FORMAT
noise125, LP

STATUS
available

RUNNINGTIME
37 min. 44 sec.

TRACKLIST LP
A1 Goddess of Hallways
A2 Pure O
A3 Pirouette
A4 Outlier
B1 Artemisia
B2 78
B3 Never Talk to Strangers
B4 Laced

PRESSING INFORMATION
200 copies, 180g, colored vinyl, DL code included

RELEASE DATE
03.06. 2022

thoughtswordsaction.com

Kind people of Noise Appeal Records treated us with another new release. This gem has seen the light today, so now it’s more than adequate time to write some words about it. It’s Everyone Else is a Slovenian duo currently residing in Leipzig. Pirouette is their new full-length release that combines several music genres into a giant slab of cleverly assembled noise. Previously, the group also released two albums on Noise Appeal Records, such as New Religion and Heaven Is An Empty Room. I thought their new album carries a similar sound to their previous recordings, but I was entirely wrong. Pirouette delivers a different listening experience that will probably surprise their longtime fans.
For those readers who’re not familiar with the band, It’s Everyone Else are known for devotedly following something called digital hardcore. That will be the first impression you’ll get when you stumble upon their older recordings. However, Pirouette offers eight slower, experimental, ambient, shoegazey post-hardcore tracks. I admit their shifting to post-hardcore waters appeals much more to my ears than their digital hardcore era. I wouldn’t say their older releases are bad because the band does it pretty damn well, but I prefer post-hardcore over digital hardcore. Their obsessive urge to experiment with each composition is what I like the most about their music, and Pirouette has so many experimentations included along the way.
Perhaps the band thoroughly explores heavy sound by implementing foundations of post-hardcore, but there’s unquestionably more than meets the eye. You’ll hear elements borrowed from industrial, noise, ambient, and synth music that further define their musical direction. Still, this is not another regular industrial noise-inspired album. These musicians separate those elements into the tiniest particles and apply them to segments where those maneuvers are needed the most. The dark ambient aesthetics work like a charm to all the sonic movements in each song, and eerie lead vocals enhance that darkness. The industrial aspect is hearable even more as the album progresses toward the end. It also becomes heavier, raw, and abrasive, with more noise elements involved in the entire process. Pirouette is an excellent comeback of an It’s Everyone Else that you need to hear if you’re into experimental, shoegazey post-hardcore. The album comes in vinyl and digital format. Head over to Noise Appeal Records for more information about ordering.

www.mladina.si

Povratniški četrti album enega najglasnejših domačih dvojcev, ki že nekaj let biva v Leipzigu, ni za tiste s slabim srcem. Intenzivnost komadov je morda res nekoliko manjša, stopnjevanje napetosti počasnejše in bolj dramatično kot na predhodniku Heaven Is An Empty Room (2016), toda zvočna slika ostaja prepoznavno nasičena in ostra, ponekod celo eksplicitno nasilna. It’s Everyone Else raziskuje estetiko zvočnega kaosa na presečišču različnih tradicij hrupnih glasbenih izrazov na obrobju industriala in hardcora. Vnetljiva zmes saturiranih sintov, nebrzdanega hreščanja, piskanja in škrtanja, izmaličenih žensko-moških vokalov in obrednih tolkal za fene bendov kalibra Youth Code, Uniform, Health in The Body. (Delite članek)

www.metalhead.it

Noise. Industrial. Elettronica distorta. Ambientazioni destabilizzanti. Psicosi e instabilità mentali che convergono nel suono, nei ritmi, nei testi ispirati, quasi improvvisati. It’s Everyone Else è un duo sloveno (anche se ubicato a Leipzig) attivo da un decennio e questo loro nuovo lavoro è frutto di un momento complesso, quello che vide l’inizio della pandemia intrecciarsi a dei problemi sia personali che mentali dei due artisti, una combinazione che ha dato vita ad un turbinio sonoro contorto, malato, infinitamente oscuro… con proprio quell’oscurità che si erige a protagonista, attraendo, ipnotizzando, materializzando una dimensione musicale irresistibile. Synths, sampler e voci. Luci ridotte al minimo, nel regno dell’ambito tenebroso della mente umana. Lucijan Prelog e Pika Golob danno vita ad una suggestiva rappresentazione del mondo, della loro esistenza, delle loro paure, dei loro incubi, dei loro vortici mentali più preoccupanti e pericolosi. Malattie psichiche, deviazioni psicotiche e dipendenze pericolose che all’apparenza sono un problema tutti gli altri mentre, in verità, sono un chiodo che una volta piantato nelle carni, inesorabilmente diffonde dolore, infezioni ed una terminale cancren

