Convertible – Holst Gate / Noise66, LP Noise67, CD

Convertible – Holst Gate / Noise66 LP, Noise67 CD

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STATUS

available

RUNNINGTIME

38 min. 02 sec.

TRACKLIST LP

A1 Final Call
A2 Sandy Beaches
A3 The Gate
A4 Better Day

B1 Shadow Scene
B2 The March
B3 You Is Me
B4 Free

PRESSING INFORMATION

300 copies, printed innersleeve & download code included

TRACKLIST CD

01 Final Call
02 Sandy Beaches
03 The Gate
04 Better Day
05 Shadow Scene
06 The March
07 You Is Me
08 Free

PRESSING INFORMATION

500 copies, digipak

RELEASE DATE

16.11. 2018

Der Standard

Holst Gate”: Ein kleines Meisterwerk von Platzgumers Convertible
Der Tiroler unterbricht die Pop-Pension für ein neues Album. Eine gute Idee.

Begonnen hat es mit einem Ende. Hans Platzgumer und Chris Laine wollten es sein lassen, das Bandprojekt Convertible begraben, um unter neuem Namen ein Album zu veröffentlichen. So wollte man Erwartungshaltungen umgehen; der Gedanke war, dass eine neue, mysteriöse Band Aufmerksamkeit erregen würde, um dann … na ja.
Unnötig zu sagen, dass sich das so nicht ereignet hat. Nun gab es aber das Album, was also tun damit? Anstatt das Kind wegzulegen, beschlossen seine Schöpfer, es in die Arme zu nehmen und als das zu veröffentlichen, was es war und ist: ein neues Werk von Convertible.

Eine höhere Feierabend-Combo
Convertible ist eine der vielen Bands des Tirolers Hans Platzgumer. Der wird nächstes Jahr 50. Seit über drei Jahrzehnten ist er als Musiker umtriebig, seit ein paar Jahren zudem als Autor von bislang drei Büchern gut beschäftigt. Um Platzgumers immer schon enormen Output zu ermöglichen, wurde einst in New York von einem seiner Fans ein Label gegründet: Matador Records. Platzgumer veröffentlichte darauf mit seiner Band HP Zinker. Heute ist Matador der Verlag von Bands wie Interpol, Queens of the Stone Age, Yo La Tengo oder Perfume Genius, um nur ein paar zu nennen – und Platzgumer lebt wieder in Österreich.
Mit Convertible nahm er 2004 ein Debütalbum auf, 2008 wurde die Band für einen Amadeus nominiert. Mittlerweile ist es eine höhere Feierabend-Combo, die frei von irgendwelchen Zwängen zusammentrifft und aus Spaß an der Freud (und etwas Obsession) Musik macht. Ja, es heißt, Platzgumer wollte gar nicht mehr auftreten und keine Platten mehr veröffentlichen. Ausgerechnet diese Selbstbefreiung ergab die besten Voraussetzungen, um dann doch wieder ein Album aufzunehmen. Dieses liegt mit Holst Gate nun vor.

Einer fiktiven Figur ergeben
Ein wenig verfing die Idee einer neuen Band dabei doch. Und zwar in Person des Colin Holst. Der stammt aus Kongsberg in Norwegen, wo er hinter dem Haus seiner Eltern ein Studio betreibt. Dort nimmt er einnehmend schöne Musik auf. Holst ist eine fiktive Figur. Eine, der sich Platzgumer auf Holst Gate vollständig ergibt, vornehmlich am Klavier.
Das Klavier verleiht den Songs eine Wirkmacht, die stellenweise fast schon hymnisch anmutet – wiewohl die Lieder nicht bombastisch gebaut sind, Convertible ist ja bloß ein Trio: Platzgumer, Laine und Hannah MacKenna. Aber ein Lied wie Sandy Beaches verströmt dennoch eine Erhabenheit, wie man sie zuletzt bei den frühen Arcade Fire gehört hat, ohne deren Pathos aufzutragen.
Andere Songs verführen mit einem Feeling, das im Spätwerk John Lennons auftaucht: einer Mischung aus Pop-Appeal und Schwermut. So erscheint Holst Gate mit seinen acht Songs als wunderbares Kleinod, dass den freiwilligen Pop-Pensionisten hoffentlich wieder zurück ins Amt bewegt. (Karl Fluch, 11.12.2018)

