
FORMAT
noise239, CD
noise240, LP
STATUS
available
RUNNINGTIME
37 min. 25 sec.
TRACKLIST LP
A1 Anticipate
A2 Recover
A3 Feel
A4 Envision
A5 Trust
B1 Guide
B2 Liberate
B3 Resist
B4 Defy
B5 Reconsider
PRESSING INFORMATION
300 copies LP, 180g black vinyl, printed innersleeve, pantone color, DL Codes included
TRACKLIST CD
01 Anticipate
02 Recover
03 Feel
04 Envision
05 Trust
06 Guide
07 Liberate
08 Resist
09 Defy
10 Reconsider
PRESSING INFORMATION
300 copies, digipak
RELEASE DATE
13.02. 2026
supported by SKE
Der Übersteiger #146 / 2026
Marlies Jagsch, Musikerin und Komponistin aus Wien, hat mit dem Produzenten Paul Aufreiter unter dem Namen Maiija ein gleichzeitig zartes und eindringlich-kraftvolles Album eingespielt. Ihre Stimme zieht sich wie ein glänzender Faden durch die zehn Lieder, umspielt von Schlagzeug, Elektronik und Gitarre. Sie singt von Gefühlen, Zuständen und Verlust – besonders in diesen herausfordernden Zeiten. Die chronische Krankheit Endometriose hat ihre Spuren hinterlassen, doch sie lässt sich nicht unterkriegen und schöpft Kraft aus Musik und Poesie.
Nicht nur für einen melancholischen Winterabend ist das genau der richtige Soundtrack: Mit „Recover“ und „Trust“ stärken wir uns, slow, slow we go! Mit „Resist“ und „Defy“ sagen wir: I’m ready to start a fight! I’m so happy to disappoint you! (kurzpass)
„What If“ ist kein tanzbarer Pop, sondern ein leises, sanftes Album, das die Welt für einen Moment anhalten kann, um sich von ihrer Schnelligkeit zu erholen.
„What if“. Zwei Worte, die am Anfang jeder guten Geschichte stehen und manchmal auch am Anfang eines inneren Monologs. MAIIJA macht aus dieser Frage ein ganzes Album und setzt dabei kompromisslos auf das, was sie vielleicht am besten kann: Reduktion und eine Stimme, die jeden Song trägt. Im Zentrum steht Marilies Jagsch, die seit über 15 Jahren die Wiener Musikszene mitprägt. Gemeinsam mit Produzent Peter Paul Aufreiter von Hearts Hearts öffnet sie unter dem Namen MAIIJA einen Raum für experimentellen Pop, intime Songwriter-Momente und fein verwobene elektronische Texturen. „What If“ ist ein Album für diejenigen, die hinsehen, hinhören und aushalten.
Zwischen Stillstand und Aufbruch
Maiija What If Albumcover
Der Opener „Anticipate“ macht keine großen Gesten. Klavier, ein paar schwebende Synthies, fast Stille. Ein vorsichtiges Atmen, bevor überhaupt etwas passiert. „Recover“ zieht das Tempo minimal an, bleibt dabei aber ebenfalls eher ruhig und schielt leicht in Richtung eines dezenten Folk-Einschlags. „Feel“ beginnt fast nackt als Akustikmoment, bevor sich die Instrumentierung langsam öffnet.
Das emotionale Zentrum des Albums liegt in seinem übergeordneten Thema. „What If“ kreist um Krankheit und Hoffnung, um innere Starre und die leise Bewegung hinaus. Persönlich, aber nie selbstmitleidig. Verletzlichkeit wird zur Stärke, Unsicherheit zum gemeinsamen Nenner. MAIIJA erzählt dabei nicht nur von sich selbst, sondern auch davon, wie wir als Gesellschaft mit dem augenblicklichen Zustand und der Unsicherheit in der heutigen Welt umgehen.
