Like Elephants – Oneironaut / noise47

Like Elephants – Oneironaut / noise47

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FORMAT
LP

STATUS

available

RUNNINGTIME
39 min. 51 sec.

TRACKLIST
01 Parasympathikus
02 Hear The Summer
03 Mesmerize
04 Funeral
05 Red Socks Penguin
06 One Of Us
07 Forest
08 Daydream
09 Run Away
10 Follow Me
11 Wake Up

PRESSING INFORMATION
300 made, white 180g vinyl
download code & cd included

RELEASE DATE
07.04. 2016

crossfire-metal.de

Synth und Dream-Pop haben die Jungs sich ganz groß auf die Fahne geschrieben. Aber im Prinzip kann man es den älteren Musikfans schmackhafter machen…Old School New Wave, natürlich der 80er-Jahre mit positiven, von der Natur beeinflussten Vibes aber leider mit ewig zugehallten Vocals. Das hätte man in dem einen oder anderen Track durchaus weniger atmosphärisch gestalten können. Ansonsten ist das Wort „Atmosphäre“, genau der Aufhänger, für die vorliegenden elf Beiträge der Österreicher. Irgendwie habe ich das Gefühl man schwankt ständig zwischen Melancholie und Euphorie. Surreal in manch musikalischer Ausführung kreiieren die fünf Jungs traumhafte Klangwelten, die automatisch verführen und zum abdriften mehr als geeignet sind. Die zahlreichen Keyboardfacetten lullen den Hörer in einen Kokon ein und benebeln die Sinne, mit einem Klangrausch, der wie eine Droge wirkt und süchtig macht. Obschon das Konzept in den meisten Songs Bestand hat, wird es selten langweilig. Klangteppiche mit Lanzeitwirkung. Steve Burdelak (8,5/10)

soundmag.de
Es wäre wirklich zu schade, wenn solch ein Album an einem ungehört vorüber ziehen würde.

Die traumhaften Melodien verursachen, dass sich die Uhren zur Musik von Like Elephants gefühlt etwas langsamer drehen. Zum verhallten Dreampop kann es allerdings auch eine Sinnestäuschung sein, die mit dieser Fiktion das Debüt der Österreicher genussvoll verlängert.

Ein mit grellem Licht durchfluteter Wald ziert das Cover der ersten Longplayer-Veröffentlichung von Like Elephants. Bei einem Spaziergang in dieser Umgebung würde man sich die Hand schützend vor die Augen halten, um überhaupt etwas zu sehen. Die flirrende Elektronik des Intros blendet ebenfalls, bis sich die Gitarren langsam zum verträumten Sound mischen. Was gerade noch hypnotisch flimmert, bekommt in „Hear The Summer“ eine schwungvolle Gitarrennote beigemischt. Das Saiteninstrument ist auf “Oneironaut” ein unverzichtbarer und prägender Begleiter, welcher die Melodien sinnlich wie in “Funeral” oder New-Wave-verwandt als “Mesmerize” formt. Der Gesang wird niemals laut, um den Hörer nicht aus seiner Entspannungsphase herauszureißen. In der Gedanken-Schwerelosigkeit angelang,t brennen sich die vielen melodischen Songs – zu denen unbedingt “Red Socks Penguin” gezählt werden muss – in die Ohren.  

Eigentlich sagt der Name “Onironaut” schon alles aus, was sich auf diesem Album befindet. Das ungelenke Wort wird mit Traumreisender übersetzt. Die gesamten elf Stücke des Erstlings, mit denen uns Like Elephants mal nebelig verschwommenen oder mit klaren Konturen die Sinne rauben, versetzen den Körper mit seiner melancholischen Kraft in einen wohltuenden Zustand, aus den man so schnell nicht wieder herausgeholt werden möchte.

