The Striggles – Cold Song / noise22

The Striggles – Cold Song / noise22

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FORMAT
10″

STATUS
available

RUNNINGTIME
8 min. 44 sec.

TRACKLIST
01 cold song (henry purcell)
02 wauwaus (nina hagen)
03 je te veux (eric satie)

PRESSING INFORMATION
300 made

RELEASE DATE
16.06. 2010

falter
Die Grazer Krawallbrüder The Striggles haben ebenfalls eine schmucke Ten-Inch-EP veröffentlicht. “Cold Case” (Noise Appeal) überrascht mit drei aussergewöhnlichen Coverversiobeb (Klaus Nomi, Nina Hagen, Eric Satie), gespielt als undogmatischer Noiserock, der mit dem Wahnsinn flirtet, gleichzeitig aber ein schelmisches Grinsen im Gesucht trägt.

Megaphone (Platte des Monates)
Die drei Stücke haben es in sich: The Striggles, ein grazer Quartett, das bislang an der subtilen Dekonstruktion von Hardcore und Blues gearbeitet hat, gehen diesmal noch eine Spur konzeptioneller an. Und werden dabei noch besser. Gut, es sind Coverversionen, die Umsetzung allerdings ist nicht nur originär und kunstvoll, obendrein gilt: Jeder Song ist ein eigenes, stilistisches Biotop, die Striggles legen sich als Striggles über die Stücke, nein, sie erfinden sich für jedes beinahe schon neu. UrheberInnen der Coverversionen sind Henry Prucell, Nina Hagen und Erik Satie. Der “Cold Song” von Purcell stammt aus seiner Oper “King Arthur”, die Ende des 17. Jahrhunderts entstanden ist. Eventuell kennt man den “Cold Song” auch in der Version von Klaus Nomi. Messerscharfe Riff, warm-brutzelnde Gutarrenwände, eine Arie für den Avantrock-Freund. “Wau Wau” von Nina Hagen wird gnadenlos in Hardcore-Manier eingeprügelt, die feinen Zwischentöne machens aus. Zu guter letzt noch der Satie, sein Stück “Je Te Veux”, ursprünglich ein langsamer Walzer, und ja, auch schwofen können sie, die Striggles. Das Cover stammt vom deutschen Grafiker und Künstler Matthias Picket, es steht den Songs um nichts nach.

Kapuzine
Noch bevor die Striggles inder KAPU einen Ton spielten, dachte ich mir: “Verdammt hässliche Band – die können nur gut sein”. Und meine Bauernschläue trügte mich nicht, denn sie knallten einem eine Stunde lang den irrwitzigsten, kreativsten Noiserock um die Ohren und beendeten ihn mit dem fulminanten “Cold”-Song als Zugabe (einer über 300 Jahre alten Coverversion aus Henry Purcell’s Oper “King Arthur”). Jetzt gibts diesen Song mit zwei anderen, Wau Wau von Nina Hagen und Je Te Veux von Erik Satie auf 10″Inch. Wer nach jahrhundertealten Kompositionen dig’t – sie so freakig und dreckig umsetzt, und wenn man den Coldsong gesangsmässig so dahebt, dass Klaus Nomi im Grab noch aufhören würde, dann hat man alle Daumen nach oben verdient. Außerdem wenn ein alter Hip-Hop-Sack wie ich sein erstes Review schreibt, nur um diese Scheibe zu ergattern, sagt das ja auch schon so einiges. Laima