REFLECTOR – TURN / NOISE77, CD NOISE78, LP

REFLECTOR – TURN / NOISE77, CD NOISE78, LP

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noise77, CD
noise78, LP

STATUS
available

RUNNINGTIME LP
37 min. 14 sec.

TRACKLIST LP
A1 Turning
A2 Grim Reaper
A3 Islands II
B1 Leave The Rave
B2 Down The Drain
B3 If You Go Away

PRESSING INFORMATION
300 copies
180g, printed inlay
DL code, silkscreened cover
in cooperation with Rock Is Hell

RUNNINGTIME CD
43 min. 58 sec.

TRACKLIST CD
01 Turning
02 Grim Reaper
03 Islands II
04 Bar
05 Leave The Rave
06 Down The Drain
07 If You Go Away

PRESSING INFORMATION
500 copies, digipak

RELEASE DATE
05.04. 2019

Slam-Zine #103

Nicht nur seit einer gefühlten Ewigkeit walzen sich die Österreicher Reflector durch das harte Musikgeschäft, die 1997 gegründete Band hat einiges an Erfahrung auf dem Kasten – und das merkt man dem neuen Langmonster “Turn” auch an. Sieben Songs mit doch in Summe knappen 44 Minuten Spielzeit lang baut das Neo-Trio eine beängstigende Soundwand nach der anderen auf, festzementiert in einem Fundament aus Sludge, Noiserock und düsteren Metal-Elementen mit Hang zum Doom. Dass das alles voller und intensiver klingt liegt natürlich auch an Martin Plass, der mit Stimme und Bass zu den bisher als Duo laufenden Reflector gestoßen ist – der dritte Mann macht halt nicht nur im Film was her. An der alten Experimentierfreude hat das aber selbstverständlich nichts geändert, genauso wenig wie am Blick für Details, und es sind diese mal mehr, mal weniger versteckten Kleinigkeiten, die verhindern, dass die sich wiederholenden Rhythmen über das beabsichtigte repetitive Maß hinausgehen. Wer auf dunkle, dynamische und harte Klangwände steht, macht bei Reflector und “Turn” also, wieder einmal, nicht falsch. (Bernhard Kleinbruckner, 7,5)

Steirerkrone, 12.4. 2019

Quasi am anderen Ende des musikalischen Spektrums ist die Grazer Combo “Reflector” zu Hause: Es sind gewaltige Klangwände, die Andreas Heller und David Reumüller seit 1997 gemeinsam aufstellen. Mit “Turn” beginnt nun ein neues Kapitel der Metal-Avantgardisten, denn mit Neuzugang Martin Plass (Bass und Gesang) ist man zum Trio angewachsen. Was dabei rauskommt, sind Songs, die im Vergleich zu Vorgängeralben nichts von ihrer Massivität verloren haben, aber im Sound etwas diffiziler geworden sind.

www.skruttmagazine.se

Quite a slow chewing introduction on the album gives me hopes for the continuation and I like their chewing sound. They have a bit quieter parties to let us rest sometimes … It continues in the slow way and sometimes one wonders if the next chord will be able to cope with the next crest but it does and you almost feel exhausted after the record but in a pleasant way. This is nothing for the unexplored listener of music because it is no hit music, skatepunk or a disco music but this is chewing hard music that maybe not everyone can take to their heart. Distorted sometimes to go down to a beautiful doomsday music etc. I like it and I think you should give it the chance also if you like old groups like Loop, Black Sabbath and Motorpsycho.

luserlounge.blogspot.com

Wenn Ihr nicht offen für Metal und Ähnliches seid, dann braucht Ihr an dieser Stelle nicht weiterlesen. Wenn doch: Reflector aus Graz hauen am 05.04. ihr neues Album Turn raus und setzen ihre mehr als 20-jährige Bandhistorie gebührend fort. Vorwiegend instrumental, hauptsächlich brachial und außer der Coverversion von If You Go Away kein Track unter 5 Minuten – zur Kanalisierung versteckter Aggressionen genau das Richtige.