MAIIJA und die Reduktion als Statement
„Trust“ bleibt ebenfalls eher zurückgenommen und reduziert, beinahe stoisch, gewinnt aber gerade dadurch. Streicher setzen gezielte Akzente, der Rhythmus bleibt monoton, die Spannung wächst. Stimmlich blitzt hier und da Björk auf, dieses leicht hohe, minimal spröde Timbre, das hängen bleibt. „Liberate“ wirkt smoother, fast bluesig, mit mehr Fokus auf der Gitarre, ohne die Stimme aus dem Zentrum zu verdrängen. Der Abschlusstrack „Reconsider“ schließt den Kreis ruhig und gelassen, mit Bläsern und feiner Melodie. Über allem schwebt das Prinzip der Zurückhaltung. Nichts ist überladen, alles bewusst gesetzt.
„What If“ reißt keine Welten ein. Es hält sie aber vielleicht kurz an. Wer schnellen Pop zum Tanzen erwartet, wird enttäuscht sein. Wer bereit ist, sich zurückzulehnen und der Musik wieder zuzuhören, bekommt eine kleine Pause vom Alltag. Leise, klug und überraschend nachhaltig. (Mia Lada-Klein)
Maiija veröffentlicht mit ihrem zweiten Album »What If« ein gefühlvolles Glanzlicht des österreichischen Indiepop.
Musikerin, Sängerin und Komponistin Marilies Jagsch prägt seit über fünfzehn Jahren die Wiener Musikszene mit. Nach zwei frühen Soloalben macht sie seit 2023 vermehrt Musik im Kollektiv und hat sich mit Produzent Peter Paul Aufreiter, diversen Studiogästen und einer Liveband auf ein Packl gehaut, das sie Maiija nennt und mit dem sie nun ihr zweites Album veröffentlicht.
»What If« – Was wäre, wenn? Diese Frage haben sich die meisten schon gestellt. Ihr Potenzial ist so dunkel wie erbauend. Die Antworten darauf will man oft lieber gar nicht wissen oder man träumt sie mit einem Lächeln auf den Lippen und Feenstaub im Ohr. Jagschs Musik mäandert durch das Großflächige dieses existenziellen Gedankens wie ein Fluss durch eine Landschaft. Und wenn aus dem Nebel das Ufer hervortritt, findet sich dort vielleicht die Antwort auf die eingangs gestellte Frage.
Feinstoffliche Melodien, lichte Gitarren
Mit zitterndem Schmerz und einem glimmernden Morgenrot in ihrer Stimme gelingt Jagsch auf »What If« eine ätherische Gesangsperformance, die man versucht ist festzuhalten, bevor sie sich himmelwärts verflüchtigt. Feinstoffliche Melodien und lichte Gitarren schweben dabei über der Instrumentierung, die im experimentellen Feld der Popmusik unter anderem das Cello oder die Trompete bedient.
Das Songwriting weist eine erstaunliche Intensität auf, die nur aus dem tiefen Inneren der Künstlerin kommen kann. Die Arrangements fügen sich wie natürlich in diese subtile Kunst des musikalischen Erzählens ein. Jagschs Texte indes sind von veristischer Kraft. Mutig verarbeiten sie Krankheit und Ängste, aber auch Vertrauen, Widerstand und Stärke. Die Single »Recover« handelt vom langen Weg der Musikerin mit der chronischen Krankheit Endometriose. Im Song »Defy« rechnet sie mit der Hybris sexistischer Machobübchen ab. »What If« ist ein sanfter Riese, eine intime und substanzielle Reflexion über die Etappen eines Lebens, ein Muss für alle Fans des anspruchsvollen Indiepop.
