
FORMAT
noise239, CD
noise240, LP
STATUS
available
RUNNINGTIME
39 min. 40 sec.
TRACKLIST LP
A1 Survival Diary pt.2
A2 Minus Man
A3 Ghost in a Machine
A4 Aura Nera (FAZO666FAZO Version)
A5 Snake Charmer
B1 White Line Fever
B2 I will be gone
B3 No Life in Outer Space
B4 Mater Insomania
B5 Aura Nera (Dantes Inferno Version)
PRESSING INFORMATION
300 copies LP, 180g black vinyl, printed innersleeve, pantone color, DL Codes included
TRACKLIST CD
01 Survival Diary pt.2
02 Minus Man
03 Ghost in a Machine
04 Aura Nera (FAZO666FAZO Version)
05 Snake Charmer
06 White Line Fever
07 I will be gone
08 No Life in Outer Space
09 Mater Insomania
10 Aura Nera (Dantes Inferno Version)
PRESSING INFORMATION
300 copies, 6-pages-digipak
RELEASE DATE
27.03. 2026
supported by SKE
The Gap #215
Die Weltuntergangsuhr steht auf 85 Sekunden vor zwölf. Genau für dieses Gefühl von Dread scheint Christian Fetish aka Christian Fuchs, FM4-Urgestein und ehemaliger Frontman der Gruppe Fetish 69, einen Soundtrack entworfen zu haben. »Aura Nera« setzt an zu einem fiebrigen Roadtrip an Orte der Verrohung. Vor dem inneren Auge breitet sich eine dystopische, in dichte Nebelschwaden gehüllte Landschaft aus, voll von Rauch, Benzingeruch und dem Gefühl, dass etwas Unheilsames in der Luft liegt. »Ghost in a Machine« und der Titelsong zeichnen eine Welt voller Dunkelheit: »There’s a hell / You can’t ignore it.« Das besungene Unheil ist kein klar umrissener Gegner, sondern eine unsichtbare Bedrohung. Wie ein Schatten im Nebel, etwas, das sich nicht vertreiben lässt. Wer »Twin Peaks« gesehen hat, kennt diese Form des Bösen: di us, allgegenwärtig – und oft dort auftauchend, wo Menschen am verletzlichsten sind. Mechanisch und kalt
Nicht nur das abstrakte Böse wird hier verhandelt. Das Album bewegt sich auch zwischen Erschöpfung, Nihilismus und Angst. In »Survival Diary Pt. 2« und »Minus Man« beschreibt Fuchs ein Feststecken: in Partys, Wohnungen, Gedanken. »Mother Insomnia« wirkt hingegen wie ein Protokoll seiner innersten Gedanken bei Schlaflosigkeit. Musikalisch pendelt der Langspieler zwischen postpunkigem Pessimismus (»No Life in Outer Space«), leidenschaftlichem Roadmovie-Rock (»White Line Fever «) und hypnotisch-romantischem Industrial (»Snake Charmer«). Dabei fühlt sich »Aura Nera« wie eine nächtliche Fahrt ohne Ziel an – mechanisch und kalt rollt der Langspieler dahin, Scheinwerfer schneiden durch den Nebel. Im Depeche-Mode-haft minimalistischen »I Will Be Gone« öffnet sich das Album dann in Richtung Postapokalypse: brennende Welten, fliehende Massen, die Katastrophe. Und doch ist es ausgerechnet dieser Song, der einen schaurig schönen Kern freilegt und den Nebel kurz lichtet. Denn selbst im Angesicht des Weltuntergangs bleibt ein Gedanke bestehen – jener an einen anderen Menschen: »Somewhere out there I’ll be thinking of you.« (Selma Hörmann)
