FORMAT
noise232, LP

STATUS
available

RUNNINGTIME
33 min. 26 sec.

TRACKLIST LP
A1 Plombenziaga
A2 Nirgends?
A3 Leitplankenkultur
A4 Gegenbiss
A5 What would doom do?
A6 Versottung
B1 Kabelranzen
B2 Endfrisur
B3 F.I.S.U.
B4 Bauernfeind
B5 Trockenhaubenhorizont
B6 Onduliert
B7 Momuri

PRESSING INFORMATION
200 copies LP, 180g vinyl, black, printed innersleeve, DL Codes included

RELEASE DATE
14.11. 2025

vinyl-keks.eu

Die Platte kam an, erstmal auspacken, aufmachen und auflegen. Eine Nummer fetzt nach der andren. Klare Haltung und viel Energie, so soll das sein. Man spürt direkt die Wut auf die Gesellschaft und den ganzen Einheitsbrei. Spießbürgertum und Nazis, geht’s scheissen, dringt da klar durch.
Die Platte klingt melodisch, hart, verständlich und sehr rotzig. Vor allem der Gesang auf deutsch macht schon einiges her. Titel wie „Plombenziaga“ als ersten Track auf einer Platte muss man auch erst mal machen. Das Album-Cover wurde passend zu den anderen Veröffentlichungen in einem ähnlichen Stil gestaltet. Die Fotos auf Cover, Rückseite und Inlay sprechen die selbe Sprache. Dies hat einen gewissen Wiedererkennungswert. Anspieltipps sind für mich ganz klar diese hier: Plombenziaga, Bauernfeind, Trockenhaubenhorizont, Onduliert
Fast alle Titel stechen durch ihre kreative Benennung heraus. Dies macht es interessant weiterzuhören und die aufgedruckten Songtexte mitzulesen und somit vollstes Verständnis für jeden Song zuhaben. Aufgenommen und abgemischt wurde das Album von Tom Zwanzger im S.T.R.E.S.S. Studio, in Graz Winter 2024/25. Gemastert in der North London Bomb Factory von Daniel Hajji Husayn. Das Album erschien bei Noise Appeal Records. Noise Appeal Records ist ein seit 2003 unabhängiges Plattenlabel mit Sitz in Wien. Es ist somit eines der am längsten agierenden Independent-Labels Österreich. Kaufen kann man das neue Album der Dim Prospects über ihre Label-Seite https://store.noiseappeal.com/shop/music/dim-prospects-abscheu-und-neugier … Ein Paar Songs sind auch auf den Musik-Streaming-Portalen Deezer oder Spotify vertreten. Alles in Allem ein gelungenes Punkrock-Album. Weitermachen lohnt sich!

Visions 11/2025

Zurück zu den Wurzeln: Din Prospects sind wieder zu fünft und singer wieder auf Deutsch. Sie klingen jetzt wieder nach Brambilla, der Band, aus der sie 2012 hervorgegangen sind. Entsprechend bietet “Abscheu und Neugier” hymnischen Punk zwischen Hardcore und Hamburger Schule. Nicht mehr und nicht weniger möchte man sagen, denn musikalisch ist das Ergebnis zwar energisch, aber auch vorhersehbar. Die Bandmitglieder haben etliche Jahre in diversen Szene-Bands auf dem Buckel: Knallkopf, Cyruss, Goldkante, Desolat sind nur einige namhafte Ex-Bands aus den Biografien der Wiener. Nach dem Ausstieg von Sänger Gerry 2021 und dem Wechsel zurück ins Deutsche hört man dem Qunitett diese Erfahrung positiv an. Das Ergebnis: “Abscheu und Neugier” ist ein souveränes Punk-Album über die klassischen linken Diskurse der Gegenwart. Das formulieren sie mal im generischen Narrativ wie mit “zwischen Bausparvertrag und Carport wird Nievau-Limbo getanzt” in “Lietplankenkultur”, manchmal wird es aber auch gewitzter wie mit “Die Fahne in der Hand und die Fahne aus dem Mund”. In “Versottung” schimmert mehr Post-Punk-Finsternis im Sound durch “Die gute Zukunft ist vorbei”), während der stats nach vorne rasenden Refrains bleibt der Fuß die ganze Zeit nah am Abgrund. Dafür gibt es an allen Ecken und Enden Backgroundgesang und Zweitstimmen. Diese Platte ist ganz offensichtlich für Live-Shows geschrieben. Als Album ist das Erlebnis eher solide als aufregend. (Julia Köhler, 7/12)