Waste Of Mind

Reflector aus Graz blicken schon auf sechs Alben und diverse Singles zurück, Platte Nummer 7 – schlicht „Turn“ benannt – ist trotzdem eine Art Neuanfang. Aus dem ursprünglichen Duo Andreas Heller und David Reumüller ist ein Trio geworden – Neuzugang Martin Plass, manch einem vielleicht als Sänger der Striggles bekannt, ergänzt die Band. Musikalisch bleibt man aber den einst eingeschlagenen und alles andere als leicht verdaulichen Klängen treu: Noise, Sludge, Metal bestimmen die insgesamt sieben Songs.
Von eingängigen Passagen will man wenig wissen, von langsam mäandernden instrumentalen Soundwelten umso mehr. Man lässt sich eben Zeit – da kann ein Song gerne mal vier Minuten laufen, bevor dann auch das Mikro für den Gesang angeht. Eigenwillig, düster und vor allem in den schweren und etwas schnelleren Momenten aber auch durchaus mächtig. (Tito)

rocktimes.de

Reflector aus Graz scheinen das Licht so gut zu reflektieren, dass ich sie nicht gesehen habe. Dabei sollen sie in Österreich Legendenstatus haben und auch Wikipedia.de kennt sie …
Seit seiner Gründung 1997 als Duo (Andreas Heller und David Reumüller) haben die beiden einige Tonträger veröffentlicht. Neben mehrfacher Beteilung an Splits (vorwiegend auf Vinyl) und EPs gibt es auch Alben: “Reflector” (2000), “Phantoms” (2006), “Pass” (2009) und “The Heritage” (2012).
Danach war es erst einmal ruhig und es kam zu einer Veränderung: Martin Plass (manchen bekannt von The Striggles) stieß zu ihnen. Doch zum nächsten musikalischen Lebenszeichen sollte es noch dauern … bis 2019. Als Trio wurde nun “Turn” eingespielt. Mag sein, dass sich der Titel auf diese ‘Wende’ bezieht – oder doch nur einfach auf die Eieruhr, die das Skelett auf dem Cover in der Hand hält – oder beides … wichtig ist die Musik, die darin steckt.
Ganz grob lässt sich “Turn” in die Sludge-Ecke packen, doch da stecken noch mehr Einflüsse drin. Es ist noisig, aber nicht zu extrem, gleichzeitig rockig – und meistens instrumental. Ich finde es ganz angenehm, dass nicht völlig auf eine Stimme verzichtet wird, diese lockert das Songmaterial auf.
Wobei die kantigen Riffs dominieren, diese sind brachial gespielt, jedoch nicht so ‘matschig’ wie der Begriff Sludge assoziieren lässt, sondern recht sauber. Also nicht knietief im Dreck oder Staub versunken, sondern eher etwas distanzierter, was der Sache etwas Modernes, fast schon maschinell Erscheinendes verleiht. Das wird verstärkt durch eine gewisse (beabsichtigte) Monotonie und leichte Kälte im Klang, anders als bei einigen Sludgern, bei denen der Sound sumpfig-warm wirkt. Dies ist die noisige Seite von Reflector, die sich damit von Doomern, die in düsteren Riffs baden oder vom Wüstengefühl vieler Stoner-Bands unterscheiden, obwohl diese Elemente irgendwie auch vorkommen. Aber auf eigene Weise …
Nicht abgrundtief, dennoch gnadenlos walzt “Turn” aus den Boxen, eine unaufhaltsame, präzise ausgerichtete Maschine. Diese ist mit einer Legierung versehen, die zwar vorwiegend aus Metal(l) besteht, doch auch Hardcore, Noise und Rock beinhaltet. Das Endprodukt ist hart und massiv, jedoch auf gewisse Weise auch flexibel, passt sich verschiedenen Strukturen an. “Turn” ist brutal, wenn gewünscht, dann wieder industriell-mechanisch arbeitend mit sich wiederholenden Klangbildern. Wenn die Stimme einsetzt, dann scheint der Maschinist in das Werk einzugreifen.
Dieser offenbart gegen Ende unerwartete Vorlieben. Der letzte Track ist nämlich eine finstere Coverversion von “If You Go Away”, das beispielsweise schon von Dusty Springfield, Frank Sinatra oder Neil Diamond aufgenommen wurde. Im Original handelt es sich um ein Chanson von 1959 des Belgiers Jacques Brel mit dem Titel “Ne me quitte pas”. Rod McKuen übersetzte den Song ins Englische. Das ist nicht unbedingt ein Lied, das auf einer Metal- oder Sludge-Scheibe zu erwarten wäre – was Reflector daraus machen, finde ich aber gut gelungen und gibt “Turn” einen interessanten Schluss-Akzent. (Andrea Groh)