Ox Fanzine #141

Stell dir vor: Irgendeine Bar, irgendwo in den USA, irgendwann vor – gefühlt – ein paar Jahrzehnten. Draußen parkt der Cadillac, drinnen wird geraucht, was das Zeug hält, und er, Hans Platzgumer, lehnt sich, die Zigarette in der Hand, an das leise spielende Klavier und singt soulig dazu. Gelegentlich dreht die Band, die sich in diesem Fall CONVERTIBLE nennt, wohl so etwas wie eine HP ZINKER-Nachfolgeband ist und in zehn Jahren nun sechs Alben veröffentlich hat, die Gitarren lauter, wird ein wenig hektisch, lässt den Blues raus. Freilich ist Platzgumer Tiroler und kein Amerikaner und „Holst Gate“ 2018 erschienen, aber irgendwie klingt dies alles nicht zeitgemäß. Und das ist gut so. Außer am Ende halt, im achten Track, als er uns zu minimalistischen Elektroklängen was flüstert und zwischendurch, wenn er auch einmal rappt, dann passt es doch noch in die jetzige Zeit, in dieses Jahrzehnt. Was aber eigentlich auch egal ist, ein überzeugendes Album ist dies allemal. (H.C. Roth, 8/10)

music-scan.de

Ein Album wie „Holst Gate“ scheint auf den ersten Blick hin eher für den Sommer geschaffen, weniger für die dunkle und kalte Jahreszeit. Und doch erscheint der sechste Longplayer von CONVERTIBLE Mitte November. Andererseits lässt die sanfte Musikalität direkt schwelgen und die langen Tage und lauen Nächte im kommenden Jahr herbei sehnen. Interessant ist dabei die Mischung aus Verbindlich- und Unverbindlichkeit, die hier geboten wird. Mitunter muten die acht Tracks unscheinbar und seicht an, doch immer dann, wenn die Gedanken abzudriften drohen, erklingt doch etwas, was die Lieder auszeichnet und ihnen Substanz verleiht. Hinter dem Projekt steht Klangtüftler, Literat und Produzent Hans Platzgumer, der sich seit mehreren Dekaden kreativ auslebt und bei dem nichts zufällig geschieht. Wirklich unverbindlich ist sein Rock-Pop dann doch nicht. Der Österreicher nimmt sich aber schon die Freiheit, Hörer mit „Holst Gate“ auszubremsen und Konzentration einzufordern. Zum wohligen, gefälligen Sound und Eindruck steht das nicht im Widerspruch. Der Nachfolger des 2013er Albums „The Growing Of Things“ tut genau das. Wenn man sich hin gehört hat, wachsen die Nummern von CONVERTIBLE im Ohr immer weiter an, bis man in ihnen die subtilen Ohrwürmer erkannt hat, als die sie konzipiert sind. (Arne, 7/10)

Wiener Zeitung

Hans Platzgumer veröffentlicht mit seinem Projekt wieder neue Musik.
Dem Vernehmen nach hätte Hans Platzgumer die Musik beinahe aufgegeben. Irgendwie wurde der Tausendsassa zwischen den Stilen und Disziplinen, der sich außerdem ein Standbein als Schriftsteller erarbeitet hat, über die Erfindung einer für das Endergebnis jetzt gar nicht so wichtigen Kunstfigur namens Colin Holst dann aber doch wieder für ein neues Album inspiriert. Haupt- und Tatsache: Mit dem sechsten Streich seines Projekts Convertible läuft der bald 50-jährige gebürtige Innsbrucker mit New-York-Vergangenheit wieder zur Hochform auf und setzt sich nach den überwiegend akustisch gehaltenen Vorgängerwerken auch wieder unter Strom. Wir hören gerne verschleppte, um soulfulle Bläsersätze erweiterte und auf den Punkt geschriebene Songs, deren Drang ins zart patinierte Classic-Rock-Fach man dem Mann nach Anfängen im Punk und Zwischenstopps mit Laptop so einst nicht zugetraut hätte.
Zwischen dem protestsongtauglichen “The March” und dem als Ausreißer gereichten Ambient-Jazz von “Free” gibt es mit dem knackig-beschwingten “Sandy Beaches” auch mindestens einen sehr hartnäckigen Ohrwurm. Dass “Holst Gate” 31 Jahre nach Platzgumers Solodebüt “Tod der CD!” noch immer auf einer Nämlichen erscheint, fällt dazu in die Rubrik Ironie der Geschichte. (Andreas Rauschal)