Trust 235/2025/26

Sehr schöner punkiger Hardcore, und mit viel Nachdruck gespielt. Musikalisch vielleicht von Bands wie Hüsker Dü inspiriert, gesanglich ein bisschen emotionaler als eben diese. Aber die Anfangsriffs von „What Would Doom Do“ könnten tatsächlich auch Bob Mould oder Vic Bondi eingefallen sein. Spielt hier wirklich wer von Target of Demand mit? Die „Gruss“-LP hat damals ja mein Teenagerleben im Innersten erschüttert! Auf den früheren Releases sangen die Wiener noch in englisch, neuerdings aber auf deutsch. Gefällt mir super! Wer seinen Hardcore unverfrickelt, leicht melancholisch und ursprünglich mag, der ist hier gut bedient. (marianne)

suspectdevicehq.blogspot.com

I have to thank Dim Prospects guitarist Mops for keeping me up to date with his musical output, via our mutual friends Rich and Geraldine, because it means I get to hear great, dynamic, melodic punk rock like this. Dim Prospects have always delivered the goods, but this is their best yet, the songs are urgent and packed with energy and drive. Dim Prospects shine when they put their foot down and go full speed, but even when they slow down a little, the songs are still captivating, with the two guitars working well together. With lyrics dealing with the political situation in Austria, they are sung in their native language, which makes perfect sense. I didn’t hear this in time for it to make my 2025 top ten, but if I had it would certainly have been there. You need to acquaint yourself with this band.

blattturbo.com

Mit Abscheu und Neugier melden sich Dim Prospects in einer Vehemenz zurück, die sofort spürbar macht: Diese Band hat weder ihre Kanten verloren noch ihr Gespür für Melodien begraben. Ihr Sound bleibt ein ungezähmtes Gemisch aus Punk und Hardcore, ohne sich irgendeinem Etikett zu ergeben – roh, direkt, aber immer mit einem Gefühl für musikalische Schönheit, das zwischen den Zeilen aufblitzt.
ZWISCHEN ZORN UND LEUCHTEN – DAS INNERE FEUER DES ALBUMS
Dim Prospects bleiben sich auch auf diesem Werk treu: DIY im Herzen, klare Haltung im Kopf und ein unmissverständliches Brodeln im Bauch. Abscheu und Neugier klingt, als hätte man all den Frust unserer Gegenwart destilliert, ihn in Akkorde gegossen und mit einem Augenzwinkern serviert, das weit mehr sagt als jede Predigt.
Die Band schreit ihrer Umwelt offen ins Gesicht, wenn sie’s verdient, stellt geistige Trägheit bloß, wo sie überhandnimmt, und setzt gleichzeitig auf Melodien, die sich ohne Erlaubnis festsetzen. Dieser Balanceakt macht Dim Prospects zu einer Band, die gleichzeitig schneidet und tröstet. Ihre Songs werfen Schlaglichter auf Themen, die uns alle betreffen – und sie tun es mit einem Temperament, das keine Müdigkeit kennt.
Hier verschmelzen Grant und Energie zu einer Form von Punk, die nicht nur laut ist, sondern auch nachhallt. Die Band versteht es wie kaum eine andere, gereizte Gegenwart und ehrliche Emotion zu verbinden. Alles wirkt organisch, handgemacht, kompromisslos – und gerade dadurch so nahbar.
FAZIT – EIN ALBUM, DAS BLEIBT, WEIL ES BRENNT
Abscheu und Neugier ist ein Album, das man nicht nur hört, sondern fühlt. Dim Prospects liefern ein Werk, das Wut kanalisiert, Melodie feiert und Haltung zeigt, ohne sich je zu verbiegen. Solange die Welt genug Stoff für Empörung liefert – und das wird sie wohl noch lange tun – werden Dim Prospects ihre Stimme erheben. Und mit diesem Album beweist die Band, dass Punk keine Nostalgie ist, sondern ein lebendiges Werkzeug, das noch immer verdammt viel zu sagen hat.