www.terrorverlag.com

IT’S EVERYONE ELSE ist ein gemischtgeschlechtliches Duo aus Slovenien, das mir bislang noch nicht untergekommen ist. Insofern fehlen mir Vergleichsmöglichkeiten zum aktuellen Album „Pirouette“, das jetzt mit acht Songs veröffentlicht wurde.
Die beiden Protagonist*innen, die sich im Hintergrund halten und ihre Musik für sich sprechen lassen, nennen im Zusammenhang mit der Platte persönliche und psychische Probleme, die schließlich auch noch auf Corona trafen, was in Gänze zur Alternative-Industrial-Noise-Gemengelage auf „Pirouette“ führte. Gewollt war eine Klangveränderung, die die entfremdenden Gedanken und Gefühle widerspiegeln sollten, ohne an Schärfe zu verlieren. Dies hatte dann wohl auch Auswirkungen auf die Länge der Lieder und die sich verlangsamen Sound-Steigerungen, was mehr Geduld erforderte (möglicherweise auch von der Hörerschaft, die mehr Tempo erwarten könnte) . Der Gesang begann währenddessen mit den Synthies und Samples zu verschmelzen, ohne sie zu beherrschen und die Texte geschahen einfach, ohne dass ihre Schöpfer darüber nachgedacht hätten.
In der Tat scheppert es auf „Pirouette“ ganz ordentlich und das tendenziell eher in Slow Motion. Die Spannung des Openers „Goddess of Hallways“ können IT’S EVERYONE ELSE dabei zwar nicht durchgängig halten, gleichwohl schaffen die beiden ausdrucksstarke Klanglandschaften, die sich angenehm scheppernd im Hirn festsetzen und das höchsteigene Kopfkino zu befeuern wissen. (ULRIKE MEYER-POTTHOFF)

musikreviews.de

Dass die vergangenen zwei Jahre ihre Spuren hinterlassen haben steht außer Frage. So gut wie jeder hatte während der Zeit des Lockdowns (auf die eine oder andere Art) mit der eigenen, aber auch der kollektiven Ungewissheit und des immer stärker werdenden totalitären Gebarens der Regierenden zu kämpfen. Dass die Diskussion um Für und Wider der Maßnahmen darüber hinaus bis in die kleinsten Einheiten des menschlichen Zusammenlebens für Spaltung gesorgt hat, ist nicht nur ob der grundsätzlichen Tragik ein Umstand, der aufgearbeitet werden muss. Die Menschen müssen/mussten wieder zueinander finden und wieder lernen miteinander zu leben.
So tragisch diese Umstände sind, haben sie doch den Boden für künstlerische Früchte aller Art bereitet.
IT’S EVERYONE ELSE sind zu einem erheblichen Teil durch den Einfluss der jüngsten Zeit entstanden, dementsprechend entfremdet klingt die Musik dieses Duos. Rauschende Noise-Sounds treffen auf unterkühlte Elektronik. Das Schlagzeug ist vielmehr Boxsack und Katalysator für brachiale Wut, als Musikinstrument. Auch der Gesang wirkt über weite Strecken eher wie ein zusätzliches Instrument, das mit der wabernden Elektronik verschmilzt, anstatt das Zentrum der Songs zu sein.
„Pirouette“ ist surreal und schmerzhaft.
Während in einem Moment monoton brummende Synthies vorherrschen, sorgt das rhythmische Geprügel der Drums im nächsten Moment für eine bedrückende Radikalität. Nichts an diesem Album ist angenehm. Wie das Geräusch von Fingernägeln auf einer Schiefertafel gräbt sich die Klangkulisse beinahe zwanghaft ins Gedächtnis, nur um dort allerlei Unbehagen auszulösen.
Allerdings passt diese Vertonung von Angst, Schmerz und Unsicherheit doch so sehr in die Zeit der Albumentstehung wie sie eben auch den Zustand der Gesellschaft treffend vertont. Jeder reibt sich an irgendetwas auf. Jeder entwickelt (zumindest in Teilen) seine eigene Moral und doch hat kaum mehr jemand ein wirkliches Verständnis davon, was es eigentlich bedeutet, moralisch zu handeln. Ein Vorwurf kommt viel leichter über die Lippen als ein Wort von Verständnis und eine ehrliche Entschuldigung für ungerechtfertigtes Handeln ist eher Mangelware.
Ja, das liest sich dystopisch, schwarzmalerisch und es ist auch nicht in allen Bereichen des Lebens so abgefuckt. Aber IT’S EVERYONE ELSE verleihen diesen schäbigen und traurigen Entwicklungen einen entsprechenden Soundtrack.
FAZIT: Nichts an der Musik auf „Pirouette“ von IT’S EVERYONE ELSE ist angenehm. Ihr Sound ist nervenaufreibend und anstrengend. Aber das soll genauso sein. Diese Musik entstand aus dem unmittelbaren Gefühl der Künstler heraus. Die Devise scheint fast zu lauten: Entweder wird es Kunst, oder körperlicher Schmerz. Wenigstens, zum Glück für die Musiker, ist es Kunst geworden. (Dominik Maier)