DOOMINA – ORENDA / NOISE69, CD NOISE70, 2xLP

DOOMINA – ORENDA / NOISE69, CD NOISE70, 2xLP

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noise69, CD
noise70, 2xLP

STATUS
available

RUNNINGTIME
56 min. 37 sec.

TRACKLIST 2xLP
A1 Sonett
A2 Soyuz II
A3 Synaesthesia
B1 I, Barbarian
B2 Tiny Danza
B3 The Thing With Feathers
C1 The Voynich Manuscript
C2 Limerence
C3 Farnsworth Paradox

PRESSING INFORMATION
300 copies, gold & transparent viny, D-side etching & download code included

TRACKLIST CD
01 Sonett
02 Soyuz II
03 Synaesthesia
04 I, Barbarian
05 Tiny Danza
06 The Thing With Feathers
07 The Voynich Manuscript
08 Limerence
09 Farnsworth Paradox

PRESSING INFORMATION
500 copies, digipak

RELEASE DATE
19.10. 2018

Ox Fanzine #141

Die Klagenfurter DOOMINA haben sich in den vergangenen Jahren zu einer Fixkonstellation in der deutschsprachigen Post-Rock-Sphäre entwickelt. Auf „Orenda“ führen sie einen noch durchdachteren, geschliffeneren und mitreißenderen Sound vor als auf ihren bisherigen Platten – vor allem die Produktion der Rhythmussektion erinnert an Szenegrößen wie PELICAN. In den oft nah an Post-Metal schrammenden Liedern rumpelt es, es knistert und flirrt. Die einzelnen Tracks, allen voran der mächtige „Soyuz II“, erscheinen als erfrischend ungestüme Hörbilder, die vorwärts preschen und sich nicht zu lang beim selben Melodiefaden aufhalten. In seiner Gesamtheit vermag das Album allerdings nicht aus dem dicht bespielten Gebiet des Post-Rock-Genres auszubrechen. (Simon Nagy, 6/10)

Labandzi Spiew

Genre: post-rock, influences: yes, information: “something something Doomina”. Those artists from Austria have no time for bullshit and instead of writing essays about themselves, they let the music introduce them. Recently they’ve done that on their fourth and the most developed album called Orenda.
Their music is made of hard, masculine post-rock bordering tightly with doom-like guitars and southern climate. Still though, there’s so much imaginativeness and grace in their music that I for once, although quite tired of doom metal, became a fan. The album is long, varied and well thought through as a whole. Some of the most interesting fragments involve the drum-oriented middle part of Soyuz II, crushingly guitar-filled Synaesthesia, or the epic composition of The Thing With Feathers.
When the Austrians gain speed, there’s nothing that can stop them. The energy and power hidden in their guitar music does not only overwhelm but also inspires. Even though there’s a short fragment of peace in Tiny Danza, the band is quick to come back to the chosen path of epic noise.

