FORMAT
noise123, LP

STATUS
available

RUNNINGTIME
43 min. 40 sec.

TRACKLIST LP
A1 Involved
A2 I Lost My Faith In You
A3 Apotropaic
A4 The Touch
B1 My Darkest Friend
B2 The Change
B3 When The Light Fades B4 Fall From Grace

PRESSING INFORMATION
300 copies, 180g, printed innersleeve, DL code included

RELEASE DATE
13.05. 2022

The Gap 192

Thomas Pronai kennt man von seinen beiden Projekten The Beautiful Kantine Band und Bo Candy & His Broken Hearts. In Österreich und Deutschland genießen beide vor allem im Livekontext einen hervorragenden Ruf. Den Rastlosen interessiert Routine jedoch nicht. Die Ausei-nandersetzung mit sich selbst und der Welt endet beim Bekannten und beginnt über das Neue, die Neugierde, das Verschieben von Grenzen. Mit seinen musikalischen Mitstreitern – Georg Allacher (Gi-tarre), Gerald Allacher (Schlagzeug) und Michi Rieder (Gitarre) – beschrei-tet Pronai nun als Kopf von The New Mourning mit dem Debüt »When the Light Fades« neue Pfade. Produziert wurde in Pronais eigenem Studio in der Cselley Mühle in Oslip. Die Basic-Tracks spielte die Band in einer zweitägigen Tourpause kurz und bündig live aufs Band. Danach arbeitete Pronai gemeinsam mit Andreas Spechtl (Ja, Panik) an den Overdubs. Grund zur Panik gibt es keine. Spechtls synthetischer Beitrag zum puristischen Tauchgang ins Düstere erweitert die Platte um ästhetische Aspekte, die der selbstaufer-legten musikalischen Askese nicht im Weg stehen. Die knarzenden Indie-Rock-Gitarren und das tribalistische Trommeln lassen im Gegenteil Raum für weitere Klangebenen. »When the Light Fa-des« bleibt trotzdem organisch, ufert ins Mantra aus, ist manchmal etwas unheimlich und trotz der wenigen Worte voll poetischer Wucht. Gelang-weilter Defätismus aus den wohlstandverwahrlosten 90er-Jahren taucht hie und da in Pronais kargem Gesang auf. Die Songs auf dem Debüt der Rockband aus Österreich enden entweder in ihrer sonischen Eskalation oder lösen sich am Schluss in sich selbst auf.
I Lost My Faith in You«, »My Darkest Friend« oder »When the Light Fades« sind nachdenkliche Reisen in schwarze Episoden. Auf dem Album ist aber auch Platz für Brit-Pop, hysterischen Rock ’n’ Roll, The Beatles und Ennio Morricone. Die staub-trockenen Verweise auf Letzteren sind natürlich Qualitätsmerkmale. Die Wüste sollte man nie alleine betreten. Ist es das, was das Menetekel »Fall from Grace« ganz am Schluss auf »When the Light Fades« sagen will? (Tobias Natter, 8/10)