schafe-schuesse.de

Die Geschichte der Österreichischen Band Reflector geht bis ins Jahr 1.997 zurück als Andreas Heller (git, voc.) und David Reumüller (dr., voc.) ihre heutige (von der Band selbst) im Sludge-Rock verortete Band als Duo gründeten. Mittlerweile hat man mit Martin Plass (b., voc.; *u. a. The Striggles) die mittlerweile zum Trio angewachsene-, im Nachbarland Österreich angestammte Band komplettiert. Man kann dieser Band schon allein für deren Durchhaltevermögen just den Grundrespekt zollen, den sie einfach verdient haben.
Ich für meinen Teil hatte mittels des vorliegenden neuen Albums “Turn” auch einiges an Wissens-/Kennerlücken zu schließen und war im Vorfeld schon des cool-schlichten Coverartworks wegen gespannt welche Art Mucke mich (fernab von Selbst-/Labelbeschreibungen) erwarten würde? Schon der Opener “Tuning” (Track 1), der Doom-Sludge-ig angenehm tiefgetönt im ersten Gang anfährt, um zum vollmundigen “Turn” auszuholen, hat etwas für sich. Gesanglich kommt es anders als erwartet. Stellt Euch vor man kreuzt ‘ne Doom zugeneigte Band mit einer eher ruhiger ausgelegten (Grunge) Rock Band. Das Ganze klingt im Erstdurchlauf bereits angenehm anders. Bereits mit “Grim Reaper” (Track 2) kommt der längste Albumtrack zum Zuge, der die Doom-igen Weiten ausweitet. Ob der Songtitel hier eine Hommage an die gleichnamige Heavy Metal Band ist, kann nur gemutmaßt werden. Musikalisch zeigen Reflector sich hier allerdings deutlich facettenbreiter und haben auch Noise/Grunge Elemente mit einfließen lassen, die stellenweise sogar eine Art Groove-Drive zulassen. Freunde des Old Schooligen Doom Death Metalsounds (abgesehen vom Gesang!) werden hier über weite Strecken ihre Hörfreude haben. Diese Art Sound kann man nicht erklären, wenn man ihn nie vorher vernommen hat, obwohl das Stück noch vor der 5:00 Minutenmarke in stoisch-ruhevolle Verheißung(en) verfällt und auf den letzten Metern zurück zu kontraststarken Doom Riffs kehrt. Diese Art Doom Rock hat wirklich einen gewissen Reiz für sich, den man jedoch bislang noch nicht an etwas Bestimmten abmachen kann. Die experimentellen Charakterseiten haben dabei ihren unabdingbaren Anteile, die mit “Islands II” (Track 3; Anspieltip I) noch etwas vertieft werden und sich erst kurz vor Songmitte aufraffen, um in einen “herkömmlich-greifbaren” Songarrangement zu münden. Erneut denke ich an diverse, unbekannte Grunge Rock Bands zurück, die vor allem in den Läufen der ’90er Jahre meine Wege säumten und kreuzten. So einen kleinen Old School Funken von Alice In Chains meine ich dabei auch ausmachen zu können.
Strukturell haben die Schweizer Wahlösterreicher sich etwas dabei gedacht, so viel scheint klar. Irgendwo in der Zeitlupenbewegung zwischen Up und Down kann man die eher konzentrierte-, aber mit voller Bodenhaftung fahrende Mucke platziert sehen. “Bar” (Track 4) fließt dann auch eher stoisch wirkend rein instrumental dahin, was erst nach hinten raus mehr Auflockerung/Spannungsaufbau erfährt. Deshalb trotzdem nicht schlecht ist, nur eben etwas anders (was ich völlig wertungsneutral meine). Diese Art Zwischenbrücke