stormbringer.at

… und dann sind da wieder diese Bands, die man sich eigentlich für einen Quickie in der Underground-Reihe an Land gezogen hat und die dann plötzlich und unerwartet so einschlagen, dass man, ehe man sich versieht, mit mehr da steht als einer Kurzbesprechung. Umso bezeichnender, dass ebenjene Band, DOOMINA aus Kärnten, um sie (ohne zweideutige Witze, die einem dann doch auf der Zunge liegen…) beim Namen zu nennen, auch noch zufällig für ein Konzert in der Nähe des Rezensenten weilte und dort auch live auf ganzer Länge überzeugen konnte. [Anm. d. Lekt.: Der aufgelegte Witz wird ausgelassen? Oho!] Denn, soviel kann schon vorausgegriffen werden, was DOOMINA mit ihrem neuen Streich „Orenda“ der Welt präsentieren, das ist ganz großes Kino für die Ohren.
Post-Rock ist ja so eine spezielle musikalische Schiene, die beim Einen für musikalische O(h)rgasmen sorgt, während Andere angesichts der Vorsilbe „Post-“ bereits die Flucht ergreifen. Ja, das Genre hat sterbenslangweilige Auswüchse, doch auch wirklich überwältigende Würfe, zu welchen man nun auch „Orenda“ zählen kann. Dabei bedienen sich DOOMINA nicht nur beruhigter Post-Rock-Muster sondern setzen auch auf kernigere Klänge, die sich in Form exzellent verarbeiteter Eruptionen zeigen, die es mit großem Geschick verstehen auf der Klaviatur der Emotionen des Hörers zu spielen. Gerade Letzeres ist eine der hohen Künste, die nicht viele Bands beherrschen; Den Zuhörer in allen Belangen emotional abholen zu können und ihn auf eine musikalische Reise in eine bittersüße Traumwelt mitzunehmen.
„Sonett“ beginnt getragen, fast ein wenig melancholisch und lässt sich die Zeit die es braucht, bevor es das erste Mal die angezerrten Gitarren singen lässt. Das folgende „Soyuz II“ wirkt anfangs so fragil und zerbrechlich, baut sich doch langsam und stetig auf und offenbart sphärische Melodien und pumpende Rhythmen, die sich zu einem furiosen, aufwühlenden Finale auswachsen. Weich und fließend schmeichelt sich „Synaesthesia“ ins Gehör und fesselt durch sein gekonntes Spiel mit sanften und ruppigeren Passagen. Zunächst fast bedrohlich baut sich „I, Barbarian“ mit grummelndem Stoner-Riffing auf und hält mit dramatischem Spannungsbogen das Interesse auf der Spitze. Die träumerische Interlude „Tiny Danza“ leitet zum über Elf Minuten füllenden Brocken „The Thing With Feathers“ über, welches sich trotz seiner Länge schon nach kürzester Zeit als der beeindruckendste und mitreißendste Titel des Albums herauskristallisiert. Der Song überrascht mit einem wunderbar stimmungsvollen Mittelteil mit weiblichem Sprechpart, welcher, durch die Tatsache, dass es sich um die einzige menschliche Stimme überhaupt auf diesem Album handelt, besondere Eindringlichkeit entwickelt. Das dazu passende geradezu fragile Zusammenspiel mit wunderbaren, wiederkehrenden Harmoniemustern entschleunigt und beruhigt, ehe sich der Titel zu einem kräftigen Finale aufbaut, welches die verschiedenen Muster noch einmal aufgreift und mehrstimmig-opulent zu einem schlüssigen und grandiosen Ende führt.
„The Yoynich Manuskript“ setzt wieder auf sphärische Klänge, flirrende Gitarrenläufe und das gekonnte, emotional berührende Spiel mit sanften Klängen und harschen Eruptionen, die dergestalt wunderbar ineinander verwoben sind, dass man sich ohne Reue tief in den komplexen musikalischen Kosmos von DOOMINA fallen lassen kann. Kürzer und geradliniger entwickelt auch „Limerence“ seine eigene Faszination und lockt den Hörer mit süßen Melodien tiefer in den Wald der Klänge, um ihn dann am Höhepunkt jäh wieder hinaus zu stoßen. Am Ende lauert mit “Farnsworth Paradox“ noch einmal ein beinahe Acht Minuten starker Monolith, welcher durch sich perfekt ergänzende Melodieläufe und herzzereißend klingendes Riffing im Gedächtnis bleibt und mit seinem harschen, aufwühlenden Ende dem Album einen würdigen Schlusspunkt setzt.
In „Orenda“ steckt soviel Schönheit, dass das Album jenen, die auch die mitschwingenden, tiefgreifenden Emotionen von Musik auffassen können, ein Hörerlebnis beschert, aus dem man sich nur schwer wieder lösen kann. Einmal eingelegt, entwickelt das Album durch seine Verbindung aus träumerischem Post Rock und seinen wohldosierten Einflüssen aus Stoner und Doom eine Magie, die einen für eine Stunde lang die Welt ringsum vollkommen vergessen lässt. Klar und erhaben strahlen die gereiften, abwechslungsreichen Kompositionen von DOOMINA am alpenländischen Musikhimmel, dass man sie am liebsten umschließen und nie wieder loslassen möchte. Wer dieses Album verpasst, ist selbst schuld. (Anthalerero, 5/5)