Es ist ja heutzutage fast schon nichts mehr Besonderes, wenn KünstlerInnen aus dem deutschen Sprachraum – wie z.B. die Wienerin Marilies Jagsch – mit jener Art von abwechslungsreichem Indie-Pop reüssieren, mit der ihre international tätigen KollegInnen aus den USA und dem GB-Raum inzwischen in den massentauglichen Mainstream-Bereich vorgedrungen sind. Nun ist das aber so, dass Jagsch, die seit 2023 mit ihrem Bandprojekt seit 2023 unter dem Namen Maiija reüssiert und mit „What If“ nun bereits das zweite Album vorlegt, über einen Erfahrungsschatz verfügen kann, den sie sich in 15 Jahren Präsenz in der Wiener Kulturszene als Solo-Künstlerin unter eigenem Namen und mit der Veröffentlichung von zwei Alben angeeignet hat. Das führte dann dazu, dass „What If“ ganz ohne die klassischen Unsicherheiten des Indie-Pop-Genres auskommt, mit denen insbesondere Newcomer(innen) zu kämpfen haben können, so das das Album besonders rund uns schlüssig daher kommt.
Es ist schon beeindruckend zu beobachten, wie breit Maiija das stilistische Angebot anlegt, das sie unter der Regie des Produzenten Peter Paul Aufreiter mit ihren Musikern und Gästen vor den staunenden Ohren des Zuhörers ausbreitet. Das war zwar auch schon auf dem ersten Maiija-Album „I Am“ so – jedoch ist „What If“ opulenter arrangiert, kommt ohne die elektronischen Bestandteile des Debüts aus und legt in Sachen stilistischer Vielfalt nochmals ordentlich nach.
Die ersten Tracks kommen noch mit einem klassischen Jangle-Pop-Setting aus – spätestens aber mit dem Track „Envision“ kommen dann auch Chamber-, Kook-, Folk- und Dreampop-Elemente hinzu – was unter anderem damit zusammenhängt, dass zu der Maiija-Band der hauptamtliche Cellist Lukas Lauermann gehört, der mit seinen Beiträgen und Arrangements für Drama und Kontext sorgt. Später finden sich dann auch noch Bläser-, Chor- und Psychedelia-Partien hinzu – bis sich am Ende der Scheibe dann erhebende Hymnen wie „Liberate“, „Resist“, „Defy“ und „Reconsider“ finden, die man sich mit solcher Anmut und Grandezza auch erst mal trauen muss (denn viele von Maiijas KollegInnen haben ja oft Probleme mit der Credibility-Frage).
Nutzte Maiija „I Am“ noch als eine Art musikalischer Visitenkarte, so weitet sie den Blickwinkel auf „What If“ vom Persönlichen aufs Universelle aus und beleuchtet weniger die eigenen Unzulänglichkeiten, sondern lotet eher die Möglichkeiten des Menschseins aus – ohne dabei die fast morbide Melancholia des Debütalbums aufzugeben, die sie aber mit teils kämpferischer Note unterlegt. Ohne Frage ist „What If“ ein großer Wurf einer Künstlerin, die ihren kreativen Weg nun gefunden zu haben scheint. (ULLRICH MAURER)
Wenn auf den großen und kleinen Bühnen der Politik und Gesellschaft die Verbindlichkeiten, Übereinstimmungen und Verlässlichkeiten immer weniger werden. Wenn recht kräftig gespalten statt vereint wird. Wenn Vertrauen zu einem raren Gut wird. Wenn der große, zusammenhängende Halt eventuell auch bröckelt. Ja – was bleibt denn dann?! Insbesondere in der Kunst? Klar, privat lässt sich dennoch einiges stemmen. Doch das Schöne, Kunstvolle, Musische. Wie kann es in diesen Zeiten einen Beitrag leisten?
Einen großen – einen sehr großen sogar. Davon bin ich fest überzeugt. Das klar ganz viel mit Katharsis zu tun. Einen Begriff, der aus der Philosophie und dem Theater entspringt und dennoch einen ganz einfachen Effekt mit sich bringt. Was was die Kunst durchlebt – der Film, das Theaterstück, die Oper, das Konzert, das Album – das muss ich selbst nicht mehr durchleiden. Ich kann daran Anteil nehmen, ohne mich der Tiefe des Ganzen stellen zu müssen. Eine Art Stellvertretung. Darin macht sich auch die große Kraft der Melancholie bemerkbar. Warum hören wir denn so gern die traurigen Lieder? Sie nehmen mir meine eigene Trauer ab.