Sounds & Books

Das erste Album von Hans Platzgumer und Convertible seit fünf Jahren

Es sollte die große Musikkarriere für Hans Platzgumer werden, bekannt geworden ist der 1969 geborene Österreicher dann aber vordergründig als Literat. So fand er sich 2016 mit seinem auch bei Sounds & Books besprochenen, hervorragenden Roman Am Rand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises wieder. Nach einigen ersten musikalischen Gehversuchen in den 80ern zog Hans Platzgumer 1989 nach New York, gründete H.P. Zinker, mischte den Underground auf, produzierte Tocotronic, wandte sich Mitte der 90er der elektronischen Musik zu, und kehrte mit seinem Projekt Convertible ab 2003 zurück zum Bandformat. Auch Soundtrack,- Theater- und Hörspielarbeiten gehörten in den vergangenen Jahren zu seinem regelmäßigen Schaffen.

Convertible und die Beatles
Convertible Holst Gate Cover Noise Appeal RecordsHolst Gate ist das sechste Convertible-Album und das erste Lebenszeichen seit The Growing Of Things von 2013. Wie üblich entstanden die Texte in Zusammenarbeit mit Hannah MacKenna, die Instrumente spielte Platzgumer selbst ein, assistiert von Chris Laine (Gitarre) und Magnus Lässer (Bläser). Auf Holst Gate verwandelt sich Hans Platzgumer in die Kunstfigur Colin Holst, einen jungen, norwegischen Musiker, der seine Songs in einem abgeschiedenen kleinen Ort schreibt. Was Platzgumer aus dieser Ausgangsposition macht, erinnert im Opener „Final Call“ an die Beatles, circa zurzeit von Abbey Road. Ein getragenes Piano, eine sehnsüchtige George Harrison-Stimmlage, liebreizende Gitarrenlicks, ein bedächtiger Schlagzeugeinsatz und ein leichter Hang zum Drama, der im Verlauf des Albums eine noch größere Tragweite erreicht.

Balladeskes und Theatralisches
Zunächst aber steht mit „Sandy Beaches“ ein geradezu klassischer Indie-Pop-Track mit Hit-Potential. Wobei man ein gewisses Nerdtum mitbringen sollte, um die Hit-Ambition zu erkennen. Das düster-dräuende, dramatisch-opulente „The Gate“ vernebelt einem die Sinne, während „Better Day“ immer noch genügend Drama und Aplomb bietet, jedoch in balladeskerer Form. Wesentlich theatralischer fällt indes „Shadow Scene“ mit Bläsern und Orgel aus, der Soundtrack-Meister in Platzgumer übernimmt. Es folgt das überwältigende, orgiastische und stampfende „The March“, Roger Waters im Indie-Format. Majestätisch gleitet hingegen „You Is Me“ und im abschließenden, gespenstischen „Free“ bleibt nur noch Platzgumers Flüstersprechgesang. Ein Song für unerschrockene Nachterforscher. In die Charts durchstarten werden Convertible wohl nicht mehr, erfreuen aber mit Holst Gate die geneigten Musikenthusiasten. (Gérard Otremba)

Schall Magazin 14/2018

Keine Platten mehr. Keine Konzerte. Und somit auch keine Musik. Soweit der Stand 2016, Hans Platzgumer-Bestseller “Am Rand” erschien, der den Innsbrucker einmal mehr als ernstzunehmenden Schriftsteller darstellte. Nun wird unser Hans Platzgumer, den es schon 1987 ganz freiwillig ins amerikanische Exil verschlug, wo er mit seiner HP Zinker erst einmal für Furore sorgte, also doch wieder rückfällig. Weil er wieder Musik macht und mit “Holst Gate” nun gar ein neues Convertible-Album, das sechste, an den Start bringt. “Getting round for a brand new day, getting round for a brand new day…”. Große Momente, wie hier in “Better Day”, gibt es derweil zuhauf. Und das nicht nur in lyrischen Ergüssen, die er wieder mit Hannah MacKenna in Szene setzte. “Better Day”, “Sandy Beaches”, “Free” – Convertible ist wieder gut für positive Momente, die sich in pathetische Finalen hineinsteigern, welche gerne als beatleresk charakterisiert werden dürfen und die ihren Höhepunkt im schwelgerischen Kleinod “You Is Me” finden. Bleibt abzuwarten, wie es sich mit dem Sachverhalt der Konzertabstinenz verhält. (Carsten Agthe)