Wäre „Aura Nera“ ein Lebensmittel, wurde auf dem Beipackzettel stehen: „Kann Spuren von FETISH69, TOXIC LOUNGE, BUNNY LAKE und BLACK PALMS ORCHESTRA enthalten!“. Christian Fuchs ist seines Zeichens Journalist und Radio-Redakteur bei FM4 in Österreich und nebenbei ein ausgewiesener Experte für „abseitige“ Filmkunst. Musikalisch ist er ebenso sehr umtriebig und war bzw. ist bei den Eingangs aufgezählten Bands & Projekten aktiv, wie auch noch bei BLOW, DER SCHEITEL, NEIGUNGSGRUPPE SEX GEWALT & GUTE LAUNE und DIE BUBEN IM PELZ. Mit all diesen verschiedenen Formationen deckte er seit Anfang der 90er Jahre ein wildes Spektrum zwischen Metal Core, Noise Rock, Industrial, Trip Hop, Pop und Mundartfolklore ab. Teile davon hatte ich auch mit BLACK über die Jahre journalistisch begleitet, aber nach dem Ende von BUNNY LAKE habe ich das alles leider etwas aus den Augen wie Ohren verloren. Mit „Aura Nera“ und als Christian Fetish besinnt er sich nach einer Schreibblockade jetzt wieder auf seine Wurzeln und das ist der Industrial Rock der Reznorischen Prägung, den er mit diversen anderen Einflüssen dezent wie äußerst stimmig vermischt. Obwohl „Aura Nera“ als sein Solo-Album ausgeschrieben ist, holte er sich bei 9 der insgesamt 10 Tracks gesangliche Unterstützung. Dieser vocalistische Beistand im Stile der legendären Duette von Serge Gainsbourg oder Lee Haszlewood kommt im einzelnen dann von Sonja Maier (BAITS), Berit Gilma (DER KLEINE TOD), Medina Rekic (WHITE MILES), Dead Richy Gein (BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE) und zum Ausklang gibt es sogar noch gesprochene Worte von Mark Benecke, Deutschlands bekanntestem Kriminalbiologen und Hobbygrufti. Ebenso hochkarätig war sein Team im Studio, bestehend aus Produzent Bernd Heinrauch, seinem alten Band-Kollegen Christof Baumgartner und Medina Rekic an Bass und Gitarre + die beiden SOFA SURFER’s Wolfgang Schlögl und Wolfgang Frisch. Gemeinsam entwerfen sie ein modernes apokalyptisches Sittenbild im Geiste von Dantes Inferno, das eine persönliche Krise von Christian Fuchs aufarbeitet und gleichzeitig irgendwie auch die aktuelle Weltlage reflektiert! Er trägt dabei wieder Schwarz und Lederhandschuhe, lässt das Trockeneis zischen, wie faucht dämonisch über mechanisch ratternden Electronic-Rhythmen und schreddernden Strom-Gitarren. All diese Industrial Metal-Grinder, Witch House-Reminesenzen, Neo Gothic Bangern, aufpeitschenden After Show-Hymnen und düsterem Trip Noir Chansons eint eine manisch depressive Text-Euphorie, die vor allem durch die selbstbewusst stark auftretenden Frauen getragen wird. Schon lange war der Sound von Christian Fuchs bzw. Fetish nicht mehr so ausbalanciert, atmosphärisch dicht, schlüssig, zupackend und einnehmend, wie auf „Aura Nera“ und damit haben wir es endlich, mein erstes Album des Jahres 2026! (Marco Fiebag)
DEADLINE Magazin
Christian Fuchs war hier mehrfach schon Thema, nicht nur als Filmkritiker von FM4, sondern vor allem als ambitionierter Musiker dunkler Klänge mit Die Buben Im Pelz und Black Palms Orchestra. Inspiriert vom Gothic-Revival in Los Angeles hat er sich nun auf seine früheren Wurzeln zurückbesonnen und belebt mit dem Album AURA NERA (Noise Appeal Records) von CHRISTIAN FETISH seine Industrial-Metal-Band Fetish 69 quasi neu. Begeben wir uns also schamlos auf eine Reise zurück in die wilden 90er.
Ich war damals Gothic-DJ und trug schwarze Dreads. AURA NERA hätte ich definitiv aufgelegt damals in den kleinen und großen Clubs, die ich bespielte. Zwischen MINISTRY, NINE INCH NAILS und MARILYN MANSON hätte das gut gepasst. Bösartig gezerrte Vocals, Weltschmerz in den Lyrics, Heavy-Gitarren und kalt hämmernde Elektrobeats lösen die Raum-Zeit-Barriere wohlgefällig auf. „Snake Charmer” hätte damals die Crowd begeistert.