auf diesem “Turn” durch gefühlte Karglandschaften mit leichten Endzeittouch führt zu “Leave The Rave” (Track 5; Anspieltip II) bei dem nach der mittlerweile fast gewohnten Doomwalze auf den ersten Metern tatsächlich ein starker Rocksong wartet, um Euch abzuholen. Die Einflüsse diverser ’70er Jahre Rockgrößen schimmert dabei vor allem gesanglich durch. Vor allem die Tieftönerschlagseiten (bzw. -saiten) ziehen sich durch dieses Album, was nicht nur enorm viel Raum einnimmt, sondern gleichbedeutend mit dem Kernsound von Reflector in Sachen (Sound-)Wahrnehmung sein Existenzfundament findet. Insgesamt sitze ich noch immer ein wenig zwischen den Stühlen, die den fiktiven Raum zwischen “ja, hat echt was” und “hm, ich weiß nicht so recht…” teilen wie Moses das Meer. Led Zeppelin trifft auf Black Sabbath/Ozzy… “Down The Drain” (Track 6) und erinnert stellenweise manchmal leicht an die Jungs von Deville, trotz der teils eingestreuten Spiritual Elemente, die vor allem nach hinten raus mehr Gewicht bekommen und dank der loop-/mantraartigen Instrumentalparts wie aus einem Guß einen weiteren farblichen Neuanstrich mitbringen. Mit der Coverversion “If You Go Away” (Track 7; Anspieltip III) setzen Reflector noch einmal eine Bowie (gesanglich) beeinflusste Visitenkarte in die über weite Strecken stark düstere Landschaft. Die vielen musikalischen Größen, die sich im Laufe der Jahrzehnte ebenfalls an diesem Song “vercovert” haben, liest sich trügerisch, da das Original auf den Belgier Jaques Breil (*”Ne Me Quitte Pas”) und den englischen Lyrics von Rod McKuen und das Jahr 1.959, bzw. 1.966 zurückgeht. Ob Marlene Dietrich, Dusty Springfield, Frank Sinatra (R.I.P.), Neil Diamond, Ray Charles (R.I.P.), Cindy Lauper, Madonna, Barbara Streisand oder viele der anderen Musiker aus der doch enorm lange Liste derer, die dieses Lied gecovert haben, stechen Reflector mit ihrer Bowie Einfärbung stark hervor, zumal David Bowie (R.I.P.) selbst diesen Song meines Wissens nach nicht coverte. ‘N verdammt starker Albumabgang mit ‘nem gewichtigen Schlusspunkt. Chapeau!

underdog-fanzine.de

REFLECTOR adaptieren etwas Noise und viel Doomrock in einem dunklen Klangwald, aus dem ab und an das Groovemonster herauslugt, natürlich nur im Dunklen, weil es sich hier sicher fühlt.
Erschrecken tut es ihn, wenn die Rückkopplung einsetzt und es fürchterlich anfängt zu fiepen. Aber besänftigende warme Klangtöne und instrumental morbide Schönheiten wie in “Grim Reaper” verfehlen ihr Wirkung nicht. Der oftmals langsam schleppende Rhythmus erzeugt gefährlich anmutende Klangwelten, die eine angsteinflößende Grundstimmung ausströmt. Die Melange aus Doom, Grunge, Stoner und Sludge fokussiert sich auf das Pentagramm des 70er Heavy Metals und 80er Jahre Doom zwischen Black Sabbath und Saint Vitus, episch angelegte Lieder, in denen der Klangraum mit ausufernden instrumentalen Passagen, dominanten experimentellen und psychedelischen Rhythmusstrukturen sowie ein basslastiger Sound gefüllt wird. “Turn” ist einen rhythmusdominierter, schleppender Metal, der sich wie eine dickflüssige Masse aus den Boxen quetscht.

