
FORMAT
noise224, LP, Digital
STATUS
available
RUNNINGTIME
34 min. 03 sec.
TRACKLIST LP
A1 Wie Früher (Live in Wien)
A2 Profiliga (Live in Wien)
A3 Elektrobike (Live in Wien)
A4 Fresse (Live in Wien)
A5 Ned Wie Du (Live in Wien)
B1 Neid (Live in Pettenbach)
B2 Magen Darm (Live in Pettenbach)
B3 Tokyo Drift (Live in Pettenbach)
B4 Stonerband (Live in Pettenbach)
B5 Maurice (Live in Pettenbach)
PRESSING INFORMATION
200 copies LP, 180g vinyl, black-white-marbled, printed innersleeve, DL Codes included
RELEASE DATE
06.06. 2025
Energiegeladenes Live-Dokument der Österreicher.
In der Liste der problematischen Bandnamen ist HECKSPOILER ein weiterer Eintrag, denn bei der Google-Suche nach diesem Begriff findet man viele Dinge (gerade im Bezug zu sportlichen Autos), aber mit Sicherheit keinen Link zur Band aus Oberösterreich. Dabei hat das Duo eine durchaus eigentümliche Herangehensweise, denn nur mit einem Bass, Schlagzeug und zwei Singstimmen ausgestattet, zelebrieren Thomas Hutterer und Andreas Zelko ihren Mix aus Alternative Rock und Punk durchaus eigenständig. Nimmt man noch die Mundart-Texte hinzu, die sich im österreichischen Dialek suhlen, entsteht ein Sound, den man so sonst wohl selten geboten bekommt. Gleichzeitig haben sich die beiden inzwischen auch den Ruf einer schweißtreibenden Liveband erarbeitet, wobei wir diesen Umstand auf dem neuen Livealbum “Live am Heck Meck Fest 2024” gleich mal überprüfen können.
Dabei sagt der Titel eigentlich nicht die ganze Wahrheit, denn die eine Seite dieser nur auf Vinyl erhältlichen Veröffentlichung wurde in Wien mitgeschnitten, während nur die zweite Seite beim Heimspiel-Festival in Pettenbach für die Nachwelt festgehalten wurde. Doch wir wollen hier natürlich keine Erbsen zählen und stürzen uns stattdessen lieber direkt ins punkig-rockige Getümmel. Und ich will direkt vorweg ehrlich zu euch sein: Ich bin kein Fan von Mundart-Rockmusik im Allgemeinen und tue mich sowieso schon mit deutschten Texten oftmals schwer. Entsprechend ist es auch nicht unbedingt einfach, mich mit dem Sound von HECKSPOILER zu arrangieren. Ein Song wie ‘Magen Darm’ mit ziemlich einfältigem Text macht die Anpassung nicht unbedingt einfacher, denn die “Lyrik” hier empfinde ich doch als reichlich plump und uninspiriert.
Doch ganz so düster, wie es der Anfang hier klingen lässt, ist das Fazit in seiner Gesamtheit nicht. Kann man nämlich die Texte ausblenden, dann ist es schon wirklich beeindruckend, was die Österreicher hier als Duo auf die Bühne bringen. Die Songs rocken ordentlich, haben durch die zwei Gesangsstimmen auch an dieser Front viel Abwechslung im Gepäck und bringen zusätzliche eine punkige Energie mit, die mir ebenfalls gut gefällt. Des Weiteren finde ich es wirklich stark, wieviel Energie Andreas und Thomas auf die Bühne bringen. Da möchte man glatt auch auf der heimischen Couch teilweise aufspringen und sich an einem nicht existierenden Moshpit beteiligen. Hier hilft natürlich auch die Tatsache, dass beide Konzerte hervorragend mitgeschnitten wurden, ohne nachträglich zu viel einzugreifen und einzelne Passagen zu korrigieren. Gerade dieser Umstand hilft dabei, die Spielfreude des Duos und die Atmosphäre des jeweiligen Konzerts zu konservieren und beides auch beim nachträglichen Genuss des Live-Mitschnitts zu transportieren.