Gelegentliche Frauenstimmen von Medina Rekic und Berit Gilma schaffen einen Popappeal, der nach Großem strebt. Ja, das würde in einen Hollywoodblockbuster passen, direkt im Abspann von JOHN WICK. Im Frühjahr 2026 kann man die Band um Christian Fuchs auch live erleben. Dann sollte das Album auch überall erhältlich sein. (Dr. Marcus Stiglegger)
Slam Magazin #144
Direkt aus dem zweiten Höllenkreis von Dantes „Inferno” hat sich das österreichische Dunkel-Urgestein Christian Fuchs alias CHRISTIAN FETISH bedient, um verschiedene Fäden wieder aufzunehmen. Nach Jahren in anderen Projekten nähert er sich auf „Aura Nera” wieder seinen Anfängen mit den legendären FETISH 69 an, Industrial, Rock und Gothic der 1990er bestimmen das Geschehen auf dem Soloalbum. Wobei „Solo” hier relativ zu sehen ist, Fuchs bekommt auf faktisch jedem Track hochkarätige Unterstützung von namhaften Gästen: BAITS-Sängerin Sonja legt in „Minus Man” ihr großartiges Organ über eine Zwiespalt aus Gitarren und Elektronik, in gleich zwei Tracks gibt sich Berit Gilma ein Industrial-Pop-Stell-dichein und mit Richy Gein von den BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE wird „No Life In Outer Space” ein noch besseres Post-Punk-Gewusel. Dazwischen gibt’s auch Future Pop-Anleihen mit Medina Rekic (ehemals WHITE MILES) und richtig schön oldschooligen Industrial auf die Ohren, „Aura Nera” macht immens viele Fässer auf, ohne sich zwischen ihnen zu verzetteln. Es entspinnt sich nach und nach ein roter Faden, die Songs wachsen zu einer Sinnsuche zwischen kosmischem Pessimismus, persönlichen Problemen und gesellschaftlichen Fragen zusammen. Wer schon immer Fan von FETISH 69 war, kann hier blind zugreifen, aber auch allen anderen Freunden genannten Stils sei „Aura Nera” sehr ans dunkle Herz gelegt. (Bernhard Kleinbruckner, Hightlight der Ausgabe)
The dark electronic underground has always been a space where personal demons meet industrial-strength machinery, and few artists understand this intersection better than Christian Fuchs. Whether you know him from the abrasive industrial-metal legacy of Fetish 69, the electro-pop glitter of Bunny Lake, or the cinematic lounge of Black Palms Orchestra, Fuchs has spent decades shaping the Austrian alternative scene. In 2026, he returns to his roots under the moniker Christian Fetish with Aura Nera, an album that feels like a dense, tangible black air exhaled directly from the existential abyss. Inspired by the harrowing descent of Dante’s Inferno and the cosmic pessimism of philosopher Eugene Thacker, Aura Nera is far more than a nostalgia trip. It’s a high-stakes deconstruction of the artist’s own past, woven into the decaying fabric of our modern era. Between dark industrial-pop, razor-sharp guitars, and pulsing electronics, Fuchs has created what I can only describe as a feverish road movie for the ears. If you’ve been tracking the lineage of Nine Inch Nails, Ministry, Godflesh, or the modern coldwave precision of Boy Harsher, this record needs to be at the top of your must-buy vinyl list. Before we even get to the gear and the grooves, we have to talk about the weight this record carries. Aura Nera is a thematic manifesto. Fuchs explores the intersections of a profound personal crisis and the broader societal decay we see on the news every night. There is a sense of cosmic pessimism here, the idea that the universe is indifferent to our suffering, which gives the record a chillingly objective perspective.
The album explores themes of descent, the search for meaning in a crumbling world, and the confrontation with one’s own history. It’s a record about looking into the void and realizing the void is looking back with a familiar face. With high-profile collaborators like Berit Gilma, Sonja Maier, and even the renowned forensic biologist Dr. Mark Benecke adding their unique flavors, the album becomes a collaborative study of the human condition in its most vulnerable and blackened state. At the center of this storm is a powerful, soulful, and incredibly passionate vocal performance. Fuchs has always known how to command a track, but on Aura Nera, there is an added layer of grit and raw emotion that feels earned. He provides more than enough aggression to satisfy the industrial purists, yet there’s a melodic sensibility that keeps the pop in industrial-pop alive. The vocals guide the listener through the dense electronic fog. Whether he is whispering an intimate confession or delivering a high, distorted anthem, the delivery is consistently beautiful. It’s a vocal performance resembling being dragged through the dirt but still reaching for the stars, capturing that perfect balance of strength and vulnerability. The incredible synergy between its electronic and organic elements makes Aura Nera such a standout release in the current industrial / darkwave landscape. We are talking about a combination of lush synth sequences, harmonies, melodies, and atmospheric pads that provide a wide-screen, cinematic backdrop. These are sonic maneuvers that show a deep understanding of electronic composition.