Cute & Dangerous To Go 12/2018

Was macht man mit einem Album, was eigentlich einem Genie entsprungen ist, aber nicht wirklich den Geist des Genies freilässt? Aber macht es nicht gerade ein Genie aus, wenn nichts mehr so ist wie es sein sollte, zu sein scheint und doch alles in sich selbst eigenständig und für sich allein stehend wirkt? Hans Platzgumer, richtig kenne wir von den genialen Taten des H.P. ZINKER, hat hier alles zusammen gestrickt was in seinem Genie Platz hatte. Natürlich reicht eine CD, ein Album, nicht aus um dem Genie Raum zu geben, aber vielleicht sehen wir es als Intro für weitere Geniestreiche. (7)

that new music blog

Review zu „Holst gate“ von Convertible | Das Debütalbum von Convertible ist nicht nur wegen seines Coverbildes und der musikalisch dahintersteckenden Person spannend. Auch die Stücke und der Sound von „Holst gate“ können sich sehen lassen.
Pack ein schönes, altes Auto auf das Cover und das Album wird super! Herr Statistik-Prof, bitte einmal kurz weggehört. Ja, okay, vielleicht haben wir es hier mit keiner Signifikanz zu tun, aber es ist nun mal Fakt, dass in den 2010er-Jahren gleich zwei Platten mit schicker Karre auf dem Artwortk absolute Dauerbrenner waren. Man denke da nur an die herrliche Herbststimmung vom Arcade-Fire-Drittling „The suburbs“ und die krachige Hit-Maschine „El camino“ der Black Keys. In ein gutes Umfeld reiht sich diesen November das Debütalbum von Convertible, welches auf den Namen „Holst gate“ hört und ein fesches Muscle-Car in der Convertible ergo Cabrio-Variante abbildet. Aber genug der Kunst, auf zum Inhalt. Hier kann die Platte zwar nicht mit den beiden genannten Meisterwerken mithalten, bietet aber trotzdem mal mindestens angenehme Unterhaltung. Dass sich hinter Convertible nur eine einzige Person versteckt, die gleichzeitig auch noch ein Österreicher in den letzten Zügen der Vierziger ist, verrät dabei nur der beiliegende Promo-Text. Der ehemalige Musiker und nun Autor Hans Platzgumer versteckt sich für die acht vorliegenden Songs außerdem noch hinter einer eigens für dieses Projekt kreierten, norwegischen Kunstfigur. Weder skandinavisch noch österreichisch klingt hingegen „Holst gate“. Von der ersten Sekunde an erinnert die Scheibe an das zweite Werk der Last Shadow Puppets, welches derartig schön britische und amerikanische Musik verschmelzen ließ. Auch an vielen anderen Momenten erinnert Convertible an Miles Kane und Alex Turner. Einer mysteriös voranziehenden Zuckerstück wie „Final call“ fehlen eigentlich nur die Streicher-Arrangements von Owen Pallett. Diese werden jedoch immer wieder von tollen Bläsern ersetzt, die zum Beispiel „Better day“ ein starkes Ende verleihen. Noch schöner ist nur das folgende „Shadow scene“, welches knisternd von einem dezenten Piano getrieben wird. Da darf man schon mal zum wiederholten Male zum Auto-Cover greifen – auch als Fahrrad-Verfechter. Und etwas von statistischer Signifikanz daherbrubbeln.
Vergesst schnell alles, was ihr über SPSS gelernt habt und stürzt euch ins Vergnügen.

Waste Of Mind

Hinter Convertible steht der nicht mehr ganz junge Hans Platzgumer, „Holst Gate“ ist das sechste Album der Band – aber eines mit einer netten Storyline. Eigentlich hatte Platzgumer nämlich entschieden, keine Konzerte mehr zu spielen, vielleicht auch keine Alben aufzunehmen, da tauchte plötzlich eine Kunstfigur, ein Norweger, ein junger Musiker namens Colin Holst vor seinem inneren Auge auf.
Der soll in einem Kaff namens Kongsberg, in der dortigen Holst Gate ein Studio betreiben und typische klare nordische Songs schreiben. Und wie hören die sich an? Unspektakulär, aber über weite Strecken durchaus schön. Irgendwo zwischen Pop und Rock, Schwermut und dem Wunsch ehrwürdig, aber auch dynamisch zu klingen entstehen ein paar Kleinode wie etwa „The Gate“. Entspannt, aber nicht gleichgültig. (Tito)