(8/10, Martina)

Underdog Fanzine
LIKE ELEPHANTS lautmalen leichte verträumte Pop-Melodien, die eine klare Struktur aufweisen und im nebulösen Klangraum Ästhetik und unterkühlte Atmosphäre entfalten lassen. Der helle Gesangsstil und die davonschwebenden Riffs eröffnen Bilder im weichen, pastellfarbenen Design, ganz im Sound des 80er Synth/Dream-Pop.
Heraus  kommt ein weichgespülter Sound, der seine Stärken in der Klangbildsprache hat. Hie und da gibt es New Wave-Referenzen, aber im Wesentlichen setzen die Songs atmosphärische Teile des Dream Pops frei, verlieren sich im Tagtraum, der an räumliche Tiefe zunimmt, die Umgebung verschwimmt. In dieser konstruierten Atmosphäre dauert es eine lange Zeit, bis ein Wake up-Ruf den künstlichen Klangraum erhellt und dabei mehr einem Flüstern gleicht. Die Aneignung des 80er Jahre Dreampops ist konservativ und traditionell, erfüllt also einen harmonischen Zusammenhangszweck. Der Reiz indes liegt in leicht inszenierte harmonische Klangbilder, die LIKE ELEPHANTS in Oneironaut lautmalen. Die vielschichtigen Arrangements erlauben es den ZuhörerInnen, sich ganz in ihrer von Traumlandschaften, geheimnisvollen Gestalten und Geschichten geformten Welt zu verlieren.

Ox Fanzine#125
Oneironaut lässt sich sinngemäß mit „der Traumreisende“ (zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern für Traum (oneiros) und Seefahrer (naut?s)) übersetzen. Der Oneironaut ist ein „Klarträumer“, der sich während des Träumens der Tatsache bewusst ist, dass er träumt, und seine Träume entsprechend beeinflussen kann.
Zwar war ich mir darüber bisher nie im Klaren, aber das habe ich tatsächlich auch schon ab und an gemacht. Nur ist bisher komplett an mir vorbeigegangen, dass es dafür einen Ausdruck gibt und sogar eine ganze Bewegung, die auch eine (Online-)Anhängerschaft zu haben scheint.
Wer Klarträumer werden will, greift also entweder zu dem entsprechenden Handbuch (undurchsichtige Sache) oder aber zu diesem Album, denn das kommt einer Anleitung zum Klarträumen schon verdammt nahe.
Was kann sich schon positiver auf Träume auswirken als turmhohe Gitarrenwolken, wabernder Synthienebel, seichte Wortschwaden und warmer Schlagzeugregen? Alles ganz tiefenentspannt. Was ich mir in der nächsten Zeit vor dem Einschlafen auflege, ist klar, ne? (Anne Kalau, 8/10)

Volume.at
SOUND AN, STRESS AUS
Ein Oneironaut ist ein Traumseefahrer. Jemand, der seine Träume bewusst steuern kann. Auch das Konzept des Debütalbums der oberösterreichischen Band Like Elephants erinnert an eine Reise durch unser aller Unterbewusstsein: Verhallte Gitarrenriffs, eine ganz dem aktuellen Dreampop-Hype entsprechende, verträumt- verwaschene Soundästhetik. Aber nicht nur der Sound auch die Lyrics orientieren sich an der Sehnsucht nach Abgeschiedenheit, einer Art Loslassen, Abkapseln, weg vom Stress, hinein in die Ruhe. Traurige aber schöne Melodien, gedämpfte Stimme, ein ja, traumartiges Gefuhl, das sich von Anfang bis Ende durchzieht. Dass der letzte Song “Wake Up” heißt, ist der schöne Turn dieser Platte. Eigentlich will man ja aber gar nicht aufwachen.
Für Fans von: Slow Dive, Wild Nothing