merchantsofair.com

Orenda is an album released in October 19, by Austrian post rock group Doomina. Almost one hour long, the album has nine tracks: Sonett, Soyuz II, Synaesthesia, I, Barbarian, Tiny Danza, The Thing With Feathers, The Voynich Manuscript, Limerence and Farnsworth Paradox. With a lucid proficiency, and melodies consecrated with a gracious level of beauty, there is a general simplicity on this album that contrasts heavily with its poetic profoundness and cohesive immersion into an infinite ocean of introspective calmness. With a methodic style and a robust, effortlessly expansive sense of density, the music of Doomina is an erudite collision of sonorous precision, where every note finds instantly the exact space conceived to encounter the objective grace of its sensibility. With a dimensional gravity that understands the serenity of its majestic graciosity, Orenda has a marvelous sound that naturally departs from the boundaries of its own existential premises, eager to disrupt the relentless tiredness that compromise the integrity of all the sincere energy left untouched in the world.
While the sound of the group is somewhat simple, easy to comprehend and to assimilate, their style is strongly playful and consistent, compatible with their melodic interchangeable cadences, and aligned with its glorious rhythmic continuity. There is a calmness in the surface that is never disrupted, even when the sound becomes more furious or seems reluctantly impulsive. Nevertheless, the harmonies are organic enough to maintain the equilibrium in all the corridors of its entire effusive anatomy, never disrespecting, displacing nor violating the cohesiveness or the tissue of its mordacious and peaceful, though subtle elegance.
Doomina is a band that has confident domain over the entire sensible and technical aspects of their formidable degree of musicality. With a flexibility that propitiates to them being rigid enough to sustain the ardent cohesion of the melodies, while at the same time they exasperate the serenity of their harmonies in a sweetest storm of poetic flavors, the group never struggles with difficulty; inspiration comes easy to them, as graceful notes dilute into a diligent rapture of musical splendor, closer to an everlasting night that anticipates the creative sensibilities of a glorious solitude, in an arduous realm of spectacular infinity.
Orenda is a formidable album, thoroughly poetic and dreadfully anticipating the sensational grace of a world to come. With soul, sensibility, consistency – and a vividly genuine style –, Doomina, with this marvelous record, has definitely elevated the standards for post rock. Undoubtedly, the genre has reached its greatest achievement so far, with this marvelous masterpiece. (Wagner)

Bad Alchemy 100

DOOMINA Orenda (Noise Appeal Records, noise69, CD/2xLP): Die mit einem schönen Wortspiel getauften Österreicher hatten sich zuerst zwischen Oben (‘Aeronaut’) und Unten (‘Below’) für “Elsewhere” (2012) entschieden und etwaigem Stirnrunzeln mit dem spanischen Gitarrensolo ‘Mockingbird’ gespottet. Daniel Gedermann & Lukas Geyer (Gitarren), Christian Oberlechner (Bass) und Erich Kuttnig (Schlagzeug) mögen ja zum Fototermin Blaubärte mimen, der Sinn steht ihnen aber nach “Beauty” (2013) und – man braucht “Doomina” (2015) nur richtig zu lesen (als Kofferwort aus Anima und Mood) – nach beseelten Stimmungslagen zwischen Oben (‘Kepler 10b’) und einem Unten – das sich in ‘Behold… The Fjord!’ und ‘Prince of Whales’ abzeichnet als Unterwelt des Arctopus und von Moby Dick. Daran knüpfen sie hier an mit dem Oben von ‘Soyuz II’ und der Optik schmelzender Eisberge. Beschworen sie einst mit ‘Deus ex herba’ schon die Grünkraft, so nun mit “Orenda” die Lebenskraft in der animistischen Vorstellung der Irokesen. Der ungrüne Daumen zeigt jedoch in die eigene Richtung – ‘I, Barbarian’ [Asimovs “I, Robot” winkt von Weitem]. Uns Barbaren täte es gut, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern als ‘Tiny Danza’. Das Wort ‘Limerence’ (Amour fou), eben erst bei Doc Wör Mirran gelernt, hat gleich seinen zweiten Auftritt. Dass die vier aber ihre Nasen nicht nur in alte Medien stecken, von denen ‘The Voynich Manuscript’ das rätselhafteste ist, verraten sie, wenn sie mit ‘Farnsworth Paradox’ auf die Paralleluniversenkuddelmuddel-Episode von Futurama anspielen. Der musikalische Bogen nimmt vom netten ‘Sonett’, das in sämiger und klingeliger Gitarren-Wallung stufig ansteigt, paukend und massiv riffend Kurs auf stellar flimmernde Klangquadranten, um der Sphärenharmonie zuzustreben. Andererseits trampeln da knurrige Orks mitten durchs Gemüsebeet, die es mit flauschig trillerndem Nachdruck zu zivilisieren gilt. Doomina träufelt dafür Emily Dickinsons ganz eigene Definition für das ärgste Übel in Pandoras Parabox in die Ohren: “Hope” is the thing with feathers / That perches in the soul / And sings the tune without the words… Und lässt dazu die Gitarren als Hoffnungs- und Geheimnisträger singen und schwärmen. [BA 100 rbd]