der-hoerspiegel.de

Der Österreicher Hans Platzgumer ist ein Multitalent. Nicht nur ist er seit Jahren erfolgreich in der Musikszene, auch als Autor hat er sich einen Namen gemacht, wurde sogar für den deutschen Buchpreis nominiert. Nun hat er mit seiner Band Convertible sein siebtes Album herausgebracht. Mit sehr vielen Molltönen, irgendwie schräg und so gar nicht Mainstream. Relativ ruhig, und das Lied „Free“ ist gar komplett im Flüsterton. So bunt wie das Cover ist, so disharmonisch ist die Musik. Acht Songs mit einer eher düsteren Grundstimmung und einer Laufzeit von 37 Minuten. (Christine Rubel)

toughmagazine.de

Acht Songs in 37 Minuten Spielzeit präsentieren uns Convertible auf „Holst Gate“.
Hans Platzgumer, der Kopf der Band Convertible hat nun bereits ca. 2000 Konzerte gespielt und ist seit 1987 aktiv.
Auf seinem neuen Album präsentiert er uns Songs, die sich im Bereich des Rock und Pop ansiedeln und dort durchaus einen vernünftigen Eindruck, und ja, den ein oder anderen Ohrwurm, hinterlassen.
Schon der Einstieg „Final Call“ mit gutem Gesang und schönen Pianopassagen lässt den Hörer sich entspannt zurücklehnen und genießen, was jetzt auf einen zukommt.
Und tatsächlich entfalten sich weitere Highlight, wie „The Gate“ mit einem sehr spannenden Aufbau und einer guten Songstruktur.
Mega entspannt aber auch interessant ist das Stück „Shadow Scene“. Die Instrumente sind gut gespielt. Doch die Stimme ist hier an der ein oder anderen Stelle doch ein wenig zu unnatürlich langgezogen.
Es gibt aber auch andere Sachen, die mich ein wenig stören.
Die Songs sind zwar im Einzelnen gut aber auf die komplette Distanz von 37 Minuten Spielzeit am Schluss doch ein wenig zu langatmig.
Am Anfang habe ich mich gewundert, dass das Album nur acht Songs hat. Aber dies ist hier auch genau richtig. Zwei weitere Songs wären zu viel gewesen.
Im Großen und Ganzen aber ein gelungenes Werk, das sicher Fans zufriedenstellen wird.
Hörer von ruhiger Popmusik dürfen dies gerne mal antesten. (Review von Thorsten, 2,7/5)

Haubentaucher

Einer, der in den vergangenen drei Jahrzehnten viel mehr zur österreichischen Musik beigetragen hat, als der durchschnittliche Formatradiohörer je verstehen wird, ist wieder da. Hans Platzgumer. Einst ein junger Wilder aus dem noch wilderen Tirol, der das Forum Stadtpark rockte (damals durfte man das noch sagen). Wenig später schon international bestens vernetzter Leader von HP Zinker, der sich mit einem Haufen der steilsten Musiker dieses Planeten die Bühne teilen durfte.
Platzgumer, dem es irgendwie in der Zwischenzeit schon ziemlich reichte mit dem Musikerleben und der als Schriftsteller reüssierte, zog sich dann aber doch nicht in den Vorruhestand zurück. Ganz im Gegenteil: Sein Alter Ego Colin Holst hat mit seiner Band Convertible ein unglaublich solides und verflixt schönes Album am Start. Schon das Cover (unbedingt die Vinyl-Version kaufen!) verrät es: Hier gibt es keine E-Cars, sondern ein prachtvolles rotes Cabrio. Hier wird auch nichts recycelt und dennoch ist “Holst Gate” vor allem auch eine Hommage an die Indie-Rock-Geschichte. Wenn man mag, kann man Anklänge an skandinavische Bands, an Iggy Pop, an 100 andere heraushören. Man kann sich aber auch einfach zurücklehnen, ein Glas Whisky in der Hand und: Hemmungslos Genießen. Geniale Platte, Mr. Platzgumer.