Music News
Genug von stressigen Situationen und der Hektik des Alltags, aber keine Zeit für einen Wohlfühlurlaub? Dann ist das Debüt-Album von Like Elephants genau die richtige Lösung.
Wenn wir an Elefanten denken, dann kommen uns gemütliche, riesige Tiere in den Sinn, die einerseits vor Kraft strotzen, andererseits ruhig und besonnen wirken. Ein bisschen so, wie die Musik, die uns die österreichische Indie-Pop-Band Like Elephants liefert. 2014 haben sich die Mitglieder Viktor Koch (Vocals, Guitar), Martin Wührer (Lead Vocals, Guitar), Roland Gugerbauer (Bass), Manuel Hauer (Synthesizers) und Christian Luger (Drums) zu einer Band zusammengefunden, die ein wenig an die Post Punk-Zeiten der 80er Jahre erinnert, aber auch Elemente von Dream Pop und Indieklänge einfließen lässt. Vor gut vier Wochen ist ihr Debütalbum „Oneironaut“ erschienen, das elf Songs beinhaltet, die zum Träumen und Abschalten einladen.
Der Zuhörer wird bereits im ersten Song auf die kommende Platte eingestimmt: Parasympathikus ist ein instrumentaler Track, der Hall-Effekt und Synthesizer-Klänge klar in den Fokus rückt – beides typische Elemente für die Musik von Like Elephants. Anschließend folgt die etwas schnellere Nummer Hear The Summer die zwar auch ein langes Instrumental-Intro besitzt, aber dann doch Vocals, Schlagzeug und Gitarrenriffs stark werden lässt. Textwiederholungen und insgesamt ein zurückhaltender musikalischer Spannungsaufbau sorgen dafür, dass der Zuhörer weder besonders auf den Text noch auf musikalische Details achtet. Vielmehr genießt er die Stimmung, die die Musik erzeugt: Man möchte abschalten und seinen Gedanken Raum geben. Passend, wenn wir uns den Titel der Platte einmal genauer ansehen. „Oneironaut“ bedeutet nämlich etwa so viel wie „Traumreisender“. Das Wort setzt sich aus den griechischen Wörtern „oneiros“ (dt.: Traum) und „nautes“ (dt.: Seefahrer) zusammen.
Es folgt der Song Mesmerize, der im dazugehörigen Video ebenfalls die Themen Traum, Traumdeutung und Hypnose aufgreift. Der Track „Funeral“ ist hingegen seiner deutschen Übersetzung „Beerdigung“ ein ebenfalls positiv klingender Song. Das lange instrumentale Intro leitet über zu Gesangpassagen, die diesmal ein wenig entfernter klingen – als würden die Sänger aus veränderter Perspektive zu uns sprechen. Ganz anders hört sich dagegen die Nummer „Red Socks Penguin“ an, in der die Musiker beweisen, dass sie über ganz unterschiedliche Themen singen können. War gerade noch die Rede von Hypnose oder Beerdigung, geht es nun um einen Pinguin als Protagonisten. Dabei wird dem Zuhörer jedoch immer Raum für Interpretationen eingeräumt. Er soll auch textlich die Möglichkeit haben, eigene Ideen zu verfolgen und sich von der eigenen Fantasie inspirieren und treiben lassen. Der Titel „One Of Us“ erinnert zwar eher an eine schnellere Pop-Nummer, bleibt dem Stil der Band im Großen und Ganzen jedoch treu. Ganz ähnlich begegnet uns auch Forest.
Der Titel Daydream, besitzt eine starke melodiöse Linie, die im Gehör bleibt und damit Wiedererkennugswert schafft. Ein Titel, bei dem anfangs ein wenig mitgesummt und mitgewippt werden kann, bis er etwa bei der Hälfte seine Stimmung verändert. Ähnlich, wie wir es bei Gedankenspielen selbst erleben: Man geht Situationen noch einmal im Kopf durch, erlebt Momente erneut und kommt an Punkte, bei denen Einsicht und Erkenntnis auf einen warten und damit die Emotionen bestimmen. Wenn dann die größten Theorien und längsten Überlegungen allerdings auch zu keinem Ziel führen, hilft vielleicht nur noch Weglaufen, was uns der folgende Titel „Run away“ vielleicht sagen möchte. Im vorletzten Song „Follow Me“ wird wieder die instrumentale Seite der Band stark gemacht und gezeigt, wie positiv und energiegeladen Synthesizer und Co. klingen können. Den Abschluss des Albums bildet der Song Wake Up, der zunächst leise, mystisch und dunkel beginnt. Nach und nach fügen sich verschiedene instrumentale Klänge mit ein, bis schließlich der Gesang einsetzt. Diesmal viel deutlicher und verständlicher. Der Zuhörer wird auf das Ende der Platte eingestimmt. Die verträumte Stimmung soll ein Ende finden, damit der Realität wieder Platz gemacht werden kann. Aber nur solange, bis man mit „Oneironaut“ dem Alltag wieder ein bisschen entfliehen möchte.