Legacy Magazine 117

Die Kärnter verzaubern mit ihrem Instrumental-Rock schon seit über zehn Jahren eine feine, eingefleischte Klientel. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass Album Nummer vier erneut eine höchst emotionale Angelegenheit geworden ist. Was für den einen fad und öde klingen mag, ist für die Klientel, die sich von Musik führen lassen kann, eine traumwandlerische, ja fast schon hypnotische Erfahrung. Dabei versteht es das Quartett vorzüglich, immer wieder mit den innersten Gefühlen der Zuhörer zu spielen, nebst atmosphärischen Gitarrenharmonien werden auch schon mal richtig brachiale Gitarrenwände dargeboten, die einerseits ein wenig erschrecken, andererseits die ganze Geschichte angenehm auflockern. Ihren ureigenen Reiz haben Doomina auch im vierten Anlauf nicht verloren, diese teilweise eingewobenen musikalischen Ausbrüche, die hätte der Rezensent halt doch gerne ein wenig öfter gehört. (RR, 10 Punkte)

Falter 43/2018

Kundiger Postrock aus dem Süden Österreichs
Der Bandnamen Doomina führt in die Irre. Das Wortspiel mit der strengen Domina und dem Doom Metal, in einer Spielart der Harten-Buben-Musik, bei der die schwere Dröhnung verlangsamt und unbedingt anders als glücklich verabreicht wird, lässt nämlich keine Rückschlüsse auf die Musik zu, sondern ist letztendlich genau das: ein Wortspiel. Mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug besetzt, spielt das 2006 in Kärnten gegründete Quartett Postrock, instrumentale Rockmusik voll Atmosphäre also. Das Cover ihres dieser Tage beim Wiener Label Noise Appeal erscheinenden vierten Albums “Orenda” haben Doomina grau in grau gehalten, die durchschnittlich gut sechsminütigen Stücke zeigen in ihrem Facettenreichtum aber, dass hier mehr als nur ein Gedanke an das Thema “Spannungsaufbau” verschwendet wurde. Das epische “The Thing With Feathers” dauert gar elf erfreulich unfade, weil gleichzeitig ruhig fließende und dann aber doch auch wieder ereignisreiche Minuten; als kürzestes Stück des Albums steht ihm der Zweiminüter “Tiny Danza” zur Seite – Parallelen zum Elton-John-Klassiker “Tiny Dancer” konnten keine festgestellt werden. Die Albumpräsentation am Monat eröffnet die Shoegaze-Indie-Metal-Band Archivist. (GS)

