einem beigelegten Infoblatt vom „neuen Machwerk“ gesprochen wird, ist Vorsicht geboten. In den meisten Fällen trifft das Gegenteil zu. Eine mittelmäßige Platte, ohne Sinn und Innovation. So auch in diesem Fall. Elektronisch angehauchter Industrial-Irgendwas, mal mit mehr Beats, mal mit etwas mehr Rock. Ganz witzig ist allerdings die Idee des Albums-begleitenden Apps (der leider beim Schreiben der Review noch nicht verfügbar war) und das Albumcover „zum Leben erwecken soll.“ Mehr Kunst als Musik! (claas)

thegap.at

Rabiat wie immer – Fuckhead und ihr neues Album

Mit »Dislocation« setzen Fuckhead dort an, wo man es erwartet: kraftvolle Klänge zwischen Bassmusik und Rock, dazu deutsche und englische Texte, die jede Genrezuweisung verweigern – oder für sich vereinnahmen.

Fuckhead feiern 2018 30-jähriges Bühnenjubiläum. Und wie bei wenigen anderen Bands ist die Bühne ihr eigentliches musikalisches Zuhause – die Performance ist nicht alles, aber ein überdurchschnittlich wichtiger Teil. Das ist auf einem Album natürlich nicht leicht einzufangen. Es gibt nun aber ein neues, und dies bietet immerhin einen digitalen AR-Part für jene, die das Cover mit ihrem Handy scannen.

Musikalisch und inhaltlich setzen Fuckhead mit »Dislocation« dort an, wo man es erwartet – kraftvolle, um nicht zu sagen: rabiate Klänge zwischen Bassmusik und Rock als schroffes, aber stabiles Fundament für deutsche und englische Texte, die jede Genrezuweisung – je nach Lesart – verweigern oder vereinnahmen. Nur Gesang ist das selten. Und fast nichts davon ist ganz eindeutig im Jahr 2017 verortbar, aber es haben sich ja auch die Themen und Probleme nur verschoben und nicht verändert: Es geht um Gesellschaft, Macht, sinnlosen Luxus, Selbsttäuschung, Entfremdung und die der Kunst innewohnenden Methoden, damit umzugehen. Wenig überraschend steht dabei der Körper immer wieder im Fokus.

Zerstückelte Texturen

Zwischen sanft altbackenen Sounds (»Proximity«) – die aber wenig von ihrer Wirkung eingebüßt haben – glänzen ein paar fast schon überraschende Tracks, die an aktuellere musikalische Tendenzen anschließen. Auch wenn dessen Hochzeit knapp zehn Jahre vorbei ist, erinnert »Neuron« in mehrfacher Hinsicht ein wenig an die dunklen organischen Sounds und zerstückelten Texturen eines Milanese. Und »Dark« hat eine durchaus funktionierende Songstruktur.

Insgesamt mag die Kritik an Selfies und anderen Entwicklungen – auch wenn sie wie alles bei Fuckhead nicht eins zu eins und schon gar nicht ohne Humor gelesen werden darf – natürlich ein wenig weird wirken. Die feinsinnige Ausformulierung von Differenzierungen darf man von der oberösterreichen Band aber sowieso nicht erwarten. Mit »Bad Luck« gibt es dann noch mal druckvoll gebrochene Beats, und »Doom« bietet breit österreichische Beschimpfungen durchzogen von Ausländerhass über digital-organischen Sounds. Das kann durchaus zum kleinen Hit werden.