www.heavy-metal.de

Chamäleon am Werk
Von Traumtänzern. Dreiergespannen und norwegischer Märchenstunde
Nun gebe ich zu, eine weitere Musikwissenslücke in mir zu entdecken. Hans wer? Hans Platzgumer. Na klar. Kenn ich nicht. Und warum nicht? Weil ich noch nicht drauf gestoßen bin; zumindest nicht bewusst. Im Grunde ist des Norden´s Hans kein unbescholtenes Blatt. Seit rund 30 Jahren musikziert er mit den verschiedensten Bands/Solisten und möglicherweise gibt es doch ein Projekt, das ich kenne? Gerade lese ich, dass er jahrelang Mitglied bei den Punkrockern „Goldene Zitronen“ war. Da glüht das Lämpchen natürlich sofort.
Seit Jahren produziert er Filmmusik und Hörspiele, und seine Musik ist meist elektronisch und sehr verspielt. Außerdem ist Hans Autor diverser Bücher. Man sieht, er hat keine Langeweile.
Unten angehängt sind ein paar Websites, die etwas mehr über Hans verraten…
Nun ist die aktuelle Scheibe nicht das, was ich jetzt einen fetten Metalbatzen nenne, aber sie ist durchaus in seicht rockigen Gefilden angesiedelt. Die, z.T. mit Piano untermalten Stücke, sind in jeder Hinsicht angenehm zu hören. Ich verspüre Entspannung und ein wohliges, aber kühles, Wonnegefühl. Hauptwriter ist Hans, der hier aber zusammen mit Hannah und Chris, als gemeinsames Projekt, dieses wundersame Werk zur Vollendung brachte. Jedes Stück ist anders, einzigartig, unberechenbar in seiner Art und absolut in keinem Genre zu Hause. Man muß sich aber darauf einlassen. Nebenbei hören funktioniert nicht. Hinsetzen, Füße hoch, vorher Schelle abstellen und Telehörer zur Seite legen, Augen zu und einfach genießen.
Die Scheibe ist nicht für jeden Tag, dafür aber für sehr besondere Momente.
Horch doch mal… (Sista S.)

mix1.de

Convertible veröffentlichen am 16. November 2018 das Album “Holst Gate”. Es ist Convertibles sechstes Album. Die Texte sind wie immer gemeinsam mit Hannah MacKenna entstanden. Diese Band agiert über räumliche Grenzen hinweg in Wien und Boston und in L.A. Im Kopf aber hat sie diesmal die endlosen Weiten Norwegens bereist. Es war ein ungewöhnlicher, bunter, eindrücklicher Trip. „It was the perfect sort of night“, heißt es in der ersten Textzeile. Der Rest ist ein Triumph. (5/8)

Musik Global

Der Österreicher Hans Platzgummer ist aus den USA zurück. Er schlüpfte in die Kunstfigur Colin Holst, der in Norwegen an der Holst Gate ein Studio hat. Als dieser Colin Holst sitz er am Klavier und singt. Mit dabei sind Musiker aus Los Angeles und Boston und produziert wurde die ganze Sache über das Internet. Die Musik soll vom Norden inspiriert sein, was nicht unbedingt zu hören ist. Irgendwie fehlt bei dieser Musik die Würze, sie ist gut, die Stimme besticht, aber ich werde nicht warm damit. Dieses Album muss man nicht gehört haben. Fredi Hallauer

Interview The Gap

Family, Friends ’n’ Fools – Hans Platzgumer im Interview
(Thomas Weber)

Wieder einmal hat Hans Platzgumer eine Schnapsidee konsequent weiterverfolgt und mit seiner Band Convertible ein stilistisch unerwartetes Pop-Kleinod geschaffen. Der Musiker, der mittlerweile von Theatermusik und seiner erfolgreichen Schriftstellerei lebt, über seine verschrobene norwegische Kunstfigur Colin Holst, den Schmäh von Phil Spector und die Mühsal, als Band, die keine Konzerte mehr spielt, ein Publikum zu erreichen.


Wie geht es Colin Holst?