Gezeitenstrom

Eine alles durchdringende Geisteskraft.
​Reden müssen wir über die österreichische Formation Doomina. Denn das Quartett lässt aktuell mit dem neuen Album „Orenda“ die Herzen von Post-Rock Fans höherschlagen. Die Vier zelebrieren einen modernen Post-Rock mit Hang, auch davon in härtere Gefilde abzudriften. Auf eine äußerst melodische Art und Weise. Doomina werden in Zukunft noch öfters von sich reden machen, die Band hat enorme Qualität und Potenzial. Eine beeindruckende Performance auf dem Dunk! Festival in Belgien sowie drei veröffentlichte Alben unterstreichen diesen Aspekt. Orenda ist das mittlerweile 4. Album und dürfte die Erfolgsgeschichte der Vier fortsetzen.
Die Wurzeln der Band aus Klagenfurt am Wörthersee reichen bis in das Jahr 2006 zurück. Damals noch als Doom-Metal und Stoner-Rock ausgerichtet, hielt in den Folgejahren mehr und mehr der Post-Rock Einzug. Mit dem zweiten Album „Beauty“ aus dem Jahr 2013 hatte man sich in diesem Musikbereich im Grunde genommen etabliert. Das Album stellt auch einen soliden Grundstein in der Bandkarriere von Doomina dar. Den Durchbruch schaffte man mit dem selbst betitelten Album zwei Jahre später, welches man auf dem Dunk! Festival in Belgien abfeierte.
Besticht durch komplexes Songwriting mit Tiefgang

Kommen wir zur Musik der Österreicher, die durchaus das Zeug mitbringt, eine Herbstdepression wegzublasen, im wahrsten Sinn des Wortes. Die vier Jungs von Doomina haben ihre eigene Interpretation vom Post-Rock gefunden, der sehr dynamisch aufgebaut ist. Auf dem neuen Album kann man nach wie vor eine aggressive Note in den Klangstrukturen erwarten, die melodisch abgerundet ist. Die Gitarrenarrangements sind sehr agil und emotional, reichen von stimmigen und atmosphärischen Klanglandschaften, bis hin zu ausufernden Eruptionen. Sehr eingängig und teils progressiv fallen die Gitarren ins Gewicht der Klangstrukturen und werden mit ekstatischen Bögen aufgepeppt. Orenda fügt sich nahtlos zum Vorgänger ein und zeigt, wie sich das Musikverständnis der Vier erweitert hat.
Generell kann man das Zusammenspiel aller Instrumente loben, die auf einem hohen und professionellen Level aufgestellt sind. Ein gutes Beispiel dafür sind die Stücke „Soyuz II“, „Limerence“ und „The Voynich Manuscript“, mit treibenden Gitarrenpassagen und ausgeglichenen Momenten. Es sind sehr abwechslungsreiche und fesselnde Songs, welches angesiedelt sind zwischen sphärischen Effekten und verträumten Nuancen, die einem so richtig in das Herz gehen. Deutlich härter, mit dem Drang zur Eskalation, agieren Titel wie „I, Barbarian“. Zweifelsohne kann man hier die Entwicklung der Band an jeder Note ausmachen. Moderner Post-Metal mit progressiven Nuancen stellen so manche Genre-Größe in den Schatten. Und wer mit dem Stück „Synaesthesia“ keine Gänsehaut bekommt, der sollte definitiv in ein anderes Musikgenre wechseln.
Insgesamt beinhaltet das Album neun unterschiedliche Stücke, mit einer Spiellänge von fast einer Stunde. Was lobenswert hervorzuheben ist. Es ist sehr breit aufgestellt und besticht durch komplexes Songwriting mit Tiefgang. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die Band eines Tages mit ihrer Ausdrucksweise vom Post-Genre ganz an die Spitze katapultiert wird. Was vor über 10 Jahren begann und wo die Band heute steht, hat durchaus Anerkennung verdient. Doomina gehen daher einen vorbestimmten Weg, der sicher ganz nach Oben führen wird. Neben der digitalen Form erscheint das Album auf CD und natürlich auf Vinyl.