»Dislocation« von Fuckhead erscheint am 15. Dezember 2017 bei Noise Appeal Records. Die Band ist an diesem Tag in der Stadtwerkstatt in Linz live zu sehen. Die Fotos aus diesem Beitrag stammen vom Konzert in der Grellen Forelle, das am 11. Dezember stattgefunden hat – laut unserem Fotografen Armin Rudelstorfer abermals ein wildes Fest mit Publikumsbeteiligung, viel Nebel und Stroboskop. (Martin Mühl, Armin Rudelstorfer)

Cute & Dangerous

30 Jahre gibt es die Band bereits und sie sind in Österreich verwurzelt wie kaum eine andere Band. Diese Band ist und bleibt etwas ganz besonderes. Über FUCKHEAD muss man auch keine musikalischen Diskussionen führen, denn sie sind einfach scheiße. FUCKHEAD ist eine Institution die es nicht nötig hat in etwas gut zu sein, sie sind ein Denkmal für in sich geschlossene Konsequenz und Beharrlichkeit etwas künstlerisch loszuwerden. Vergleichen kann man sie vielleicht in groben Zügen mit VELVET UNDERGROUND und THROBBING GRISTLE, Bands die sich in ihre Lofts zurückgezogen haben und die Fans kommen ließen, warum muss eine Band rausgehen um zu kommunizieren. FUCKHEAD haben dies 30 Jahre ebenso praktiziert, Journalisten durften mal nach Wien anreisen, aber wenn keiner kommt auch egal. Die Botschaft dieser Formation um Performer Didi Bruckmayr ist klar und deutlich: die Zerstörung, Gier und Wut in der Gesellschaft frisst Euch alle eines Tages auf, warum also sollten wir aufstehen und Euch warnen?

musicexport.at

The name FUCKHEAD has long stood for musical irritation. A band with the tonal intensity of a bulldozer that refuses to even momentarily submit to any kind of conventions. The embodiment of  the principle of “doing your own thing”. The quartet around DIDI BRUCKMAYR is back again with their new album “Dislocation” (Noise Appeal Records) on which their creative freedom has once again led them well off the beaten path.

Fuckhead still have it. Despite being in the business for almost thirty years now, their attitude and motivation to ignore musical dogmas is as strong as ever. Didi Bruckmayr, Michael Strohmann, Didi Kern, and Alex Joechtl continue to create a sound that comes close to perfect inappropriateness. A sound that is far to multifaceted to fit comfortably into any single musical category.

 

A SOUND BOTH UNSETTLING AND APPEALING

The four-man team from Upper Austria once again explores the musical spectrum on “Dislocation”. From sterile and cold electronic and deep bass sounds to intricate drum’ n’ bass and breakcore beats. From spherical and futuristic sound surfaces to brutal noise-attacks and darkly dragging rock. And above it all reigns the voice of Didi Bruckmayr. An artist who makes his unmistakeable mark with a mix of experimental vocal art, majestic grandeur, bittersweet melody and digital distortion.

Fuckhead have mastered the art of creating a homogenous whole out of highly charged chaotic confusion. As wild and chaotic as things may get, Fuckhead’s music contains something highly musical, a sound that is both unsettling and appealing.

This band’s albums and live performances are always exceptional experiences. On “Dislocation” Fuckhead once again draw on endless creativity and, as in the past, still manage to scandalise the musical status quo. Just cool.

Michael Ternai (translated from German by David Dempsey)

micaaustria

Der Name FUCKHEAD steht für die musikalische Irritation, eine klangliche Heftigkeit eines Bulldozers, die Weigerung, sich in irgendeiner Art auch nur einen Moment lang irgendwelchen Konventionen zu unterwerfen, sowie für das Prinzip, ohne Kompromisse das eigene Ding durchzuziehen. Der Vierer rund um DIDI BRUCKMAYR ist wieder da und lässt auf seinem neuen Album „Dislocation“ (Noise Appeal Records) dem kreativen Geist abseits aller gängigen Sounds einmal mehr freien Lauf.

Fuckhead können es immer noch. Die Band ist mittlerweile fast dreißig Jahre im Geschäft und an der Einstellung und der Motivation, sich über die musikalischen Dogmen einfach hinwegzusetzen, hat sich nichts geändert. Wirklich rein gar nichts. Didi Bruckmayer und seine drei Kollegen Michael Strohmann, Didi Kern und Alex Joechtl verwirklichen nach wie vor genüsslich einen Klang, der an die vollkommene Unangepasstheit heranreicht und aufgrund seiner unzähligen Facetten nicht und nicht einer einzelnen musikalischen Kategorie entsprechen will.