ENTSPANNTE PLATTE MIT KONZEPT
Für Fans von verträumter, entspannter Indie-Pop-Musik ist das Debüt-Album von Like Elephants ein toller Geheimtipp. Für ein größeres Relaxing-Gefühl kann Musik kaum sorgen. Die textlichen Wiederholungen und der zurückhaltende Spannungsaufbau lassen den Zuhörer bereits nach wenigen Takten abschalten und träumen. Gleichzeitig ist das allerdings auch ein kleiner Kritikpunkt. Schnell wirkt die Musik einfach und bietet dem Zuhörer wenig Höhepunkte. Wer auf schnelle Beats und abwechslungsreiche Klänge steht, wird sich bei der Platte von Like Elephants vermutlich ein wenig langweilen. Für eine kleine Auszeit vom Alltag ist das Debütalbum jedoch perfekt geeignet.
Was zusätzlich positiv auffällt, ist das Gesamtkonzept, das die Band bei ihrem Album verfolgt. Dieses beginnt bereits bei der Wahl des Covers, das einen verschwommenen Platz in einem Wald zeigt. Als Abbild einer Tagträumerin dient dabei die farblose Silhouette einer Frau in der Mitte des Bildes. Alle Titel erinnern an die Themen Träumerei, Natur und Leben im allgemeinen Sinn. Genauso wie es in den beiden bisher erschienen Videos zu den Songs „Forest“ und „Mesmerize“ der Fall ist. Dass das Album bei der Abfolge der Titel schließlich auch noch eine eigene Geschichte entwirft, die Ende und Anfang der Traumreise bildet, macht das Album noch ein Stückchen liebenswerter.
Claudia Niedermeier /  4,3/5

 

planet.tt Magazin
Nach der tollen EP im Vorjahr legt die oberösterreichische Band nun ihr Debutalbum vor. Wieder paaren sich hallgetränkte Gitarren mit flächigen Synths, treibenden Beats und melancholischen, ebenfalls in Hall getunkten Gesangsmelodien. Die vermutlich besten österreichischen Vertreter des Genres Dream-Pop. FM4 featurt die Band seit Anbeginn an, mit Noise Appeal haben sie eines der credabilsten Labels des Landes im Rücken, welches ihr Album auch in schwerem, weißem Vinyl veröffentlicht.

Blueprint-Fanzine
(so) Schon mit dem instrumentalen Opener machen die Österreicher klar, wo die Reise hin geht: auf einen leicht psychedelischen Trip Richtung Selbst. Insofern ist der Titel des Albums hier absolut Programm: Oneironaut, was so viel wie Traumreisender bedeutet. Vielmehr gibt es eigentlich auch gar nicht zu sagen: jede Menge Hall, jede Menge flächige Sounds und leicht hymnische Stimmen. Nett, aber mehr auch nicht. (5)