musikreviews.de

Als DOOMINA ihren Namen wählten, spekulierten sie sicherlich bewusst auf Missverständnisse in mehrfacher Hinsicht: Ist’s traditioneller Doom? Handelt es sich bei den Mitgliedern um verkappte Sado-Maso-Fetischisten? Weder noch, denn wer während der letzten Jahre ein bisschen tiefer im Heavy-Untergrund gewühlt hat, musste unweigerlich auf die Klagenfurter stoßen und stellte fest, dass sie hörenswerten Post Rock bis Metal der rein instrumentalen Sorte spielten. Das tun sie auch heute noch, ohne einen dezidiert eigenen Claim abzustecken.
Will heißen: “Orenda” ist ein weiteres rundum solides Genre-Album bisweilen allzu typischer Art, was dem Fan recht sein darf und anspruchsvollere Gemüter abwinken lässt. DOOMINA sind sich nämlich nicht zu schade, die Stereotypen ihres Stils geradezu zu pflegen, als wollten sie gar keinen Hehl daraus machen, woher sie kommen und wohin sie möchten. Überzeugungstäter? Jede Wette.
Nichtsdestoweniger kann man sich an “Orenda” ergötzen, im Besonderen während verträumter Momente, wie sie ‘Sonett’ und ‘Synaesthesia’ (na, welche Farben “hört” ihr hier in Bezug auf den Titel?) auszeichnen. Die Zahl der verbindlichen Stücke verringert sich mit fortlaufender Spielzeit bis zum Ende des Albums gleichwohl merklich, etwa in Form des beliebigen Geplänkels ‘Tiny Danza’ und des völlig austauschbaren Finales ‘Farnsworth Paradox’. DOOMINA verlassen sich mitunter zu sehr auf hinlänglich bekannte Stilmittel, sei es die ansteigende Spannungskurve, der dann jedoch ein regelrechter Antiklimax folgt, oder klischeehaft flirrende Gitarrenparts.
Was unterm Strich positiv im Gedächtnis bleibt, ist die besagte subtile Tragik, deretwegen man ‘Soyuz II’ als Anspieltipp nennen darf. Indes hätten “Orenda” mehr Tracks mit Vorwärtsdrang (‘The Thing with Feathers’) gutgetan; die Laut-leise-Dynamik ist eben doch nicht das Einzige, worauf man in diesem Bereich spekulieren sollte, und von griffigen Melodien, die ebenfalls weitgehend fehlen, möchten wir gar nicht erst anfangen.
Klagenfurt
FAZIT: Ihre kräftigen Anfänge haben DOOMINA mit “Orenda” wohl endgültig hinter sich gelassen. Das härtere, schleppende ‘I, Barbarian’, das als Single vor dem offiziellen Release neugierig machte, steht somit auf einem handelsüblichen Post-Rock-Album, das hinter den an die Gruppe gestellten Erwartungen zurückbleibt, ohne für sich genommen zu enttäuschen. Kurz gesagt: gehobenes Mittelmaß. (Andreas Schiffmann, 9/15)

Haubentaucher

Stilwechsel. Das Quartett mit dem vielsagenden Namen (remember: Doom-Metal!?) stammt aus Klagenfurt, ist mittlerweile laut Selbstbeschreibung aber überall und nirgends zuhause. Eine Bühne mit reichlich Stromanschluss reicht auch zum Glücklichsein. Gegründet 2006, widmet man sich heute dem Post-Rock (was immer das auch konkret heißen mag). Es macht jedenfalls immer noch Doom, Doom – und das ist gut so! Solider Beuschl-Sound mit tonnenschweren Gitarren. Instrumental. Perfekt zum Mitgrölen. Waaaaaaaaaaaaaaaaaaah! Und da darf eine Nummer dann auch länger dauern als die format-radiotauglichen 3 Minuten. Doomina pfeift auf Mainstream, hat sich über die Jahre ohnehin eine treue Fangemeinde erarbeitet. Und tourt ab Ende Oktober durch Ö. 29. 10. Chelsea in Wien, 1. 11. im club wakuum in Graz und am 3. 11 beim Heimspiel im VolXhaus in Klafu. Da gibts ordentlich was auf die Ohrwascheln!