Gut, glaub ich, sehr gut. Der macht halt in Norwegen in Kongsberg sein Zeug. Er ist ein leicht autistischer, zurückgezogener Typ und macht unbeirrt sein Ding im Studio. So weit ich ihn kenne halt. Aber ich hab ja keinen Roman über Colin geschrieben, auch wenn ich kurzfristig überlegt hatte, das als literarische Geschichte auszuarbeiten. So aber bleibt es bei einer vagen Vorstellung von diesem Typen, der in Kongsberg abseits des restlichen Treibens in seinem Holst Gate Studio Musik macht. Er ist eine konstante Figur, die mich sehr inspiriert hat. Es kann sein, dass ich ihn nach diesem Album in seinem Studio in Holst Gate zurücklasse, vielleicht suche ich ihn aber auch noch mal auf.
Diese Kunstfigur Colin Holst hat sich für mich irgendwie derart verkörpert, dass sich das Album wie von selbst gemacht hat. Ganz so, als hätte das nicht ich, sondern wirklich eine Figur in Norwegen gemacht. Ich hab dazu auch eine große Distanz. Natürlich bin ich jetzt kein totaler Psychopath, der damit gar nichts zu tun hat. Aber es ist alles ein bisschen anders als bei früheren Alben. Und es tat mir gut, dass ich als er andere Sachen machen kann: Bläserarrangements und lange, hypnotische, repetitive Teile. So was hab ich mit Convertible davor ja noch nie gemacht. Auch die Produktionsweise war ein eigener Stil, auf den ich als Hans Platzgumer nie gekommen wäre. Vielleicht hat Colin Holst aber auch auf mich gewartet und ist einer dieser Typen wie ich ein paar im Freundeskreis habe, die ständig im Homestudio herumtüfteln, immer an Entwürfen werken, die aber nie etwas fertigmachen. Vielleicht bin ich als Besucher also auch der Typ, den er gebraucht hat.


Und wieso Norwegen?

Keine Ahnung, das hat sich irgendwie ergeben und war nicht geplant. Chris Laine, mein Bassist, ist Amerikaner und hat ein Haus und ein Studio, das ganz abgelegen in Vorarlberg in der Nähe von Dornbirn liegt, in Bildstein. Dort jammen wir oft, reden und dort ist die ganze Holst-Gate-Sache wie aus einer Schnapsidee heraus entstanden. Ich dachte anfangs eher an College-Sounds einer Kleinstadt in Ohio, wir fanden das aber nicht inspirierend. Chris meinte dann, das wäre eindeutig ein europäischer Sound. Und Gate meint ja nicht das Tor, sondern Gate heißt auf Norwegisch Straße.


Ich muss gestehen, dass ich beim Hören von »Holst Gate« dauernd darauf warte, dass Paul McCartney ins Duett einstimmt.

(lacht) Da müsste man Paul fragen, ob er noch einmal Lust hat. Ich bin ja ein großer John-Lennon-Fan, insofern stimmt das: Dann wäre ich ja Lennon und er Paul McCartney. Und es geht auf dem Album viel um Songwriting, darum Sachen auf den Punkt zu bringen. Da kommt man an den Beatles und an John Lennon eh nicht vorbei. Insofern trifft es das. Meine Referenz waren aber eher die Produktionen von Phil Spector. Als das erste Lied, »Final Call«, noch ganz roh war, gab es gute Akkorde, gute Melodien, es war aber noch ein bissl beliebig – da meinte Chris, ich solle ein paar Moll-Akkorde gegen Dur-Akkorde austauschen und den Beat wie ein Metronom und das Tempo stur, unpathetisch und hart durchlaufen lassen. So hat Phil Spector »Mother« von John Lennon in den 70ern produziert.
Davon lebt auch unser Album jetzt: Klavier-Songwriting mit einem effizienten, klaren Schlagzeug und dazu kommen nordische Aspekte und Bläser, die Weite evozieren. Es ist sehr fett geworden. E-Gitarren waren gar nicht geplant, damit hatte ich eigentlich schon abgeschlossen, das hat sich dann aber als zusätzliche Schicht und als Wall of Sound fast von selbst hinzugefügt. Auch für Hannah MacKenna, mit der ich fast alle Texte gemeinsam geschrieben habe, hat sich das in Boston sitzend gut ergeben. Sie ist zwar Amerikanerin, hat aber schwedische Vorfahren und kommt familiär aus dem skandinavischen Raum. Die Idee hat sie sofort kapiert und mitgetragen, von den ersten Akkordfolgen und Skizzen an.


Hat dein Erfolg als Autor und das Bücherschreiben dein Songwriting eigentlich verändert?

Das sind komplett andere Welten. Bücher kann ich nur auf Deutsch schreiben, sicher nicht auf Englisch. Das ist wieder eine andere Person in mir. Textlich habe ich zu großen Teilen mit Hannah geschrieben, manche Songs sind ja textlich auch nur von ihr. Nein, Songwriting hat mit dem Bücherschreiben gar nichts zu tun. Songwriting ginge, wenn, dann eher in Richtung Gedichte und Lyrik, aber das kann ich sowieso überhaupt nicht. Das wäre ein komplett anderer Ansatz. Nichtsdestotrotz waren uns die Texte schon wichtig. Wir finden sie auch sehr gut, deshalb haben wir sie auch im Booklet abgedruckt – weil wir wollten, dass Leute sie verstehen. Es war ein sehr genauer Prozess, bei dem wir auf jedes Wort geachtet haben.