Diesen melancholischen Katharsis-Moment gibt es auf 37 Minuten mit dem neuen Album von Maiija. Dahinter verbirgt sich die Wiener Musikerin Marilies Jagsch, die seit Langem Musk macht und nun unter diesem Künstlerinnennamen ihr zweites Album veröffentlicht. Es erscheint am 13. Februar und heißt What If. Es ist sehr persönlich, es geht um Krankheit, um Leid. Die Künstlerin leidet an Endometriose und verpackt ihre Geschichte in Musik. Großartig. So können andere Menschen daran Teil haben, fühlen sich verstanden und aufgebaut. Ist das nicht ein phantastisches Geschenk, das die Kunst uns macht?! Ja, oder? Klar, zu einem Hohen Preis der Künstlerin selbst – das sollte man nicht vergessen.
Es ist Pop-Musik. Die Grundlage bietet ganz klar ein Arrangement aus Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Doch da steckt noch sehr viel mehr. Bläser und Streicher bringen Glanz und Tiefe. Zudem ist Marilies Jagschs Stimme anzuhören, dass es ihr wichtig ist, diese Lieder zu singen. Da ist Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit drin. Im Timbre, in der Stimmlage, in der Intensität.
Was machen dann diese großartigen Stücke wie Recover oder Feel mit uns Hörenden? Es lohnt sich auf jeden Fall diese Stücke recht laut zu drehen. Dann kommen die Schwingungen noch direkter an – sie müssen durch den Körper gehen, um ihre Wirkung zu entfachen. Natürlich entsteht da ein unterschwelliger Schmerz. Aber es ist kein Körperlicher. Es ist eher eine Verbindung mit Psyche und Musik. Über diesen Schmerz wird durch Melodien und Harmonie direkt ein Pflaster gelegt. So entsteht zwar ein zuckender Moment, aber er verheilt auch direkt wieder. Das ist das Wunderbare an der Katharsis. Ja, sie tut für einen Moment weh. Aber es tut halt auch sehr gut. Ein Heilungsprozess ist zu spüren. Nein, diese Stücke ziehen nicht runter. Sie bauen sogar eher auf – auch wenn das schwer vorstellbar ist. Ist aber so – das Nichterklärbare der Kunst schlägt hier gnadenlos und in all seiner Schönheit zu. Wow! (Ms)
Marilies Jagsch aka Maiija muss man eigentlich niemandem mehr vorstellen, der sich für österreichische Musik der Gegenwart interessiert. Aktuell ist sie vor allem mit Naked Lunch auf Tour. Beim grandiosen Konzert im ppc in Graz konnten wir sie nicht nur solo bewundern, sondern auch kurz mit ihr plaudern. Erstmals trat sie rund um 2008 in Erscheinung, sie spielte unter anderem immer wieder mit Bernard Fleischmann, Ernst Molden, A Life A Song A Cigarette. Ihr Debut-Album Obituary for a Lost Mind gehört in jede gut sortierte Austro-Indie-Sammlung.
Die neue Platte überzeugt spätestens bei der zweiten Nummer „Recover“ dermaßen, dass man sowieso kaum mehr davon weg kommt. Bei uns hier läuft „What If“ seit Tagen in Dauerschleife. Eine leicht angeraute Stimme, die dich in ihren Sog zieht. Die manchmal nervenden Vergleiche mit großen Sängerinnen wie P. J. Harvey haben hier durchaus ihre Berechtigung. Maiija hat für dich Lieder komponiert, die du 1000 mal hören kannst. Und es wird nie zu viel.