These lush electronic layers perfectly suit the heavily distorted guitar riffs. The guitars on this record are biting, reminiscent of the mid-90s industrial-metal era but polished with a modern, coldwave sheen. The way the synths wrap around the abrasive guitar work creates a suffocating and strangely inviting wall of sound. It’s a dense, textured approach to production that makes the black air of the title feel almost physical. To keep this descent from becoming a chaotic mess, you need a rhythm section that hits like a sledgehammer. The basslines offer an incredible amount of clarity, depth, and heaviness. They do the heavy lifting of binding the electronic elements and the distorted guitars together, creating a unified front. The bass adds a layer of groove that is essential for the road movie vibe of the record. The perfectly programmed electronic beats complement those low ends. We aren’t just dealing with a standard 4/4 kick-snare combo here. The album is filled with complex breaks, fills, and other percussive acrobatics that keep the listener on their toes. These beats dictate the pace and the urgency of the release, moving from slow, brooding darkwave pulses to high-velocity industrial attacks. The percussion is crisp, modern, and adds a layer of ear candy that makes the album even more appealing to those who appreciate detailed production work. Aura Nera is a profound return to form for Christian Fuchs. It’s an album that deconstructs the past to build something terrifyingly new. He delivered what I consider to be a true masterpiece of the genre.
This is a must-have vinyl record for anyone who profoundly loves industrial, coldwave, and electronic music with a soul. It’s an intense, rewarding, and deeply personal soundtrack for the existential abyss we all navigate. Don’t sleep on this one, because it’s the record that stays with you long after the final electronic pulse has faded.
OX Fanzine #185
Kürzlich wurde beim Label Noise Appeal „Purge“ von FETISH 69 aus dem Jahr 1996 neu aufgelegt, die in den 1990ern zu den österreichischen Pionieren in Sachen Industrial Rock/Metal gehörten. Der brachiale Industrial Rock von FETISH 69 im Fahrwasser von Leitfiguren wie MINISTRY und NINE INCH NAILS erwies sich als gut gealtert, da die Band schon früh eine ziemlich klare Vision bezüglich ihrer Soundästhetik hatte. Nach dem letzten Album „Atomized“ von 2003, auf dem sich FETISH 69 elektronischer und ohne plakative Rockgitarren präsentierten, verlor ich das Schaffen des weiterhin musikalisch aktiven Frontmanns Christian Fetish/Fuchs allerdings aus den Augen, der sich danach auch journalistisch im Bereich Film einen Namen machen konnte und in letzter Zeit zweimal zum abseitigen Filmtalk zusammen mit Jörg Buttgereit ins Schauspiel Köln lud. Jetzt erschien bei Noise Appeal auch ein neues Album unter seinem Namen mit zahlreichen Gästen wie Sonja Maier von den BAITS oder Mark Benecke. Man kann es durchaus als etwas cheesy empfinden, wie Fuchs hier den Industrial Rock seiner alten Band in einen perfekt produzierten, düsteren Lack & Leder-Gothic-Pop übersetzt hat (Orkus!-Leser wissen mehr …). Ähnlich wie FETISH 69 empfinde ich aber auch diese von Dante Alighieris „Inferno“ inspirierte modernisierte Form von Industrial Rock erstaunlich faszinierend und unterhaltsam, zumal Fuchs hier überwiegend mit äußerst originellen Soundideen aufwartet. (Thomas Kerpen, 8/10)
Falter 13/2026