terrorverlag.com

Die 1997 gegründete Sludge-Rock-Kapelle war über lange Jahre und sechs Alben ein Duo, das aus Andreas Heller und David Reumüller bestand. Der Gitarrist und der Drummer aus Graz waren vorwiegend instrumental unterwegs und türmten derweil metallisch-avantgardistische Soundwände auf. Zwischenzeitlich ist Martin Plass zu den beiden gestoßen. Den Sänger und Bassisten kannte man schon von den STRIGGLES, mit denen REFLECTOR bereits gemeinsam auf Tour waren und so fand mit Album No. 7, das da kurz „Turn“ heißt, schließlich auch der Gesang Einzug in den musikalischen Kosmos von REFLECTOR.
Selbiger ist im Übrigen ziemlich düster wie bereits der Opener „Turning“ deutlich macht. „Grim Reaper“ schließt sich mit wütenden Vocals an, ehe „Islands II“ in dunklen Untiefen mäandert und das repetitive „Bar“ die Langäxte grummelnd von der Leine lässt. Hier verzichtet das Trio auf das menschliche Organ und setzt stattdessen auf die Kraft der Instrumente, die außerdem beim nachfolgenden „Leave The Rave“ in doomigen Gefilden anzutreffen sind. Martins Stimme klingt auch hier ziemlich räudig, während „Down The Drain“ und „If You Go Away“ zumindest am Anfang vergleichsweise zahm daherkommen. Dieser Eindruck täuscht jedoch, denn auch hier geht es alsbald wieder krachend zur Sache.
Der letztgenannte Song ist übrigens ein Cover. 1959 hat JACQUES BREL das Lied „Ne me quitte pas“ geschrieben, in der Folge wurde es vielfach neu interpretiert und in verschiedenen Sprachen performt. U.a. auch von FRANK SINATRA, MARLENE DIETRICH, CYNDI LAUPER und zuletzt WYCLEF JEAN. So düster wie bei REFLECTOR wird aber wohl keine der bisherigen Versionen gewesen sein. Die Umsetzung Richtung Sludge und Doom ist jedoch durchaus geglückt; so wie sich der gesamte Silberling „Turn“ hören lassen kann. (ULRIKE MEYER-POTTHOFF)