mica.at
Die Band LIKE ELEPHANTS veröffentlicht am 7. April 2016 ihr erstes Album „Oneironaut“ (Noise Appeal Records). 2015 erschien bereits ihre EP „Home“, im selben Jahr begann die Ausstrahlung ihrer Single „Child Of Love“ auf dem Radiosender FM4.
Gegründet wurde die oberösterreichische Gruppe im Februar 2014 von Viktor Koch (Gesang, Gitarre), Christian Luger (Schlagzeug), Martin Wührer (Gitarre) und Roland Gugerbauer (Bass). Kurz nach der Entstehung nahm die Band ein weiteres Mitglied auf, nämlich Manuel Hauer (Synthesizer). Zusammen kreieren sie atmosphärische, traumhafte Klänge, die manchmal schon fast surreal wirken. Die Melodien oszillieren zwischen Lebensfreude und Melancholie, verbreiten manchmal schon fast Aufbruchsstimmung, sind aber gleich darauf wieder völlig in sich selbst versunken.
Musik, die das Träumen lehrt
Das Album wird von einem Klangteppich eingeleitet. Gleich darauf kommt „Hear The Summer“, ein Track, der den ZuhörerInnen das Gefühl verleiht, im Sommer auf einer Waldlichtung die Mücken in der Sonne tanzen zu sehen. Like Elephants zeichnet sich in ihrem Sound vor allem durch die Farbenpracht und malerischen Teppiche aus Tönen aus. Der Synthesizer entfaltet seine volle Wirkung und verbindet sich mit den Gitarren, den soften, unaufdringlichen Drums und der Stimme zu einem großen Ganzen. Das Album ist durchzogen von diesen Klängen und Atmosphären, die sich ständig verändern und variieren, mal tanzen und mal schweben. Die Stimme ist immer mit einem Hall belegt, was die Stimmung verstärkt.
Die Lyrics sind auf dem Album nur manchmal zu verstehen – was aber völlig in Ordnung ist, da es beim Träumen und In-sich-versunken-Sein nur stören würde, wenn man auf den Text achten müsste. Die Musik, die Like Elephants macht, richtet sich nach keiner Jahreszeit – egal ob Winter oder Sommer, der Sound passt immer. Die Melodien haben einen wunderbaren Flow, vor allem das Schlusslied des Albums „Wake Up“ ist so wunderschön nostalgisch-hoffnungsvoll, dass man nicht aufwachen möchte, wenn das Album zu Ende ist.
„Oneironaut“ wird am 12. April 2016 im Rahmen einer Release-Party im B72 in Wien präsentiert. (Antonia Seierl)

music-scan.de
Einem Elefanten würde ich per se erst einmal nicht die Attribute “leicht, luftig, locker, atmosphärisch” zuweisen. Dafür kommen die berüsselten Dickhäuter doch in den allermeisten Fällen zu plump und brutal daher. Allerdings können Elefanten wohl auch sehr sensibel und feinfühlig zu Werke gehen. Insofern ist der Bandname von LIKE ELEPHANTS schon weise gewählt, denn auch die Musik auf “Oneironaut” ist mit obigen Attributen schon sehr gut umschrieben. Überraschend an diesem Album sind für mich vor allem zwei Aspekte: Erstens handelt es sich noch um vergleichsweise junge Musiker, wenn in diesem Album auch die Arbeit von fünf Jahren steckt. Letzteres hört man auch, denn “Oneironaut” besticht durch ausgefeilte Songs, die wie aus einem Guß wirken. Trotzdem ist die Musik von LIKE ELEPHANTS eben eine, die man jungen Musikern fast nicht zutrauen würde. Zweitens hat man es zwar mit noch jungen Musikern zu tun, die sich aber der Verantwortung der Musikgeschichte durchaus bewußt scheinen. Für den einen ist dies eine Last, LIKE ELEPHANTS machen das Beste daraus. So kommt es, daß mich “Oneironaut” das eine ums andere Mal schwer an Joy Division erinnert. Zwar kommt die Musik hier nicht ganz so hoffnungslos daher, aber von der melancholisch-traurigen Atmosphäre her, gibt es mehr als nur ein paar Parallelen. Was mich hingegen stört, ist die Eintönigkeit, die sich breit macht, wenn man darauf wartet, daß LIKE ELEPHANTS hier und dort mal ein paar Ecken und Kanten an den Tag legen. Darauf wartet man vergebens. Immerhin halten sie die einmal eingeschlagene Richtung stringent und konsequent bis zum Ende durch. Wer an kalten aber sonnigen Tagen ein wenig Träumen möchte und einen Hang zur Melancholie aufweist…hier hat er den perfekten Soundtrack dazu. (Daniel, 7,5/10)