Nichtsdestotrotz scheint es, als hätte die Band Convertible deutlich an Bedeutung für dich verloren.

Das stimmt, ja. Ich spiele keine Konzerte mehr. Nach fast 2.000 Konzerten in meinem Leben mag ich mich nicht mehr auf die Bühne stellen. Eigentlich war es gar nicht geplant, das Album als Convertible zu veröffentlichen. Wir wollten das als vermeintliche Norweger unter Pseudonym rausbringen, was uns dann aber als schwer umsetzbar schien, und wir entschieden, das besser Ziggy-Stardust-mäßig zu machen. Da war auch allen klar, dass es sich um eine Kunstfigur und um David Bowie handelt. Sonst könnten wir uns jetzt nicht unterhalten und irgendein norwegischer Freund müsste jetzt gefakte Telefoninterviews geben. Wir haben sowas in den Nullerjahren unter dem Namen Queen Of Japan ja schon einmal durchgezogen. Das war damals sogar ein Welthit, den Coca-Cola für einen Werbespot wollte. Damals war uns aber rasch zu anstrengend, den Gag weiter durchzuziehen. Da hab ich gemerkt, dass so ein Spaß schnell nur mehr Arbeit bedeutet. Das wollte ich diesmal vermeiden und mich auch nicht hinter der Musik verstecken. Wir haben Colin Holst als Inspirationsquelle genutzt, wir wollten ihn nicht als Klotz am Bein empfinden.


Viele Alben werden mittlerweile nur veröffentlicht, um einen neuen Anlass für Konzerte und eine Tournee zu haben oder um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Wie seid ihr präsent, wenn ihr keine Konzerte mehr spielt?

Das ist tatsächlich schwer und ich habe das Label auch vorgewarnt. Weil ohne Konzerte ja kaum mehr etwas verdienbar ist. Aber was soll’s, das ist halt nun mal so. Das muss man in Kauf nehmen. Es ist deshalb schwieriger, das bekannt zu machen, und unmöglich, damit Geld zu verdienen. Es muss aber trotzdem gemacht werden.


Wie findet ihr dann euer Publikum?

Ich hoffe, dass das alles selbst seinen Weg geht, dass das Label was erreichen kann und setze darauf, dass es eindrückliche Songs sind, die sich letztlich durchsetzen. Vielleicht nicht ganz schnell, aber halt im Lauf der Zeit. Vielleicht passiert irgendwas Unvorhersehbares. Vielleicht kommt einer der Songs mal in einem Film vor. Mir würde auch taugen, wenn jemand Bekannter, der viele Konzerte gibt, einen unserer Songs covert. Es sei hiermit freigegeben. (lacht)


Spielt Radio noch eine Rolle? Werdet ihr gespielt?

Auf FM4 wahrscheinlich schon und von College-Radios. Von den großen Formatradios sicher nicht. Es ist alles nicht mehr so leicht wie früher. Weil wir vorhin von den Beatles gesprochen haben: Auch deren Produktionen, »Strawberry Fields« etwa, das ist ja schmutzig produziert und hätte in seiner Lässigkeit heute wahrscheinlich keine Chance mehr ins reichweitenstarke Radio zu kommen. Damals war das aber überall. Aber du hast schon Recht, die Verbreitung ist sehr schwierig geworden. Was wahrscheinlich hilft ist ein super Video zum Song »Final Call«, gemacht von Chris, unserem Bassisten, der im wirklichen Leben ja Kameramann in Hollywood ist. Es wird auch noch zwei, drei weitere Videos geben, aber es ist halt alles verzögert, weil es keine Budgets gibt und alles in der Freizeit passiert. Ich vertraue einfach auf die Stärke der acht Songs.


»Holst Gate« von Convertible ist heute bei Noise Appeal Records erschienen, Hans Platzgumers aktueller Roman »Drei Sekunden Jetzt« im Zsolnay Verlag.

City Guide Rhein Neckar November 2018

Jetzt ist Hans bald 50 und inzwischen als Schriftsteller erfolgreich, sein letzter Roman wurde ein Bestseller. Es ist genug, sagt er: keine Gigs mehr. Vielleicht auch keine Alben. Eine Erleichterung überkommt ihn. Und in diese Erleichterung hinein schiebt sich eine Kunstfigur, ein Norweger, ein junger Musiker namens Colin Holst.