earshot.at

Das erste Mal ist mir die Wiener Truppe DIM PROSPECTS im Frühjahr dieses Jahres untergekommen, als sie recht kurzfristig als Support von TURBOSTAAT im Werk eingesprungen sind. Leider hörte ich damals nur noch die letzten zwei, drei Nummern, aber diese hinterließen den Eindruck, dass ich an jenem Abend eine wirklich gute Band versäumt hatte. Das Quintett erhob sich aus der Asche der in den frühen 2000ern aktiven HC Punks BRAMBILLA und wechselte damals von der deutschen Sprache ins Englische. In der aktuellen Besetzung, nicht mehr als Sextett, u.a. mit Mitgliedern von DESOLAT und GOLDKANTE ist man wieder dazu übergegangen in der Landessprache zu singen und es folgt mit „Abscheu und Neugier“ ein neues Album.
Und was für eines, schon der Opener „Plombenziaga“ zieht mit schnellem HC induzierten Punkrock mit rasierklingenscharfen Texten „Aufgewachsen unterm Giebelkreuz…“ in heimischen Idiom los und gibt die Marschrichtung für die folgende gute halbe Stunde vor. Das nachfolgende „Nirgends?“ verneigt sich dann gekonnt vor den eingangs erwähnten TURBOSTAAT, generell ist der Einfluss so einiger Bands, die auf Jens Rachuts Label Schiffen Records beheimatet waren, unüberhörbar im Sound der DIM PROSPECTS manifestiert. Die jahrzehntelange Erfahrung der hier werkenden Musiker spiegelt sich dann im ausgefeilten Songwriting wider. Denn das Quintett hat – frei nach EMSCHERKURVE77 – nicht nur den Punk verstanden – sondern mehr als nur ein Händchen für feine Melodien und Hooks, die einem die Songs durchaus nachhaltig in die Gehörgänge brennen. Ganz im Stile von Frankie Stubbs und LEATHERFACE oder wie in „Kabelranzen“ gar der legendären HÜSKER DÜ. Und auch der Sound braucht keine internationalen Vergleiche scheuen, aufgenommen im letzten Winter mit Tom Zwanzga im S.T.R.E.S.S. Studio in Graz und gemastert in der North London Bomb Factory von Daniel Hajji Husayn, klingt man unglaublich satt wie zwingend.
Das großartige „Bauernfeind“ drückt dann die Finger in die Wunden der Gesellschaft der nicht ereignisarmen letzten Jahre und zeigt unter anderem recht unverblümt das Nahverhaltnis von Faschist*innen und den wissenschaftsfeindlichen „Coronademos“ auf „..und die Esos trommeln das Virus weg“. Gerade diese direkten wie sprachgewandten Texte und das offene Ansprechen von den Missständen in Österreich, was man ja von Seiten der Medien oft schon länger vermisst, verpasst „Abscheu und Neugier“ den in diesen Zeiten umso wichtigeren Stempel – politisch. Das mit „Das Credo Der Angst“ von VERRAT und dem neuen Album von DIM PROSPECTS in binnen nur weniger Wochen zwei so wuchtige wie kritische Scheiben erscheinen, zeigt einmal mehr, dass die Wiener Hardcore und Punkszene in den letzten Jahren nicht nur wieder deutlich im Aufschwung ist, sondern auch durchaus generationsübergreifend aufgestellt ist.
Für das abschließende wütende „Momuri“ (japanisch für „Ich halte das nicht mehr aus“ und der Name einer Kündigungsagentur) das dann mit Sätzen wie „Ich hab es satt simple Lösungen zu hören, von Leuten die Zusammenhänge nicht verstehen“ glänzt, schickt dann die gute alte FRAU POTZ mal schnell eine Anerkennungspostkarte. Während man selbst hastig zu Repeattaste tschörtlt.
Mit „Abscheu und Neugier“ kommt das wohl beste Deutschpunk Album 2025 aus Österreich. Die DIM PROSPECTS glänzen mit klugen, scharfen Texten, großartigem Songwriting und einem beachtlichen Gespür für Melodie. Ganz, ganz schwere Empfehlung. (David Zuser, 10)

Ox #183

Transparenz first: Die Gitarre von DIM PROSPECTS-Sechsssaiter Mops kenne ich seit Jahrzehnten aus nächster Nähe (er spielt sie meist laut!) und diversen gemeinsamen Bands. Was er mit Chri (voc), Jochen (gt), Klaus (bs) und Uzn (dr, voc) hier 13 Lieder lang aufführt und anrührt, würde jenseits freundschaftlicher Verhaberung neu den Wunsch befeuern, unbedingt mit ihm Musik machen zu wollen … Seit der exzellenten Split-LP mit FLOWERS IN CONCRETE (2020) hat sich bei DIM PROSPECTS die zweite Stimme – Gerald – verabschiedet, die Lyrics sind nun durchgehend auf Deutsch. Reflektieren diese in den Titeln unernste Obsessionen mit Themen wie Zähnen („Plombenziaga“, „Gegenbiss“) und Haaren („Endfrisur“, „Trockenhaubenhorizont“, „Onduliert“) sind sie beim Lesen und Hören waches, kritisch-lustvolles Reiben am Wahnsinn Österreichs und der Welt. Sänger Chri ist um klare Worte nie verlegen: „Der Kirchenwirt, die rechte Sau, schenkt Selbstgebrannten ein.“ Ebenso kraftvoll und klar ist die Musik, die im Sound von Tom Zwanzger bei 100% Hitdichte 13 Lieder lang fährt wie eine Hölle, in die nicht nur alle dringend wollen sollten, die durch BUMEN AM ARSCH derselben oder das Ledergesicht aus Sunderland einen beschleunigten Herzschlag erfahren haben. „Die Frisuren saßen niemals besser“, sprich: Meisterwerk und Lieblingsplatte. (Rainer Krispel, 9/10)