Alles in allem ist “Live am Heck Meck Fest 2024” damit eine schickes Live-Dokument, das Fans der Band viel Freude bereiten dürfte. Auch wenn ihr die Österreicher noch nicht kennt und ein offeneres Ohr für Mundart-Text habt als ich, könnt ihr hier einmal reinhören und euch dank des Livealbums einen schnellen Überblick davon verschaffen, wie viel Potential in den beiden Musikern insbesondere auf der Bühne steckt. (Tobias Dahs)
Der Titel ist ein Kleiner Etikettenschwindel. „Live Am Heck Meck Fest 2024” im heimischen Plettenbach wurde nämlich nur die B-Seite dieser nur auf Vinyl erhältlichen Scheibe aufgenommen. Die A-Seite hingegen haben die Österreicher in Wien mitgeschnitten. Heckspoiler stechen wieder einmal aus dem üblichen Einheitsbrei heraus. Zum einen sind die Texte durchgängig in österreichischer Mundart gehalten und zum anderen beschränkt man sich bei der Instrumentierung wie gehabt auf Bass und Schlagzeug. Dass das keine verträumten Melodien hervorbringen kann, liegt auf der Hand. Das ist aber auch gar nicht gewollt. Roher und kraftvoller Punkrock ist vielmehr das Stilmittel der Wahl und wird auch kompetent umgesetzt. Das gehört einfach auf die Bühne und so sind diese Live-Aufnahmen der logische Schritt, um die Botschaften zu präsentieren. Die Soundqualität lässt ebenfalls keine Wünsche übrig. Wer also offen für leicht schräge und abgefahrene Klänge ist, kommt an dieser Scheibe daher kaum vorbei. (Thorsten Roggenbuck)
OX #181
Zwei Typen, zwei Konzerte, zwei LP-Seiten und nach erst zwei Alben halten es Thomas und Andreas für nötig, eine Live-Platte zu veröffentlichen. Aber warum auch nicht? Schließlich kommt auf „Live“ das rüber, wofür die beiden stehen: High Gain Bass&Drum Action aus Österreich. Und wer schon mal ein HECKSPOILER-Konzert besucht hat weiß nicht erst jetzt: Es liegt nicht am (schlechten?) Sound, wenn man manche Textzeile nicht versteht – die beiden hängen wirklich hart in ihrer österreichischen Mundart! Die Fans scheint das nicht zu stören: In Wien (hier wurde die A-Seite aufgenommen.) und ihrer Heimatstadt Pettenbach (B-Seite) hört man ihren Support und auf dem reich bebilderten Innersleeve kann man ihn auch sehen. Und wie beeindruckend sind noch mal diese Momente, wenn die druckvolle Wand nach einem „Uh!“ kickt? Ohne Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Live-Alben: „Live“ ist ein ebenbürtiges Abbild dessen, was HECKSPOILER live rüberbringen. (Fabi Schulenkorf 8/10)
Klar, dem Namen bin ich schon mal begegnet. Aber man hat ja dann auch nicht immer für alles Zeit und das ist dann auch meistens die Ausrede. In diesem Fall war und ist es aber wohl eher so, dass mich der Name abgeschreckt hat und ich die daraus resultierende Ignoranz dann mit mangelnder Zeit begründet habe. So kann’s dann halt auch laufen und ja, Heckspoiler klang halt nach ’ner Oi-Band oder was noch Schlimmerem und viel damit eben durch’s Raster. Bis gerade eben und dank dem Umstand, dass ich hier das „Live“-Album der Band aus Ried Im Traunkreis bei Pettenbach in Oberösterreich aufliegen habe, um meinen Senf dazu schreiben zu dürfen.
Und was soll ich sagen? Tja… ich fang mal mit dem Einfachen an: Heckspoiler sind definitiv keine Oi-Band. So viel ist sicher. Ab jetzt wird’s schwer die Band zu beschreiben. (Nur) bewaffnet mit Drums, ’nem Bass und zwei Stimmen machen Thomas Hutterer und Andreas Zelko jedenfalls einen Höllenlärm. Irre ist das und da ist Crust, Punk, Noise, Stoner, Doom, vielleicht so was wie Crossover und an manchen Stellen sogar so ein kleines bisschen Pop rauszuhören. Halt nicht so Pop wie im Radio! Referenzbands? Puh, ist echt hart. Vielleicht Mondo Generator, die mit The Masons für ’nen Sprachkurs nach Österreich fahren?
Aber, wem sag ich das. Dem Geschrei nach, das bei zwei Livekonzerten der Band in Wien und beim Heimspiel in Pettenbach logischerweise gleich mit aufgenommen wurde, scheint die Band eh jedem/jeder außer mir ein Begriff zu sein. Oder schafft es die Band mit ihrer Musik und ihrer Ekstase etwa, auch nur wenige Anwesende zu tosendem Applaus zu animieren? Keine Ahnung, weil neu hier. Aber eins wird mir ganz schnell und auch auf Tonträger klar: Heckspoiler scheinen live wirklich alles abzureißen! Damit meine ich, dass dieses Livealbum absolut zu den besseren seiner Art gehört, da es das Feeling von Blut, Schweiß und (Freuden)tränen wirklich sehr gut konserviert hat. Und das sagt übrigens einer, der Livealben meist kritisch gegenübersteht.
Und dann ist da noch dieser Wortwitz, den die zwei Musiker in ihrem Dialekt zum Besten geben. Das darf man mir jetzt bitte nicht krumm nehmen, aber dadurch klingt die Musik in Summe einfach noch irrwitziger, auch wenn man sich spätestens nördlich des Mains schwer tun dürfte, Heckspoilers Meinung zu allen möglichen gesellschaftlichen und gesellschaftskritischen Themen auch zu verstehen. Ob die da auf „Live“ all ihre Hits drauf haben? Keine Ahnung! Aber für mich klingt’s jedenfalls so. Wahrscheinlich haben die aber eh nur Hits?!