Mit dabei sind Leute wie der hier schon gewürdigte Lukas Lauermann, Peter Paul Aufreiter oder Paul Szelegowitz an der Trompete. „What If“ bleibt dem Indie-Gedanken treu, will dich nicht umhauen, sondern dein Herz wärmen. Das gelingt und sollte auch live erlebt werden.
MAIIJA zeigt mit Album „WHAT IF“ emotionale Größe
Die österreichische Musikerin Marilies Jagsch hat sich mit ihrer unverwechselbaren Stimme längst einen festen Platz in der Wiener Musikszene ersungen. Früher solo unterwegs, startet sie seit 2023 unter dem Namen MAIIJA nochmal ganz neu – aber nicht allein: Mit Produzent Peter Paul Aufreiter (Hearts Hearts) an ihrer Seite wurde aus introspektivem Songwriting, elektronischen Sounds und experimentellem Pop ein ziemlich einzigartiger Vibe gestrickt. Ihr Debütalbum “I am” war ein erster mutiger Schritt in diese neue Klangwelt – 2026 folgt mit “what if” das nächste Kapitel, und das hat es in sich.
“what if” ist kein Album zum nebenbei hören. Es ist ein emotionaler Brocken – aber einer, der trotz all seiner Schwere nicht runterzieht. MAIIJA erzählt von Krankheit und Hoffnung, von innerer Starre und Aufbruch, von Verletzlichkeit, die sich in Kraft verwandelt. Es geht um persönliche Erfahrungen, aber auch darum, wie wir als Gesellschaft mit Unsicherheit umgehen. Die Beats sind mal weich und schwebend, mal kantig und fordernd, aber nie beliebig. Die Stimme bleibt dabei der rote Faden – fragil, klar, nah. Manchmal klingt sie fast so, als würde sie einem direkt ins Ohr flüstern, dann wieder wie ein innerer Aufschrei.
Dass MAIIJA hier kein glattgebügeltes Pop-Produkt abliefert, merkt man sofort. Der Longplayer will nicht gefallen, es will ehrlich sein. Und genau das macht die Songs so stark. Die Tracks funktionieren wie kleine Miniaturen eines größeren Gefühlszustands – nie ganz aufgelöst, immer in Bewegung. Wer sich auf diese musikalische Reise einlässt, bekommt viel zurück: ein Album, das Fragen stellt, ohne einfache Antworten zu liefern. Und das ist in Zeiten wie diesen vielleicht genau das Richtige. (6/8)
Gänsehaut! Die tiefgründigen und melancholische Songs von Maiija gehen unter die (Gänse)Haut. Die intensiven Indie-Sounds haben Suzanne Vega-Vibes ebenso wie Björk-Brillanz. Erinnert auch ein bisschen an die speziellen Klänge des Briten Tensheds.
Dezent elektronisch und doch unglaublich organisch kommen die Songs poppig und poetisch. Das lässt niemanden kalt.
Marilies Jagsch, die österreichische Musikerin, steckt hinter dem Namen Maiija. Seit gut fünfzehn Jahren ist sie Bestandteil der Musikszene Wien’s. Unter dem aktuellen Namen firmiert sie seit 2023, vorher gab es zwei Solo-Alben. Für das Album What If hat sie sich zusammengeschlossen mit dem Produzenten und Musiker Peter Paul Aufreiter. Zusammen schaffen sie Musik im Umfeld von zart experimentellem Indie-Pop mit elektronischen Texturen angereichert. Das Album soll sich in den Songs mit Themen aus dem persönlichen Umfeld der Songwriterin befassen und aus diesem Blickwinkel heraus auch den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft beleuchten.
„Anticipate“, so werde ich empfangen, und sogleich umfängt mich dieser elektronische Sound, und steht hierbei als Gegenpol zur warmen, zärtlichen und mitunter mehr flüsternden Stimme der Protagonistin. Sicher, das hat ein gewisses Potential dahingehend, dass es durchaus ein wenig beeindruckend wirkt, doch wie kommt man damit klar, diese künstlichen Klänge mit der Stimme zu vereinbaren? Denn die Melodie des Songs ist eine ganz schöne, und ich wünschte mir lieber „echte“ Instrumente. Darüber hinaus geschieht in den knapp vier Minuten nicht wirklich viel, so wirkt es durch die erzeugte Stimmung in etwa auch wie ein Song von der Hälfte der Spielzeit. „Ecken und Kanten“ sind hier ein Fremdwort.