Rhein Main Magazin 10/2016
Verträumte und atmosphärische Pop-Melodien prägen den Sound der Band „Like Elephants“ aus Oberösterreich. Ihre Songs vermitteln Stimmungsbilder, welche von Lebensfreude und Euphorie bis hin zu Verträumtheit und Melancholie reichen. Den Musikstil von Like Elephants klar zu definieren fällt schwer.Ständig werden unterschiedlichste Einflüsse erkennbar, wobei aber eine Verknüpfung zum new wave/post punk der 1980er Jahre am deutlichsten auffällt. Schlussendlich wird man sich darauf einigen können, dass es sich hier um eine Indie- bzw. Dream Pop-Band handelt. 5 Alben 

unter-ton.de
Auch bei Like Elephants wäre derjenige ein Schuft, der böses denkt, wenn er sich das Debüt “Oneironaut” einverleibt. Extrem verträumt geht es bei den Österreichern ebenfalls zu, allerdings lebt die Band aus dem beschaulichen Grieskirchen ihre Liebe für simple Popmelodien, die sie mit jeder Menge Hall-Effekten unterlegen, derart radikal und stringent aus, dass sie eine sehr geniale Weiterführung dessen ist, was beispielsweise Gruppen wie Washed Out oder The Pains Of Being Pure At Heart bereits zu formulieren versuchten. Hört man sich “Red Socks Penguin” an, wird die Idee bei Like Elephants schnell klar: Solche Stücke würden auch mit trockenen Beats und geradlinigen Gitarren funktionieren – als gut gelaunter Inide-Pop-Song, der aber vielleicht zu beliebig klänge. Der massive Effekteinsatz bei Gesang und Musik bewirkt einen surrealen, träumerischen Effekt und verortet das Stück in einen ganz eigenen Kosmos. Like Elephants balancieren ihre Kompositionen zwischen Traumwelt und Realität aus, sodass “Oneironaut” wie eine Seifenblase durch die Luft schwebt: schwer greifbar, aber voller Anmut und Zerbrechlichkeit. Ja, es ist Dream Pop. Und ja, sie könnten eine weitere Gruppe des renommierten 4AD-Labels sein. Aber am Ende des Tages ist es dann egal, wie sehr sich (Pop)Geschichte wiederholt. Man möchte einfach mit den Echo-Gitarrenn, den sanft anschiebenden Basslinien und dem leicht verklärten Gesang diese Halbschlaf-Welt nicht mehr verlassen. Doch auch Like Elephants wissen, dass ein Ende unumgänglich. Und schöner als mit einem sanften “Wake Up” können uns die Musiker nicht in die Realität entlassen.

wltu-music.de

Sphärisch läuten LIKE ELEPHANTS ihr Album ein und der Reverb-Knopf wird im Laufe der elf Songs auch nicht großartig gedreht. Den Stil würde ich beinahe als Dreampop bezeichnen, denn BEACH HOUSE oder CORREATOWN klingen an. Das Album mutet manchmal an, als ob es direkt aus den Achtzigern kommt, die TRIFFIDS höre ich jedenfalls auch raus. Sei’s drum, es gibt jedenfalls gute Gründe sich LIKE ELEPHANTS mit ihren Wohlklängen mal auf den Plattenteller zu legen. Ich fand anfangs, dass das Album echt zu viel pop-appeal hat, aber wenn man gerade Bock auf Dreampop hat, dann sind LIKE ELEPHANTS aus Österricht eine Bank. (7) ThEb