Das Ganze dann auf fettem und grau marmoriertem 180g-Vinyl. Muss so sein und ich denke, eine herkömmliche Schallplatte könnte so viel Heavyness auch gar nicht tragen. Schönes Artwork auf Inside/Out-Cover, toll bedruckte Innenhülle und ein bisschen Bildmaterial, das den Hörgenuss quasi sichtbar macht. Nur 200 Stück hat das verantwortliche Qualitätslabel Noise Appeal Records im Juni herausgebracht. „Für Fans, Sammler*Innen und Liebhaber*Innen ehrlicher, handgemachter Musik“, wie das Label auf dem Promo-Handout schreibt. Bin ich, bin ich und bin ich! Ranhalten, Leute. Heckspoiler rules!
Schaut am besten direkt bei Noise Appeal Records nach eurem Exemplar. Kleiner Tipp am Rande: checkt auch den übrigen Backkatalog des Labels, damit sich die Bestellung auch lohnt. Ihr könnt bei allem bedenkenlos zugreifen!
There is a very specific magic that happens when a band decides to skip the studio polish, ignore the safety net of overdubbing, and just let the tape roll in the middle of a sweat-soaked club. We’ve all heard live albums that sound suspiciously clean, records where every mistake has been scrubbed away, and the audience sounds like they’re clapping in a different zip code. But then, every once in a while, a record like Live am Heck Meck Fest 2024 comes along and makes you realize why you started going to shows in the first place. Heckspoiler is a band that has built its entire reputation on being a concert machine. If you’ve followed my writing for a while, you know I have an obsessive devotion to duos that can out-noise a five-piece band. Limiting everything to only two members forces a band to be smarter, louder, and more desperate. On this live LP, captured during their recent tour through the circuit, that desperation is more than notable. It’s an athletic feat, a sonic document of two people standing on the edge of a cliff and deciding to jump with instruments in their hands.
In a studio setting, you can layer a bass guitar to sound thick, but in a live environment, it’s a different beast entirely. On this record, the bass consumes the entire frequency spectrum. It is heavily distorted, filthy, and cavernous. It carries the tone that makes you wonder if the speakers are actually melting. It bridges the gap between the driving hardcore punk dynamics and the tectonic weight of stoner rock. There are moments on this live LP where the distortion reaches a level of saturation that feels almost physical, hitting you in the chest like a heavy-duty power tool. It provides a foundation that is so wide and so sturdy that the absence of a traditional guitar becomes a non-issue. In fact, adding a guitar would probably just get in the way of that beautiful, low-end carnage. But a wall of sound is nothing without a pulse, and the drumming performance on this live recording perfectly pairs it. It’s one thing to play fast in a room by yourself, but another thing entirely to maintain that level of intensity and precision while a crowd is breathing down your neck. The drummer exemplifies how punk’n’roll swing should sound, mixed with the mechanical brutality of D-beat. You can hear the snap of the snare, the wash of the cymbals, the kick drum acting like a heartbeat after a three-mile sprint. Even in the middle of the most aggressive sections, there’s a groove that keeps the whole thing from devolving into white noise.
Live recordings usually expose the flaws in a vocalist’s performance, but here, the flaws are the best part. They are soulful in the way that only a punk shouter can be soulful, raw, passionate, and completely devoid of irony. There is a melodic sensibility buried under the grit, a way of phrasing that cuts through bass and drums to deliver direct, powerful, and incredibly personal. You can hear the strain in the voice, being pushed to its limit, and that’s exactly what gives the record its ultimate impact. This live record refuses to stay in one lane. One minute you’re treated to the straightforward, high-octane punk rock aggression, and the next, the tempo drops into a sludge-laden stoner groove, ready to tear everything apart. The willingness to embrace the friction and the noise makes Heckspoiler so vital right now. They are trying to capture the exact feeling of standing three feet away from a stack of amplifiers in a room packed with emotion and aggression. The production on this LP deserves a mention too. The Heck Meck Fest atmosphere is preserved in amber here. Once volumed up to the max, you can actually feel the room and the energy of the crowd reacting to those monster riffs. It’s unprocessed in the best sense of the word.
This live LP is more than just a souvenir for people who were there, because it also acts as an entry point for anyone who wants to understand the power of a minimal setup pushed to its maximum limit. It captures the transition of the band into even harder and more metallic territories, leaning into those thrash and metal-punk influences without losing the roll in punk’n’roll. It’s aggressive, cynical, witty, and above all, loud. With Live am Heck Meck Fest 2024, Heckspoiler has delivered a live document that arrives like a punch in the mouth, but the kind of punch you’d thank them for. It’s raw, real, and it’s a total wrecking ball of a record. Get it on vinyl, flip the cover, and let the chaos into your living room. Head to Noise Appeal Records for more information about ordering.