demonic-nights.at

Mit Reflector setzen echte Veteranen der heimischen Rock- und Metal-Szene zur Landung an. Bereits 1997 gegründet, veröffentlichte das Duo um Andreas Heller und David Reumüller bereits sechs Alben und mehrere Kleinformate, seit „The Heritage“ und einer Singles-Box zum 15jährigen Bestehen war es aber, zumindest im Studio, vergleichsweise ruhig um die Steirer geworden. Mit Sänger und Bassist Martin Plass ist nun ein dritter Mann zu den Grazern hinzugestoßen, der sich auf „Turn“ auch gleich ein wuchtiges Stelldichein gibt.
Der Sound könnte von Plass‘ anderer Band The Striggles kaum weiter entfernt sein. Sludge, Stoner, Doom und ein wenig Noise kollidieren auf 44 Minuten wiederholt. Wie gut dieses erweiterte Line-up funktioniert, zeigt ausgerechnet eine Cover-Version. „If You Go Away“, vor allem in der Version von Dusty Springfield bekannt, wird zum Slow-Food-Monolithen mit mitreißendem Gesang und einem Hauch von Schmerz entfremdet. Diese schemenhafte Nachzeichnung einer großen Ballade ist freilich nur der Gipfel des betont zähen Eisbergs.
Reflector können Berge versetzen mit ihren dichten, druckvollen Songs. „Bar“ übt sich in gekonntem Minimalismus. Schnell ist ein Hauptriff gefunden, die nächsten gut sechs Minuten wird darüber meditiert mit kleinen Variationen, zunehmender Intensität und furztrockener Präsentation. Der Opener „Turning“ lässt sogar so etwas wie Melodie zu, wenngleich dies bestenfalls als Schattierung purer Trostlosigkeit durchgeht. Kurze, beinahe flüsternde Gesangseinlagen lockern das Geschehen bestenfalls rudimentär auf – eine Wuchtbrumme wie „Leave The Rave“ mit wütenden Sludge-Kaskaden à la Tombstones und pointiert platzierten Zäsuren gestaltet sich ebenso als Volltreffer.
Der beinahe sprichwörtliche Minimalismus der Dinge begleitet Reflector auf allen Pfaden und legt großartige Momente frei. Pure Reduktion, ungebrochene Intensität und spürbare Leidenschaft, die selbst durch das Understatement zu schimmern vermag, lassen „Turn“ zum kleinen Leckerbissen reifen. Die lange Wartezeit, das gewachsene Line-up, der Fokus auf das magische Riff lassen keine Wünsche offen. Auch nach über zwei Jahrzehnten zeigen sich die Grazer in bestechender Form, als ob die Zeit spurlos an ihnen vorbeigegangen wäre. Was für eine feine Wuchtbrumme. (8/10, dawak)

metalhead.it

(Noise Appeal Records) Il duo austriaco Reflector è in giro da oltre vent’anni con il loro sludge/doom Metal spesso principalmente strumentale. Vent’anni che non hanno poi portato molto, chiudendo la band in circolo vizioso stilistico dal quale era difficile uscire. Questo, però, fino all’arrivo di Martin Plass, bassista e vocalist già attivo da molti anni in varie altre bands… non un novizio, decisamente un veterano del rock. Ed è qui che tutto è cambiato prendendo una nuova piega, svoltando con decisione: una voce tetra ma anche brillante e potente, linee di basso suggestive ed avvolgenti, alternanze di luci e ombre, di metal e doom lacerante… tutti elementi che sfociano in questo piccolo capolavoro del genere, simbolicamente e propriamente intitolato “Turn” (traducibile come ‘cambio di direzione’)! Doom che si evolve, doom che diventa dark, dark che si incrocia con il metal… atmosfere tetre e riff graffianti. Doom lento, lentissimo, con “Turning”, un doom con accenti melodici geniali, con un appeal che mi riporta alla mente i Morphine incrociati con nomi noti quali Lord Vicar o Saint Vitus. Più crudele “Grim Reaper” con un singing più urlato, un brano che rivela un lato metal più marcato di quello dark della nuova era dei Reflector. Pesante e fumosa “Bar”, meravigliosamente lenta ed incisiva “Leave the Rave”, un brano che rivela una fantasia compositiva davvero notevole (basta ascoltare la batteria nelle lunghe pausa tra un un accordo e l’altro delle chitarre!). Riff sensuale e provocante nella meno tetra “Down the Drain”, prima della stupenda e conclusiva “If You Go Away”, un brano che emana una luce funerea, quasi una ballad, quasi un addio, quasi un testamento, un brano dove il nuovo vocalist riesce ad interpretare con lascivo trasporto, con religiosa devozione. Album difficile da descrivere con delle semplici parole. Certo, c’è il doom, c’è un ottimo vocalist, c’è fantasia, ci sono le componenti tipiche che gli amanti del genere esigono… ma ci sono una infinità di altri dettagli, di arrangiamenti, di corde pizzicate in un modo piuttosto che nell’altro, di piatti percossi con una enfasi diversa dal quello che ci si aspetta… ci sono una infinità di sfumature di grigio che vanno percepite, inalate, assorbite per capire l’altissimo livello di “Turn”. Un album da ascoltare con erotica passione. Un album nel quale abbandonarsi completamente, senza ritegno, senza pregiudizi. (9/10, Luca Zakk)