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Bloß hellwach auf der Matratze liegend an der Traumlandschaft kratzen, wie Der Nino aus Wien das Künstlerdasein im Song Es Geht Immer ums Vollenden beschrieb, müssen die fünf Dream Pop-Mittzwanziger von Like Elephants aus dem oberösterreichischen Grieskirchen schon länger nicht mehr. Mit wachsendem Erfolg hieven sie ihre Träume nun schon auf große heimische Bühnen, schafften es ins Festivalprogramm des Wiener Popfests und des Ahoi! Pop Festivals in Linz, packten ihre Träume in ein Konzeptalbum und leben sie. Oneironaut – „Traumseefahrer“, ist das Debüt- und Konzeptalbum betitelt und diesem Luzidtraum-Konzept folgen die Songstimmungen und die Texte, bis hin zu Liedtiteln und Albumcover. Like Elephants erschaffen sich auf Oneironaut ihre eigene Welt. Ein Album wieder als Reise und als Gesamtkunstwerk genießen – eine Wohltat im heutigen schnelllebigen Musikdownloadzeitalter. Nach einem kurzen Instrumentalstück mit anschwellendem, flirrendem Synthesizer als Opener hört man in Hear the Summer erstmals die ganze Band. Die fünfköpfigen Like Elephants setzen, ähnlich wie die New Wave/Dream Pop Band The Wake aus den 80ern, ebenfalls auf flächige Synthesizer, hallende Gitarren und eine unterkühlte Verträumtheit. Die hallgetränkten Vocals sind in typischer Shoegaze-Manier low im Mix und schweben mit der Musik in der Melancholie-Wolke. Like Elephants sind also nicht nur von modernem Dream Pop, sondern, wie sie selbst betonen, auch stark vom New Wave und Shoegaze beeinflusst. Neben Hall- wurden auch Echo- und Choruseffekte bei der Produktion großgeschrieben. Man klingt auch ein wenig wie eine vom weiten Synthesizermeer wunderbar verwaschene Version der Beach Fossils. In Red Socks Penguin schillern beide Gitarren in hallender Harmonie. Wie in vielen Songs des Albums werden auf der Gitarre Akkordzerlegungsmuster wiederholt, sodass die Noten, die auf die Betonungen des Taktes fallen, wechseln und wiederkehren, bis der Hörer in einen hypnotischen Traumzustand verfallen ist. Der dadurch extrem lose Song wird in den Strophen von der in Franz Ferdinand-Manier streng im Takt marschierenden Maschinerie aus Bass und Schlagzeug zusammengehalten. Wie bei so vielen Dream Pop und Shoegaze Bands sind Träume und das Abtauchen auch dominierendes Thema in den Texten und bilden so mit der Musik eine entrückte Einheit. „Is this a daydream?“ fragt man sich in Daydream und malt die Szenerie aus („we walk to the riverside of love“). Die Texte sind also weitaus überlegter als bloß funktionserfüllend mit der Musik dahinschwebend. In Forest stand der Text sogar vor der Musik am Papier. „here I am so small / but I can feel so tall“ heißt es in der ersten Singleauskoppelung – die Inspiration überkam Sänger Viktor Koch umringt von himmelhohen Bäumen im Wald. Der letzte Track Wake Up schwemmt den traumversunkenen Hörer zurück ans Ufer der Realität. Und es war ein wunderbarer Traum. Oneironaut ist ein sehr eigenständiges Debüt und wirkt trotz der vielen Effekte nicht überfrachtet. Und österreichischer Dream Pop – neben den shoegazelastigeren Wienern von Snoww Crystal und den moderneren Träumern von Contrails – eher eine Ausnahmeerscheinung. Auch daher bleibt zu wünschen dass die aus Grieskirchen verträumt in die weite Welt stampfenden Elefanten ihren Weg konsequent weiterstampfen. Musik für Tagträumer und alle, die es noch werden wollen.