thoughtswordsaction.com

Jugular and hearty punk rock always comes with a certain weight of expectation. It’s a lineage stretching all the way back to the eighties, from melodic hardcore giants such as Hüsker Dü to the raw desperation of Leatherface. The bands like that simply understood that rage isn’t just about speed but about melody twisted into an uncomfortable knot. Dim Prospects’ latest effort, Abscheu und Neugier, carries thirteen tracks that exemplify how melodic but crushing punk rock sound should resonate in 2025. This isn’t another polished, radio-friendly pop-punk, but a sound of cold concrete, cheap beer, and a profound, shared sense of political exhaustion. Dim Prospects are articulating a current state of being. The album title itself is the core thesis: Abscheu, the revulsion at the daily stupidity, the creeping conservatism, and the open-faced bigotry that tries to masquerade as ‘normality,’ and Neugier, a detached curiosity about how deep the collective idiocy can actually go. This is a hard-hitting, heart-pounding punk record with a distinct weakness for beautiful melodies. On one hand, you have tracks that charge out of the gate, short-fuse bursts of furious drumming and barbed-wire guitar riffs that recall the rawness, aggression, and haste of old-school Austrian and German hardcore punk and punk rock bands. Those tracks arrive like a scream you keep bottled up when scrolling through the news feed. They are fast, furious, and pointed, delivering their political comment like a well-aimed punch.
But then, the muscle gives way to the soul. This is where the band’s true influences shine through, particularly the echo of Leatherface’s Frankie Stubbs in the sheer, weary melodicism that controls the noise. When Dim Prospects throttle back slightly, even just for a few bars, that melancholic undertone the band is known for emerges gradually. The bass lines gain a certain gravitas, acting as the bedrock for the lead guitar to thread genuinely affecting, slightly off-kilter melodies. Think of the perfect, gritty contrast achieved by Sugar, Hot Water Music, or Hüsker Dü. These influences aren’t just name-checks, serving as the blueprint for integrating world-weary sorrow into blinding speed. The key takeaway here is the sense of unresolved tension. This is the constant companion of rage, a sound of realizing that the things you have to scream about today are the same things you were screaming about twenty years ago, and that the fight is far from over. This provides the density and longevity that many contemporary melodic punk records lack. Instead of simply being an adrenaline shot, Abscheu und Neugier forces listeners to sit with the exhaustion that comes after the fight. It’s often said that good punk should feel political without being preachy. Dim Prospects understand this better than most. They comment on the daily madness of this world, but crucially, without a wagging finger. This is the element of self-irony the band carries like a sharp but necessary accessory. The political is personal, but it’s also absurd. When you observe the resurgence of conservative ‘normality,’ the very same tired, small-minded idiocy that punk has always railed against, it demands a response that goes beyond earnest moralizing.
Abscheu und Neugier finds its power in this dual attack. There is the outright vengeance and rage, the necessary volume and fury to scream in the face of the majority and what they accept as truth. But simultaneously, there is that detached curiosity that exposes the stupidity of our times with a wink. That wink is the saving grace. It’s the acknowledgment that the situation is terrible, but the realization that they (the band and the listeners) are outside of that idiotic ‘normality.’ It’s a shared chuckle in the face of the impending doom, a refusal to grant the purveyors of hate and conservatism the dignity of a straight-faced response. This mature handling of the theme is what separates veteran punk writers from the newcomers. They’re not simply listing societal issues, they are analyzing the feeling of living under them. The disgust is more than notable, translating into the raw vocal delivery, shouted, slightly strained, but articulated with such precision and finesse, while the curiosity surfaces in the more reflective, often mid-tempo tracks that allow the story to breathe feely before the next onslaught. These tracks act like chapters in a collective journal of contemporary frustration. From scratch to finish, the album maps the entire voyage from initial shock to weary acceptance, yet still maintaining a defiant spirit. Every song title carries an observation of human failure delivered with maximum melodic impact. Abscheu und Neugier is an album for those who feel the world tilting toward the absurd, who find themselves caught between screaming in rage and shaking their heads in resigned amusement. Abscheu und Neugier is a soundtrack for defiance, a blueprint for turning revulsion into strength. They’re unlikely to run out of material, as the band astutely notes, and that’s exactly why we need them. Dive in. You’ll find the music is as smart as it is fast, and the melodies are just enough to keep you from totally despairing about the state of things. It’s what good punk has always been, and Dim Prospects are carrying that torch with muscle and heart. Head to Noise Appeal Records for more information about ordering.