Das Düstere und Abseitige, Horror und Devianz sind die Steckenpferde des österreichischen Musik- und Filmnerds Christian Fuchs. Seit den 1980ern hat er mit Bandprojekten wie Fetish 69, Toxic Lounge oder Die Buben im Pelz zwischen Lärm und Pop ein weites Feld beackert. Als Christian Fetish geht er es nun sehr elektronisch an und schwimmt im Fahrwasser der Nine Inch Nails. Der Sound ist stark. Und was Fuchs stimmlich fehlt, gleichen Gastsängerinnen aus. (SF)
Christian Fetish ist das aktuelle Projekt von Christian Fuchs, der schon in den 90er-Jahren mit Fetish 69 für einen kompromisslosen, industriell geprägten Sound stand. Nach vielen musikalischen Umwegen und Projekten wirkt „Aura Nera“ nicht wie ein nostalgisches Comeback, sondern eher wie eine bewusste Rückkehr zu etwas, das nie ganz verschwunden war. Nur ist der Blick heute ein anderer, reflektierterer, düsterer und deutlich konzeptueller. Das Album basiert lose auf philosophischen Ideen rund um existenzielle Bedeutungslosigkeit und eine eher pessimistische Weltsicht. Inspiriert unter anderem von Dante’s Inferno und den Gedanken von Eugene Thacker, kreist „Aura Nera“ immer wieder um die Frage, welchen Platz der Mensch überhaupt in einem gleichgültigen Universum hat. Das klingt theoretisch, wird hier aber nicht verkopft umgesetzt, sondern in eine sehr direkte, körperliche Klangsprache übersetzt.
Musikalisch knüpft das Album an die rohe Energie früherer Arbeiten an, ohne dabei alt zu wirken. Harte, teilweise fast mechanisch wirkende Gitarren treffen auf elektronische Elemente, die dem Ganzen eine kalte, industrielle Oberfläche geben. Gleichzeitig sorgt die Produktion dafür, dass alles druckvoll und modern klingt, ohne die Kanten abzuschleifen. Man merkt schnell, hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Wirkung. Songs wie „Survival Diary pt. 2“ eröffnen das Album mit einer angespannten, fast schon isolierten Stimmung. Der Track wirkt wie ein inneres Protokoll, das eher beobachtet als erklärt.
„Minus Man“ bringt anschließend eine deutlich konfrontativere Energie rein, gerade durch das Feature von Sonja Maier, und setzt sich spürbar mit zwischenmenschlichen Spannungen auseinander. Auch „No Life In Outer Space“ fällt auf, weil er diese düstere Grundidee des Albums fast schon ironisch zuspitzt und gleichzeitig musikalisch eine eigenwillige, leicht morbide Note bekommt. Hier leistet Richy von den Bloodsucking Zombies From Outer Space seinen Beitrag und verleiht dem Song einen gewissen Charme.
Was sich durch alle Songs zieht, ist dieses Gefühl von Kontrolle und gleichzeitigem Zerfall. Die Stücke sind klar aufgebaut, wirken aber nie vollständig stabil. Immer wieder kippen sie, werden lauter, roher oder unangenehm direkt. Dadurch entsteht eine Spannung, die das Album durchgehend trägt. Thematisch bleibt „Aura Nera“ konsequent dunkel, ohne sich in bloßer Schwere zu verlieren. Es geht um persönliche und gesellschaftliche Brüche, um Schlaflosigkeit, um den Blick zurück auf das eigene frühere Ich – aber ohne Verklärung. Stattdessen wirkt vieles wie eine bewusste Auseinandersetzung mit dem, was war, und dem, was davon übrig geblieben ist. Insgesamt ist „Aura Nera“ kein Album, das gefallen will. Es fordert Aufmerksamkeit und funktioniert am besten, wenn man sich wirklich darauf einlässt. Die einzelnen Songs, von „Survival Diary pt. 2“ über „Minus Man“ bis hin zu „No Life In Outer Space“, sind dabei weniger als einzelne Highlights gedacht, sondern als Teile eines größeren Gesamtbilds. Genau darin liegt die Stärke. Es ist ein dichtes, unbequemes Werk, das nicht versucht, Antworten zu geben, sondern eher den Zustand beschreibt, in dem viele Fragen offen bleiben.
Das Album bekommt ihr direkt bei Noise Appeal Records oder dem Plattenhändler eures Vertrauens. (Norman)