„Recover“ kommt dann schon flotter, ich vernehme ein Schlagzeug, und sogar ein echtes. Dazu trägt eine Gitarre zur melodischen Unterstützung der Struktur bei, ja, dieser Song spricht mich mehr an. Und dann „Feel“, ich vernehme eine angenehme „Steigerung“, denn zur alleinigen Gitarrenbegleitung formiert sich der Song, bevor ein Cello als Gestaltungsfaktor einsetzt. Diese besondere Stimmung mit sentimental emotionalem Ausdruck ist wirklich, im wahrsten Sinne des Wortes, schön. Ja, „Feel“ ist ein toller Popsong mit einem dezent folkigem Anstrich.
Und im Laufe der Spielzeit öffnen sich dann verschiedene Stimmungen, die jeweils Anteile der bereits oben genannten Songs beinhalten und das dann wiederholen oder reduzieren oder ergänzen. Letztlich „thront“ über Allem die Stimme von Maiija, die sicher noch ausdrucksvoller zum Einsatz käme, wenn sie diese oft leisen Ausprägungen mit kraftvolleren Passagen anreicherte. So bleibt eine mitunter wie zufällig eingeflossene Passage mit einem dezent rauchigen Timbre, irgendwie fällt mir dann die Kollegin Melanie ein.
Vernehme ich den Klang einer Ukulele, wenn sich „Guide“ vorstellt? Solche Passagen sind es halt, die einzelne Songs aufwerten dadurch, dass sie sich ein wenig aus dem Gesamtbild hervorheben, ebenso bei diesem Song der Einsatz der Trompete.
Und so wechseln sie sich ab, weniger interessante, weil teils recht eintönige Songs, und solche, die mit feinen Nuancen aufwertend sind im Ausdruck, und darunter verstecken sich auch wirklich sehr schöne Lieder. Letztlich kann man geteilter Meinung darüber sein, ob die Reduktion der Musik von Vorteil oder nicht ist. Jedoch sind es viele schöne Melodien, die erklingen, aber leider verlieren sich einige jener dann auch, wenn Passagen zu oft wiederholt werden, als Refrain zum Beispiel.
Dann wieder klingt es anders bei Songs wie „Defy“, einen, bei dem man beim Hören auch wieder auf Feinheiten in der Instrumentierung und im Arrangement achten sollte. Letztlich mag die Musik für einige Hörer*innen langweilig sein, so betrachte ich sie nicht, sondern eher als ein Quell von Entschleunigung und Ruhe mit ihrer Art von Zurückhaltung. (15/20 – Wolfgang Giese)
Der Opener von „What if“ („Anticipate“) klingt, als hätte er auch auf einer B-Seite von NICK & JUNE erscheinen können. Zart und gleichzeitig kraftvoll durchdringt Marilies Jagschs Stimme die Melodiestrukturen und setzt sich bei aller Sanftheit dennoch durch. Danach wird es dann insgesamt etwas poppiger auf MAIIJAS neuestem Tonträger, durchaus nicht weniger catchy, aber doch ein wenig zu seicht und damit auch ein bisschen vorhersehbar. Mit „Envision“ geht es dann wieder zurück in zurückgenommenere Gefilde, die erneut den Gesang stärker in den Vordergrund stellen, was den Songs von MAIIJA immer nur gut tun kann.
Mit der Stärke einer TORI AMOS oder auch REGINA SPEKTOR tanzt Marilies Jagsch durch ihre Songs, beherrscht sie mit einem Handstreich und nutzt die Melodien und Instrumente für die zielgerichtete Fortbewegung ihrer Stimme durch die verworrenen Gänge der Lieder.