Mix1.de

Reflector veröffentlichen den Longplayer ‘Turn’
Die aus Graz stammende Band Reflector veröffentlicht am 05. April 2019 ihren neuen Longplayer “Turn”. Musikalisch am ehesten im Sludge Rock zu verorten, wobei für diese Schublade wohl auch zu experimentierfreudig, haben Reflector auf gekonnt innovative Weise ihren brachialen, aber dennoch emotionalen, Sound etabliert ohne je einem Versuch der genauen Beschreibung oder einem Vergleich mit anderen Bands gerecht zu werden. Sieben Songs, inklusive Coverversion von „If you go away“ werden nicht nur die eingefleischten Fans begeistern. (6/8)

Rhein-Neckar Cityguide 4/2019

Musikalisch am ehesten im Sludge Rock zu verorten, wobei für diese Schublade wohl auch zu experimentierfreudig, haben Reflector auf gekonnt innovative Weise ihren brachialen, aber dennoch emotionalen, Sound etabliert ohne je einem Versuch der genauen Beschreibung oder einem Vergleich mit anderen Bands gerecht zu werden. Auf ihr Konto gehen sechs Alben und einige Singles.

CD Aktuell

“Die Grazer Gitarren-Schlagzeug-Walze beschwört die vom Punk beseelten Geister der Metal-Avantgarde mit sich gewaltig auftürmen Soundwänden, repetitiver Härte und vorwiegend instrumentaler, eigenständiger Rockmusik. Düstere MetaI-Elemente mit zornigen Noiserock-Parts werden lediglich mit Schlagzeug und tiefer Gitarre fusioniert.”
Die Rede ist von Reflector, üppig beschrieben auf einem Konzertflyer jüngeren Datums. Tatsächlich hat sich das Duo aus Graz seit seiner Gründung 1997, mittels langem Atem und Kontinuität, Legendenstatus in Österreich erarbeitet.
Musikalisch am ehesten im Sludge Rock zu verorten, wobei für diese Schublade wohl auch zu experimentierfreudig, haben Reflector auf gekonnt innovative Weise ihren brachialen, aber dennoch emotionalen, Sound etabliert ohne je einem Versuch der genauen Beschreibung oder einem Vergleich mit anderen Bands gerecht zu werden.
Auf ihr Konto gehen sechs Alben und einige Singles. Das letzte Album, sozusagen Reflectors Opus Magnum “The Heritage”, erschien auf den drei Lables Noise Appeal, Rock is Hell und Interstellar Records. Auf dieses folgte kurz darauf eine Box mit vier Singles, ein “Best of” wenn man so will, neu eingespielt mit befreundeten Gastmusikerinnen zum 15-jährigen Bestehen der Band. Soweit die Vorgeschichte.
Andreas Heller und David Reumüller, müssen mit dem Rücken zur Wand gestanden sein, denn ein nächster logischer Schritt um Reflector als Duo weiter zu entwickeln, schien kaum mehr möglich. Plötzlich, und doch recht unvermutet, betritt Martin Plass die Bühne bzw. den Proberaum. Eingeweihte kennen ihn als begnadeteten Sänger und Bassisten der Striggles, sowie als Rockveteran der sich bereits in den 80er Jahren als Rampensau diverser berüchtigter Bands ausgezeichnete. Reflector und The Striggles haben etliche gemeinsame Konzerte und kleine Touren gemeinsam bestritten, dabei dürfte der Funke übergesprungen sein, Seither erhellen Martin PIass leuchtende Stimme und ein knochenbrechender Bass Reflectors Universum.
Ein neues Album mit dem treffenden Titel “Turn” wird aufgenommen und von Bernd Heinrauch produziert. Sieben Songs, inklusive Coverversion von “lf you go away”, scheinen wie durch einen Pakt zwischen Himmel und Hölle entstanden zu sein. Eine Wende, wie sie in keine bessere Richtung hätte gehen können.