EIN VERSTÖRENDER UND ANZIEHENDER SOUND ZUGLEICH

Das Vierergespann aus Oberösterreich spannt auf „Dislocation“ den musikalischen Bogen gewohnt weit, von einer sterilen und kalten Elektronik und tieftönigen Subbass-Sounds über vertrackte Drum-‘n‘–Bass- und Breakcore-Beats und sphärische und futuristisch anmutende Soundflächen bis hin zu brachialen Noiseattacken und sich düster vor sich hinschleppenden Rockpassagen. Über allem thront die Stimme von Didi Bruckmayr, die zwischen schräger Vokalkunst, majestätischer Größe, bittersüßer Melodie und digitaler Verzerrung den Stücken den Stempel der Unverkennbarkeit aufdrückt.

Die Kunst, die diese Truppe ganz exzellent beherrscht, ist, aus diesem chaotisch wirkenden Wirrwarr an Verschiedenem etwas sehr Homogenes und atmosphärisch hochgradig Aufgeladenes zu formen. So wild und wechselhaft es auch zugeht, so sehr auch mit den gängigen Regeln gebrochen wird, den Stücken von Fuckhead ist doch etwas höchst Musikalisches inne, eine Schwingung, die einen verstört, zugleich aber auch magisch in den Bann zieht.

Ein Album dieser Band wie auch deren exzessive Liveshows stellen in der Regel immer ein Erlebnis der etwas anderen Art dar. Fuckhead schöpfen auf „Dislocation“ einmal mehr unbeirrt aus dem Vollen und ecken – wie auch schon in der Vergangenheit – auf geniale Weise am gewöhnlichen Musikgeschmack an. Einfach nur cool. (Michael Ternai)

mix1.de

Fuckhead veröffentlichen das Album ‘Dislocation’

Ein Mix aus Bass Musik und Lärm Rock, dafür stehen Fuckhead. Didi Bruckmayr, Siegmar Aigner, Didi Kern und Michael Strohmann präsentieren am 15. Dezember 2017 ihr neues Album “Dislocation”. Mit dem neuen Werk bieten die aus Wien stammenden Musiker eine akustische Abrissbirne, die zu einem ungelenkten Getanze auffordern und dir wahrlich aus der Seele sprechen. Einfach aufdrehen und gehen lassen! (6/8)

Haubentaucher.at

Die vier heimischen Hohepriester des Lärms sind wieder da – aber waren sie wirklich jemals weg? Demnächst werden es 30 Jahre, in denen Didi Bruckmayr mit seiner wilden Horde die düsteren Locations der Republik bespielt. Wir erinnern uns da noch sehr lebhaft an einen alufolienverzierten Nacktauftritt im Flex im Jahr 1996. Aber jetzt schreiben wir 2017 und braucht man da eine neue Fuckhead-Platte? JA!

Wer die 5 Minuten der ersten Nummer “Dislocation” überstanden hat, darf sich freuen. Die Platte ist nämlich keineswegs nur aktionistische Raserei, sondern auch ein wohltuender Tritt in den Allerwertesten der allgegenwärtigen Klangtapetenfabrikanten. Irgendwo zwischen abgedrehtem Synthie-Pop, Schweinerock und Steinzeit-Techno bringen Fuckhead ihre absurde Welt zum Leuchten. Das wird auch  keine Massenveranstaltung, aber vielleicht finden das sogar die einen oder andern Jungen aus der Grunge-, Metall- und Grind-Ecke originell. Zu überprüfen am 11. Dezember in der Grellen Forelle in Wien und am 15. Dezember in der Stadtwerkstatt Linz. Ohrenstöpsel mitnehmen und bequemes Schuhwerk, die Dislocation lädt nämlich durchaus auch zu skurrilem Herumgehüpfe ein. Anspieltipp: Das sehr supere “Proximity”. Spezialtipp: Das Plattencover kommt mit Augmented Reality Effekt. Die entsprechende APP dazu gibt es ab 11. 12. in den Stores bei Google und Apple.