Auch „What if“ ist ein starkes, ein besonderes Singer/Songwriter-Album, das vielleicht nicht ganz an die Brillanz und Besonderheit des Vorgängers heranzukommen imstande ist, aber dennoch überzeugt. Und dafür ist erneut in allererster Linie diese besondere, wandelbare, verletzlich-starke Stimme verantwortlich.
MAIIJA tut gut daran, die eigenen Songs nicht zu überfrachten und zuallererst über ihre Stimme wirken zu lassen, denn dann entfalten sich die Stärken meiner Meinung nach am besten.
Aus dem seltenen Kleinod wird langsam aber sicher ein sich immer mehr schleifender Diamant, der sicherlich bald in vielen Schaufenstern stehen dürfte. Ein weiteres Schmuckstück zum Anhören. (Simon-Dominik Otte, 4,5/5)
‘Et si’, voilà le questionnement de départ, de ce nouvel album de l’artiste Maiija, compositrice et musicienne autrichienne, de son vrai nom Marilies Jagsch, qui se questionne ici sur elle-même, sur les facettes de l’être humain, et sur les connections entre-nous ! Et pourquoi pas, à travers une balade pop-rock aérée et légère, comme le montre ce clip officiel, nous offrant à nouveau la jolie voix de la conceptrice, ainsi qu’une jolie mélodie :
Une balade qui peut aussi prendre des accents de pop-folk, comme pour cet autre extrait, qui conserve cette légèreté, voire une certaine mélancolie, grâce à un travail musical organique, portant des textes à analyser !
Un travail léger et aérien, qui se perpétue de chanson en chanson, louvoyant entre pop-rock et pop-folk, avec peut-être aussi une coloration de dream-pop, découlant sur un travail délicat à la guitare comme à la batterie, et où vient se poser le joli timbre de voix de Maiija, qui nous berce en quelque sorte, nous embarquant vers une réflexion sur l’humain ! Depuis 2023, l’artiste développe un nouveau concept, aidé dans sa tâche par le producteur Peter Paul Aufreiter (Hearts Hearts), pour concevoir une pop expérimentale, aérienne et légère, mélodique aussi, où le folk et le travail à la guitare acoustique, s’accompagnent d’une légère orchestration néo-classique, comme pour cet autre extrait, sans oublier une forte coloration pop :
L’artiste Maiija (Marilies Jagsch) nous offre littéralement un très beau recueil pop-folk, où sa jolie voix se pose sur de jolies mélodies, aux colorations pop et folk, avec tout du long, un travail délicat aussi bien pour la voix que pour les instruments. Voilà du beau ! (Philippe Thirionet 4/5)
The European alt-pop scene constantly evolves, but only a few artists are capable of conveying the essence of human emotion quite like Austrian musician and composer Marilies Jagsch. Operating under the moniker MAIIJA, she has been a shaping force within the Viennese music scene for over fifteen years. Following the widespread critical acclaim of her 2023 debut, I AM, she returns in 2026 with her highly anticipated sophomore full-length, What If. Released via Noise Appeal Records and co-produced alongside Peter Paul Aufreiter, this LP is a profound, beautifully orchestrated exploration of intimate singer-songwriter traditions, experimental pop elements, and intricate electronic textures threaded into a singular, breathtaking sonic world.Every great record requires a compelling conceptual foundation, and What If operates on the premise of that exact titular question, the terrifying, thrilling starting point of every human story. Rather than relying on superficial pop tropes, MAIIJA boldly explores the complex, often messy facets of being human. She asks a fundamental question: what truly connects us in an increasingly fractured reality? The album suggests that our ultimate connection does not lie in the moments we project false strength, but rather in our shared feelings, our hidden fears, and the rare moments we allow ourselves to show genuine weakness.