earshot.at

Musikalisch am ehesten im Sludge Rock zu verorten, wobei für diese Schublade wohl auch zu experimentierfreudig, haben REFLECTOR auf gekonnt innovative Weise ihren brachialen, aber dennoch emotionalen Sound etabliert ohne je einem Versuch der genauen Beschreibung oder einem Vergleich mit anderen Bands gerecht zu werden – so stehts zumindest in der Bandbio.
Mit ihrem sechsten Album bewegen sich die Grazer erneut außerhalb aller Schubladen, aber auch außerhalb jedweder Eingängigkeit. Ein Album das man sich erarbeiten muß, wobei ich leider gestehen muss, dass es mir auch nach vielen Durchläufen nicht gelingen will einen Zugang zu der Musik zu finden. Die Mischung aus Sludge, Doom und Avantgarde will einfach nicht zünden. Um das Werk zu beschreiben fallen mir Begriffe wie monoton, trist, depressiv oder minimalistisch ein, aber auch langasam, intensiv und schwer, was vor allem am Zusammenspiel der tiefen Gitarre und dem Bass liegt. Die oft minutenlange Wiederholung einzelner Sequenzen wirken sogar fast hypnotisch.
Aufgelockert wird das Ganze eigentlich nur durch den leider oft nur spärlich eingesetzten Gesang, da sich dieser perfekt der jeweiligen Stimmung anpasst und den Songs doch etwas Struktur verleiht. Trotzdem fällt es schwer, sich in die Musik reinzuversetzen, da nicht wirklich was hängen bleibt. Jeder Durchlauf war für mich wie der erste. Einzig das Jaques Brel Cover „If You Go Away“ fällt da aus der Reihe, da es der einzige eingängige Song des Albums ist und sich in jeder Hinsicht vom Rest unterscheidet.
„Turn“ wird wohl all jene ansprechen die mit obiger Beschreibung was anzufangen wissen. Ansonsten muß man schon experimentierfreudig sein um sich mit dem Werk auseinanderzusetzen. Von mir gibt’s für dieses Album keine Bewertung, da mir Objektivität in diesem Fall schwer fällt.

www.lordsofmetal.nl

De betere albums vind ik vaak die platen waarop je naarmate je ze vaker luistert steeds nieuwe dingen hoort. Turn is een plaat uit die categorie. Aanvankelijk wordt je makkelijk overrompeld door de enorme muur van geluid die zonder enige subtiliteit in je gezicht geduwd wordt, maar met tijd en herhaling begint deze sterke plaat te ontwasemen.
Het drietal, dat de eerste twintig jaar als duo door het leven ging, schotelt ons zeven donkere, meeslepende werken voor waarin de melodielijnen goed verscholen liggen. Op punten horen we enorm dissonante geluiden in een kille, doom-achtige omgeving, met het harde en schurende uit de sludge scene. De muziek is grotendeels langzaam, met een enkele versnelling op momenten dat het ook daadwerkelijk impact heeft. Als we onze oren heerlijk laten masseren door deze geweldadige klanken wordt het geluid warmer en verandert de voorgenoemde muur van geluid in een prachtig en interessant muzikaal landschap.
Slotnummer If You Go Away toont aan dat Reflector weet waar ze mee bezig zijn. Dit is een aangepaste versie van die van Rod McKuen (er zijn echter heel veel interpretaties van dit nummer), die er een rustige en stille, maar oh zo weemoedige invulling aan gaf. Reflector gebruikt de tekst, die alle elementen van een good doom nummer heeft, en zet hier hun kenmerkende logge en zware riffs onder waardoor de emotionele lading van dit nummer groots is. De band toont met dit album aan dat het geen probleem is om na twintig jaar muziek maken nog steeds fris en creatief voor de dag te komen. (Bart M., 85/100)