It takes immense courage to endure, to look closely at our traumas, and to truly understand them. Jagsch draws heavily from her own deeply personal experiences of living for years with a chronic illness, specifically endometriosis. She presents her physical and emotional reality in a raw, highly poetic manner, opening a window into her daily struggles. She links these intimate experiences to the broader, collective losses we all face in our uncertain present. It is a heavy, highly relatable subject matter that asks questions about our collective responsibility while grounding the ethereal music in undeniable, beating human truth. Jagsch possesses dreamy, mesmerizing, calm, soothing, and wonderfully relaxing ethereal vocals that immediately guide the listener and command absolute attention. She expertly uses her voice to express the deepest sentiments, moods, situations, and circumstances, oscillating between strength and vulnerability. The vocal tracks are intimate, providing a touching clarity that perfectly emphasizes everything she intended to achieve with this material. MAIIJA also employs profoundly complex yet calm, soothing, relaxing, and ethereal themes, melodies, harmonies, pads, and other sonic maneuvers delivered on beautifully textured synthesizers. By carefully manipulating the electronic elements, she creates a lush atmosphere where the synthetic sequences blend with the organic instrumentation. It’s impressive how these dense layers articulate without ever overwhelming each other. Every single note, pad, and frequency has its dedicated space in the mix, proving beyond a shadow of a doubt that MAIIJA thought about absolutely everything while writing and arranging these compositions.
The guitar arrangements craft beautiful soundscapes that immediately wrap around your listening apparatus and refuse to let go long after the last notes and beats finally fade into the ether. You are treated to luxuriant, dreamy, jangly, and angular yet tastefully distorted notes and chord progressions. These guitar harmonies and melodies are subtly drenched in studio reverb, smartly adjusted and dialed in depending on the current song’s specific mood and emotional weight. Whenever the electronic elements pull back, the voice and guitar confidently step to the forefront to carry the melodic narrative. The low-end frequencies are landed by powerful basslines that offer tremendous groove, depth, clarity, and detail. The bass binds the electronic textures and the organic string elements together with a warm pulse , giving this record a tactile weight. The percussion freely holds back when the vocals need room to breathe, but drives powerfully when the emotional crescendos demand it. You will find excellent half-time and moderate rhythmic patterns offering many well-accentuated, flawlessly performed beats, clever breaks, tasteful fills, and subtle percussive acrobatics. These rhythmic elements not only keep everything perfectly in line but expertly dictate the groove and pace of the entire album, making sure that the listener is always locked into the album’s wavelength.
What If is an exceptional album that will definitely resonate on a profound level with all those listeners in search of soulful, hearty, emotional, sincere, powerful, and deeply meaningful alt-pop. The delicate, flawless balance of electronic textures, organic instrumentation, and fearless lyrical honesty makes What If such a beautiful listening experience. If you have been looking for perfectly crafted and produced tracks to elevate your playlist or record collection, you will find an absolute abundance of prime material right here. MAIIJA has crafted a deeply personal, gorgeous masterpiece that demands your full attention and rewards multiple listens.
frischundhaltbar
Maiija ist das Projekt der österreichischen Komponistin und Musikerin Marilies Jagsch.
Dies ist bereits ihr viertes Album (die ersten beiden wurden 2008 bzw. 2010 noch unter ihrem Klarnamen veröffentlicht), 2023 erschien das Maiija-Debüt “I AM”.
Euch erwartet ein richtig schönes experimentelles Indiepopalbum im Schwebezustand zwischen organischer Instrumentierung (u.a. Gitarre, Cello, Trompete), einer beeindruckend klaren, sanften Stimme und elektronischen Elementen.
Als von Endometriose betroffener Mensch singt Marilies Jagsch über Krankheit und Hoffnung, Verwundbarkeit und Stärke, Stillstand und Aufbruch.
Ein Album perfekt für die wieder länger werdenden Abende, irgendwo zwischen den Cranberries und @mina.richman.
Erschienen über @noiseappealrecords – viel Spaß beim Entdecken!